Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Konflikte, Mobbing, Mediation, Mobbingberatung

Viele Mobbingbetroffene holen sich Hilfe und Unterstützung bei einer Mediatorin oder einem Mediator. Andere landen bei einer MobbingberaterIn, die sich auf derartige Fälle spezialisiert hat. Jetzt gibt es das erste deutschsprachige Buch zum Thema Mobbingberatung.

MediatorInnen werden versuchen, ein gemeinsames Gespräch mit Mobbingopfer und Mobbingtäter anzubahnen. MobbingberaterInnen sehen Ihre Aufgabe zunächst im Einzelgespräch.

Das von Christa Kolodej geschriebene Buch „Mobbingberatung“ aus dem Facultas Verlag bietet Wissenswertes zum Thema Mobbing, Grundlagen zum Thema Mobbingberatung, es zeigt viele Fallbeispiele und beschreibt ausgewählte Interventionen der Konflikt- und Mobbingberatung. Ich kann das Buch rundweg allen MediatorInnen empfehlen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

In manchen Betrieben und Schulen wird der Begriff Mobbing heutzutage geradezu inflationär benutzt. Nach Kolodej ist Mobbing dann gegeben, wenn folgende vier Aspekte zutreffen: Es ist eine gezielte Schikane gegen eine oder mehrere Personen mit häufigen Angriffen erkennbar. Diese Angriffen finden gezielt und systematisch statt. Es besteht ein Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten zu Ungunsten der vom Mobbing betroffenen Person(en). Es kommt zur zunehmenden Isolierung bei dem/den Betroffenen.

Während Konflikte ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sind, bleibt bei Mobbingkonflikten das zugrunde liegende Problem meist im Hintergrund und die angegriffene Person wird als Problem in den Vordergrund geschoben. Mobbing entsteht zumeist aus der Nicht-Bewältigung von alltäglichen Konflikten als Phänomen mit hoher Konflikteskalation.

Interessant ist die Frage, ob Mobbingbetroffene aufgrund ihrer Persönlichkeit gemobbt werden. Verschiedenste Untersuchungen, die im Buch zitiert werden, haben ergeben, dass Mobbingopfer häufig zu den Konfliktvermeidern gehören (Rückzug oder Ignorieren des Konfliktes). Mobbingtäter hingegen sind oft hoch narzistische Personen mit geringer Selbstkonzeptklarheit.

Für Mobbingopfer ist das Hinzuziehen einer dritten Person ein erster wichtiger Schritt aus der Opferperspektive heraus. Bei der Arbeit mit Mobbingtätern sind neben dem Unterbinden des negativen Verhaltens gegenüber den Betroffenen verschiedene das Selbstwert stabilisierende Maßnahmen wichtig. Mobbingintervention allgemein bedarf einer starken Lösungsorientierung, die zugleich Schutzraum für leidvolle Erfahrungen bieten muss. Die systemische Sichtweise ist bei Mobbing geradezu grundlegend, denn Mobbing ist in den meisten Fällen ein Gruppenkonflikt mit speziellen organisatorischen Rahmenbedingungen.

In letzter Zeit höre ich leider aus Schulen verstärkt von Mobbingvorfälle. Wer sich für dieses Thema interessiert, findet weitere Informationen in diesem blog unter den Stichpunkten Schulmediation und Mobbingmotive von SchülerInnen.

Christa Schäfer

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  1. Hallo,

    gemeinsam gegen Mobbing?

    Mach mit und schau hin!

    http://www.mobbingqweb.de

    MfG

    Klaus-Dieter May

  2. Jawohl, ich bin dabei!
    Christa Schäfer

  3. Liebe Frau Schäfer,

    dann freue ich mich schon auf Ihr Statement, zur Aktion „Stimmen und Gesichter gegen Mobbing“.

    Mit herzlichen Grüßen

    Klaus-Dieter May

    http://www.mobbingweb.de

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