Der 71jährige finnische Ex-Präsident und Friedensvermittler Martti Ahtisaari erhielt am 10. Oktober den Friedensnobelpreis 2008. Ahtisaari setzt sich seit Jahrzehnten unermüdlich und erfolgreich für die Lösung von Konflikten ein. Dadurch habe er zu einer friedlicheren Welt und zu „Brüderlichkeit zwischen den Nationen“ im Geiste des Preisstifters Alfred Nobel beigetragen, so das Nobelpreiskomitee.

Ahtisaari ist seit den 60iger Jahren als Friedensstifter in Krisengebieten auf der ganzen Welt gewesen. Er war lange Zeit Namibia-Beauftragter der UNO und vermittelte u.a. 2005 in einem Friedensabkommen in Aceh/Indonesien. 2007 schuf er für den Kosovo einen Plan, der zur Unabhängigkeit der serbischen Provinz führte. Die Süddeutsche Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 11./12.10.08 über ihn: „Feines Gespür für den richtigen Ton. Martti Ahtisaari ist kein Mann für die große Bühne, aber bei schwierigen Verhandlungen im Hinterzimmer gelingt ihm fast alles.“

Die Geduld ist eine der großen Stärken von Martti Ahtissaari. Jede Mediatorin und jeder Mediator wird bestätigen können, dass die Geduld neben der Neugier eine der Grundvoraussetzungen für eine gelungene Mediationssitzung ausmacht.

Auf die Frage hin, was einen guten Vermittler ausmacht, antwortet Ahtisaari: „Zuerst einmal braucht man das Vertrauen der Beteiligten. Das erfordert ein gewisses Ansehen. (…) Die Konfliktparteien müssen einsehen, dass sie sich an das halten müssen, was wir vereinbart haben. In den Aceh-Verhandlungen sagte einer der Beteiligten: Mit Ahtisaari wissen wir wenigstens, woran wir sind. Das sehe ich als Kompliment. Ich habe bei anderen Friedensprozessen erlebt, dass die Leute nett sein wollen. Das will ich nicht. Ich will das Problem lösen. Man muss sehr pragmatisch sein …“ (Quelle: Der Tagesspiegel)

Christa Schäfer