Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Gehört Mobbing unter Schülern zu den Aufgaben von Schulmediation?

„Ich will nicht in diese Schule gehen. Ich will da einfach nicht mehr hin. Da stehen schon diese blöden Typen. Verdammt, jetzt haben sie mich gesehen. Am liebsten würde ich wegrennen. Nur wozu? Die kriegen mich ja doch. Wenn ich doch nur unsichtbar wäre oder tot …“, so beginnt das Buch mit dem Titel „Motiv: Angst“ von Antje Szillat. Es ist ein Buch über Mobbing in der Schule und erzählt eine authentische Geschichte in einer jugendfreundlichen Sprache.

Dan Olweus, der ein Buch über „Gewalt in der Schule“ geschrieben hat, definiert Mobbing unter Schülern folgendermaßen: „Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler und Schülerinnen ausgesetzt ist.“ (Olweus, Dan: Gewalt in der Schule: was Lehrer und Eltern wissen sollten – und tun können. Bern u.a.: Huber Vlg 1996. S. 60)

Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit dem Thema vertraut machen wollen, finden in der Berliner Anti-Mobbing-Fibel eine schnelle „erste Hilfe“ zum Thema Mobbing in der Schule. Hier wird beispielsweise beschrieben, dass sich Mobbing in folgenden 4 Phasen vollzieht: Es werden zunächst Gemeinheiten platziert, das Mobbing wird möglich durch Möglichmacher, es kommt zu destruktivem Handeln und schließlich erfolgt der Ausschluss des bzw. der Gemobbten aus der Gemeinschaft. Neben weiteren wissenswerten Hinweisen sind in der Fibel Fragebögen zu finden, mit denen ein erster Einblick über die verdeckten Vorgänge innerhalb von Klassenstrukturen gewonnen werden kann. Dann werden verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten vorgestellt, wie beispielsweise die Klassenmediation, die Farsta-Methode, das Staffelrad und No Blame Approach. Diese 2005 von Walter Taglieber verfasste Berliner Anti-Mobbing-Fibel ist kostenfrei herunterladbar.

Was aber können Schüler tun, die Mobbing sehen oder selber gemobbt werden? Hinsehen, Ansprechen, Einmischen und dadurch die Mitverantwortung übernehmen, das können all diejenigen, die Mobbing sehen und entdecken. Und sich anderen anvertrauen, das ist die beste „erste Hilfe“ für diejenigen, die selbst ausgegrenzt, bedroht und gemobbt werden. Wer sich als Jugendlicher näher für das Thema interessiert, kann beispielsweise nachschauen auf dem Schüler-Mobbing Weblog, einem Projekt der Gutenbergschule Riederich.

Ja, und abschließend kann ich nur sagen: Natürlich gehört das Einschreiten bei Mobbing zu den Aufgaben von Schulmediation. Es muss allerdings entschieden werden, ob SchülermediatorInnen den Fall übernehmen können, ob eine in Mediation ausgebildete Lehrkraft der Schule sich diesem Vorfall annimmt, oder ob externe Hilfe von einer Spezialistin der Schulmediation aus Berlin geholt wird.

Gibt es einen Mobbingfall in ihrem Schulumfeld oder haben Sie Erfahrung mit Mediation in Mobbingfällen an Schulen? Ich würde mich über eine Rückmeldung von Dir / Ihnen sehr freuen!

Christa Schäfer

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  1. elisa

    Ich finde: Man soll sich selber sein und nicht irgendwie sich verstellen wollen nur weil einpaar dich nicht mögen. Zur Schule musst du gehen!
    Halte dich vern von solchen Personen, die sin selber nicht besser.

  2. Liebe Elisa,
    ich finde, da haben Sie / da hast Du Recht, dass man sich in der Schule nicht verstellen müssen sollte. Und genau dazu ist es auch gut, SchülermediatorInnen zu haben – die helfen u.a. dabei, dass in der Schule jeder Schüler er selbst und jede Schülerin sie selbst bleiben kann … und dass Probleme und Konflikte im Gespräch miteinander geklärt werden können.
    Ch. Schäfer

  3. Johanna

    Hallo, mein Sohn (8) ist seit ca. 2 Jahren leider öfters tätlichen Angriffen von zwei oder drei älteren Jungen ausgesetzt: Er wird getreten, am Hals gepackt, geboxt. Da es jetzt ca. ein halbes Jahr nicht vorgekommen ist, hatte ich die Hoffnung, dass sich die Sache erledigt hätte. Jetzt ist aber ein weiterer Junge zu der Stresser-Gruppe gestoßen, und es kam wieder zu zwei Übergriffen. Die Lehrer der Schule wiegeln ab, sagen:“Das wird schon noch“.

  4. Hallo Johanna,
    das muss ja furchtbar für Ihren Sohn sein, wenn sein Lehrer ihn nicht richtig ernst nimmt …
    Ich schreibe Ihnen eine mail, wo wir intensiver über das Thema in Kontakt treten können.
    Ch. Schäfer

  5. Kathi

    Ihr seit ein bisschen dämlich…. sorry,aber war selber mobbing Opfer.. Von diesen Leuten KANN man sich nicht fernhalten die verfolgen dich wenns muss sogar. Da eist es égal wo man ist wenn man selbst nicht gemobbt wurde sagt sich das so leicht … wird schon nicht so schlimm sein.. geh denen einfach aus dem Weg… bla bla bla!
    An der Schule ist es schwer Mitschülern aus dem Weg zu gehen so siehts aus!

  6. Hallo Kathi,
    als ehemaliges Mobbing-Opfer sind Sie natürlich echt sensibel für die Behandlung von Mobbing in der Schule, und deshalb besten Dank für Ihren Kommentar. Natürlich ist aus dem Weg gehen als einzige Maßnahme gar keine Maßnahme. Vielmehr ist es um so wichtiger, dass Mobbing durchbrochen wird, Öffentlichkeit geschaffen wird und das Opfer Hilfe holt bzw. erhält. Wie ich Ihren Zeilen entnehme, denken Sie immer noch mit Grauen an diese Zeit zurück. Wie haben Sie damals aus der Situation herausgefunden?
    Christa Schäfer

  7. NennenwirmichPeter

    Irgendwie ist das komisch. Einige tun erst so, als ob sie Wert drauf legen, was ich denke. Dann kommt ein anderer an und ich bin wieder ein Opfer.
    Dann kommt immer so einer an, der in der Klasse höher angesehen ist und tut,als ob ich sein Freund wäre. Auch wenn ich keinen Wert auf seinen Kontakt lege. Und wenn ich dann sage, dass ich will, dass die aufhörn dann kommt noch einer, nennen wir ihn Andre und sagt „Der WILL gar keine Freunde“ dabei habe ich Freunde. Auch welche, die auf seiner Alten Schule waren. Die meinen, dass er da auch keine Freunde hat. Gibt es solche öfters ?

  8. Hallo Peter, das hört sich beim ersten Lesen alles ganz schön verwirrend an.
    Wahrscheinlich ist die Situation aber auch für dich selber auch recht verwirrend, immer so hin und her geschubst zu werden: mal Freund, dann wieder keiner oder sogar Opfer. Natürlich gibt es auch in anderen Schulen immer mal welche, die sind wie Andre oder wie der aus der Klasse höher. Ich hoffe, du kannst gut mit der Situation umgehen, bist dadurch nicht allzu belastet und haast ausreichend Spaß und Zusammenhalt mit deinen „richtigen Freunden“ …

    Alles Gute wünscht dir Christa Schäfer

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