„Von der Unfähigkeit zum Mit-Leiden. Winnenden als Ausdruck einer Kluft: Nie war die Erwachsenenwelt so weit von der Einsamkeit der Heranwachsenden entfernt.“ – so die Überschrift des gestrigen Artikels von Tissy Bruns im Berliner Tagesspiegel zum furchtbaren Ereignis an der Realschule in Winnenden.

„Mehr miteinander reden, Konflikte gewaltfrei lösen und kontrovers diskutieren zu lernen, halte ich für die bessere Alternative zu einem verstärkten Wachschutz und Detektorenüberwachung an den Schulen.“ – so die Konsequenz von Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner, die auch für mehr Sozialarbeiter in Schulen plädiert.

„Schule muss ein freier öffentlicher Ort bleiben – ein Ort unbedingter Achtung.“ – so Bildungssenator Jürgen Zöllner.

„Alle Maßnahmen – Familienförderung, Jugendhilfe, Schulsozialarbeiter – sind wichtig und sinnvoll. Aber manchmal können sie alle an einer speziellen Situation, in der ein Mensch irrational handelt, nichts ändern. Wahrscheinlich müssen wir das akzeptieren.“ – so Innensenator Ehrhart Körting.

Und der Landeselternausschuss Berlin fordert die Senatsbildungsverwaltung Berlin auf: „geeignete Maßnahmen und Unterstützungssysteme einzurichten, dass künftig jeder Schüler und jede Schülerin – der/die in seiner/ihrer Schule zum Opfer von Mobbing, Gewalt oder Demütigung wurde – in der Schule geeignete Hilfe zur Klärung, Aufarbeitung und Bewältigung der Vorfälle erhält. In der Schule darf es künftig keine Opfer mehr geben, die später zu Tätern werden könnten.“

„In den flüchtigen Debatten über Kinder und Schule verhalten wir uns, als könnten wir die Weisheiten der großen Humanisten ebenso in den Wind schlagen wie die wunderbaren Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Erziehung ist Liebe und Vorbild, sonst nichts, hat Friedrich Fröbel gesagt. Die Metakompetenz, die wir das ganze Leben brauchen, sagt Gerald Hüther, das ist Beziehungsfähigkeit. (…) Vertrauen und Vorbild sind die wichtigsten Ressourcen, auf die Kinder und Jugendliche bauen, wenn Erwachsene ihnen begegnen.“ – so endet der oben genannte Tagesspiegel-Artikel.

Möge für jeden Menschen in Not (Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen) immer ein mit-fühlender Mensch da sein, der gut zuhören kann und zum Helfen bereit ist. Das ist mein Wunsch.
Christa Schäfer