Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin hat dieses Schuljahr einen Karteikasten zum Thema „Gute Schule“ herausgegeben. Auf einer der Karteikarten wird auch unter dem Stichwort Schulmanagement das Thema Kommunikationsstruktur angesprochen. Ich zitiere:

„In jeder Schule wird viel kommuniziert. Ob aber Lehrerinnen, Erzieher und sonstige Mitarbeiterinnen sich eher über das Hörensagen verständigen – oder das gute Gefühl haben, bei wichtigen gemeinsamen Themen mitzureden, hängt davon ab, wie es dem Schulleiter gelingt, die Kommunikation im Haus zu steuern. Wie steuert man Kommunikation? Der Schulleiter muss unterschiedliche Wege finden und ritualisieren, um Informationen verlässlich an den Adressaten zu senden. Informieren bedeutet auch, Gespräche zu initiieren: Deshalb muss der Schulleiter Formen der Zusammenarbeit im Team entwickeln, bei denen Zeit und Raum da sind, in denen eine Auseinandersetzung über die Themen der Schule möglich ist.“

Berliner Lehrkräfte und andere Fachleute aus dem Bildungsbereich haben Antworten auf wichtige Fragen zum Thema Schule aus der Praxis für die Praxis zusammengetragen. So ist der Karteikasten “Gute Schule“ mit über 80 Beiträgen entstanden, der obiges Zitat entstammt. Die Karteikarten enthalten in knapper und überschaubarer Form grundlegende Informationen und praktische Hinweise zu den Themenbereichen Lehr- und Lernprozesse, Schulkultur und Schulmanagement.

Und zum Thema Kommunikation zwischen Schulleiter und einzelnen LehrerInnen steht da weiter:

  • Kommunikation dient dazu, Mitarbeiter durch Informationen einzubinden.
  • Kommunikation hilft, Mitarbeiter emotional einzubinden.

Diese emotionale Einbindung der Mitarbeiter – also der Lehrerinnen und Lehrer sowie der in der Schule tätigen SozialpädaogInnen – kann durch vielfältige Maßnahmen geschehen. Da wäre das Feedback der Schulleiterin bzw. des Schulleiters über die Arbeit der LehrerInnen und SozialpädagogInnen, das Feedback über gemeinsame Anstrengungen, eine Ermunterung und ein Zuspruch vor anstrengenden Vorhaben, ein offenes Ohr und das Anbieten von Unterstützung etwa gegenüber Eltern oder der Schulbehörde, das Interesse an der Meinung zu Planungen und anderen Vorhaben, usw.

Als Methoden der Einbindung werden vorgeschlagen: eine Wochenmail, Gute Erreichbarkeit, Aushänge, Homepage, Teamsitzungen, Jour fixe sowie der tägliche Gang durch das Haus.

Eigentlich sollte Schulleiterinnen und Schulleitern dieses Thema sehr vertraut sein; so vertraut, dass es keiner derartigen Hilfestellung bedarf. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, und so kann diese neu herausgegebene Handreichung sicherlich manchen Schulleitungen ganz hilfreich werden.

Haben Sie übrigens den Blogartikel gelesen, in dem der Rainer Winkel, der ehemalige Gründungsdirektor der EGG Gelsenkirchen-Bismarck über Konflikte im Schulumfeld spricht?

Christa D. Schäfer