Vom 21. bis 25. Juli hat in Berlin der 29. Internationale Weltkongress der Psychologie stattgefunden. Rund 8.600 Psychologen haben im Berliner ICC rund 100 Vorträge und 450 workshops besucht. Viele neue Forschungsergebnisse und Trends in der Therapie von psychischen Erkrankungen und Problemen wurden ausgetauscht.

Das Thema „Gefühl“ ist dabei ein Aspekt, der über alle vorgestellten Studien am meisten relevant war. „Wir befinden uns definitiv in einem Zeitalter der Emotionen“, so Klaus Scherer (Emotionspsychologe an der Universität Genf) zum Auftakt des Kongresses am 21.7.2008.

Emotionen als solche geben uns Ziele und bereiten unseren Körper, unser Gehirn und unsere Psyche darauf vor, diese Ziele zu erreichen. Im Gegensatz zu Reflexen (starren Reiz-Reaktions-Abläufen) geben uns Gefühle jedoch die Möglichkeit, unser Verhalten auf konkrete Situationen abzustimmen. Gefühle hören nicht auf den Verstand. Dennoch ist unser Verstand schließlich der „Apparat“, der uns dabei behilflich sein kann, die Ziele der Gefühle zu verwirklichen.

„Die bislang mit Abstand am genauesten untersuchte Emotion ist die Angst. Zum einen hat das medizinische Gründe: Angststörungen gehören mit Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Zum anderen lässt sich die Angst, im Gegensatz zu Gefühlen wie etwa Stolz oder Scham, relativ einfach experimentell studieren.“ – so Bas Kast im Berliner Tagesspiegel in einem längerem Artikel zum Thema Die Geschichte der Angst. Angst ist ein Gefühl, das unseren Vorfahren das Überleben sicherte und heute nach wie vor eine schützende Funktion übernimmt: Angst warnt und macht wachsam.

Ein weiteres Thema auf dem Weltkongress der Psychologie betraf das Thema Kinder- und Jugendgewalt sowie dessen Vorbeugung, ebenfalls in einem Tagesspiegel-Artikel mit dem Titel Mit Kobolden gegen Gewalt nachlesbar. Nach Ansicht der Fachleute sollten Gewalt vorbeugende Programme bereits im Kindergartenalter begonnen werden. Aber auch im Jugendalter gibt es gerade für Schulen interessante Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Konfliktfall. Interessant auch die auf dem Kongress hervorgehobene Tatsache, dass Mädchen heutzutage ebenfalls aggressiv handeln, allerdings zu einem früheren Zeitpunkt damit aufhören als Jungen.

Benötigen Sie aktuell eine Schulmediation? Dann rufen Sie mich an und wir suchen gemeinsam nach Lösungswegen!

Christa Schäfer