Der Schulsenator Jürgen Zöllner hat in Berlin nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit in seinem Haus drei “Problemlöser“ installiert, die täglich Dutzende von Beschwerden bearbeiten. Diese Beschwerdemanager kümmern sich, machen Verantwortliche ausfindig und zeigen Auswege auf. „Es geht nicht um Schuld, sondern um Problemlösung“, so Zöllner.

Der Berliner Landeselternsprecher fordert seit einiger Zeit für den Schulbereich eine Ombuds- oder Schlichtungsstelle. Er gibt an, dass Familien oftmals an der Schulbürokratie scheitern, wenn sie Missstände und Gewaltvorkommnisse thematisieren wollen. Es gebe sogar Fälle, in denen Lehrer mit Verleumdungsklagen drohten, falls Eltern sich an die Schulbehörde wenden wollten. Ein Ombudsrat könnte hier Hilfe bieten, falls ihnen Schulräte oder Rektoren Hilfestellungen verweigern.

Ob das vom Bildungssenator eingerichtete Beschwerdemanagement eine solche Ombudsstelle ersetzen kann, bleibt abzuwarten.

In Hamburg gibt es seit März 1999 in der Behörde für Bildung und Sport eine Ombudsfrau für SchülerInnenvertretungen. Sie ist Beschwerdeinstanz und Ansprechpartnerin für die Schülervertretungen der Klassen, den Schülerrat, die Schulkonferenz und für überschulische Gremie in allen Angelegenheiten, die ihre schulgesetzlich verankerten Mitbestimmungsrechte betreffen. Innerhalb eines Jahres wenden sich etwa 80 SchülervertreterInnen, 130 SchülerInnen sowie 40 Eltern an die Ombudsfrau.

Wer mehr zum Thema Ombudsfrau, -mann, -rat oder -stelle wissen möchte, kann sich darüber ausführlich in dem neu erschienenen Buch “Mediation im Gemeinwesen“ informieren.

Christa Schäfer