Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Wie können (Patchwork-) Familien ständige Konflikte vermeiden?

Früher war die Welt noch anders: Da gab es die Familie mit Mutter, Vater und mehreren Kindern. Heute gibt es viele verschiedene Arten von Familien, Einelternfamilien / Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Lats (Living apart together) usw.

Das Auseinandergleiten der „alten“ und das Zusammenwachsen der „neuen“ Familie ist meist nicht einfach. Wenn mittels einer Mediation „getrennt“ wurde, ist oft noch einfacher miteinander zu reden. Dennoch gibt es Kränkungen auf allen Seiten. Eine Patchworkfamilie, die auf den Trümmern zweier destruktiver und traumatischer Trennungsgeschehen aufbaut, hat es schwer. Eine Patchworkfamilie, die auf dem Boden weitgehend vorher getrennter und gelöster Beziehungsstrukturen basiert, wird es einfacher haben.

Marguerite Dunitz-Scheer und Peter Scheer haben ein Buch geschrieben über „meine o deine o unsere. Leben in der Patchworkfamilie“. Die beiden Autoren leben jeweils in der zweiten Beziehung zusammen und haben gemeinsam acht Kinder, eben seine, ihre und gemeinsame. Beide Autoren sind Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Psychotherapeuten. Das Buch ist absolut lesenswert: ein Ratgeber nicht nur für neu zusammengewürfelte oder schon länger zusammen lebende Patchworkfamilien mit zahlreichen Beispielen, treffenden Analysen und konkreten Vorschlägen für eine Verbesserungen der Kommunikation und des Miteinanders in Familien.

Die beiden Autoren haben auch für die Kommunikation bzw. für Kommunikationsfallen in Familien einige Grundannahmen formuliert, die für alle Familientypen gelten und die helfen, das Zusammenleben für alle angenehm zu gestalten. Die allermeisten Annahmen sind MediatorInnen für den Mediationsrahmen nur allzu bekannt, sie sollten auch dringend in alle Familienkontexte Einzug halten!

Leben entsteht aus Beziehung, leben heißt Kommunizieren. Wo Menschen, dort Konflikte. In Beziehungen stellen sich Hierarchien (starr oder flexibel) ein. Sie schaffen ein Oben und ein Unten. Kommunikation von oben nach unten wird als Kritik, solche von unten nach oben als Lob empfunden. Eltern sind nicht automatisch oben, Kinder nicht automatisch unten. Oft beherrschen Kinder die emotionalen Kommunikationsmechanismen meisterhaft. Kritik ist immer Reibung, Auseinandersetzung und eine Form von Aggression. Konstruktive Kritik schafft Neues und fördert Kreativität, destruktive Kritik tötet. Täter-Opfer-Konstellationen in Familiensystemen sind nie hilfreich!

Kommunizieren heißt respektvolles Austauschen von Informationen!
Respekt vor den Signalen der anderen!
Aktives Rückhören nutzen!
Ich-Botschaften nutzen!
Respekt vor Grenzen ohne Rückfragen und Bedingungen!
(Dunitz-Scheer, Scheer 2008, S. 84 f.)

Übrigens wird mein neues Buch „Kommunikation in der Familie. Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ auf gut geeignete Methoden der Kommunikation wie beispielsweise das Aktive Zuhören und die Ich-Botschaften genau eingehen und Übungen dazu anbieten. Ich freue mich, auch damit zum Gelingen von friedlichem Zusammenleben in Familien beitragen zu können.

Christa D. Schäfer

Zurück

Konfliktbearbeitung in Schulklassen

Weiter

Gemeinwesenmediation und Zivile Konfliktbearbeitung

  1. Hallo,

    na, das neue Buch hört sich ja spannend an! Wann ist es fertig und kommt in den Handel?

    Gibt es hier evtl. vorab ein paar Textzeilen aus fertigen Kapiteln zu lesen?

    Gruß aus Hessen,

    R.K.S

  2. Hallo R.K.S.,

    freut mich, dass Sie Interesse an meinem neuen Buch haben. Es wird in ca. 4 Wochen in den Handel kommen, ich werde dann sogleich darüber berichten. Und da schon mehrere Nachfragen waren, werde ich auch eine kleine Kostprobe in den nächsten Tagen hier in den Blog einstellen.

    Schauen Sie wieder rein!
    Christa Schäfer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén