Im September haben in München zwei vorbestrafte Jugendliche in der S-Bahn eine Gruppe von Kindern und jüngeren Jugendlichen angepöbelt und bedroht. Sie wollten Geld erpressen und die Jüngeren „abziehen“. Ein 50jähriger Mann hat eingegriffen und die Kinder und jüngeren Jugendlichen beschützt. Dafür wurde er von den zwei älteren Jugendlichen später auf dem S-Bahnhof zu Tode geprügelt.

Das ist massive Gewalt im öffentlichen Raum, die zum Tode geführt hat. Nicht immer ist die Gewalt im öffentlichen Raum so massiv, aber immer ist es wichtig zu wissen, wie verhalte ich mich am Besten …

Damit Menschen schon im voraus über Gefahrensituationen nachdenken können, bietet das Landeskriminalamt Berlin (LKA Präv 4 / Anti-Gewalt-Projekt) Veranstaltungen und Seminare zum Thema an. Ziel dieser Seminare ist es, Strategien zum deeskalierenden und gewaltfreien Verhalten in Konflikt- und Bedrohungssituationen zu vermitteln bzw. gemeinsam mit den Teilnehmern zu erarbeiten. Damit soll die Handlungskompetenz und das subjektive Sicherheitsgefühl der an der Veranstaltung Teilnehmenden verbessert werden.

In der Veranstaltung werden Fragen beantwortet wie: Was mache ich, wenn abends jemand beim nach Hause gehen hinter mir her schleicht und ich ein mulmiges Gefühl habe? Was mache ich, wenn ich in der U-Bahn angepöbelt werde? Wie kann ich einem Opfer von Gewalt helfen? Die Kurse sind für Erwachsene konzipiert und die Teilnahme ist kostenfrei. Die behandelten Stichworte im Fachjargon heißen: Gefahrenwahrnehmung, Abwehrstrategien gegen Gewalt, Sicher fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln und gefahrlos Hilfe leisten.

Wussten Sie, dass die typischen Opfer bei Aggression und Gewalt im öffentlichen Raum junge Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren sind? Kennen Sie den „Opferklau“? Oder schon mal was von Prinzipienkette zur Deeskalation bzw. zum Eingreifen bei Gewalt gehört?

Ich habe übrigens letzte Woche einen solchen Kurs im MediationsZentrum Berlin mitgemacht. Besten Dank an Timo Hartmann für die gute Kursleitung!

Eine Broschüre gibt einen ersten Einblick in das Thema.

Mein Wunsch: Melden Sie sich beim LKA Berlin für einen Kurs an und helfen Sie bei Aggression und Gewalt im öffentlichen Raum, wo Hilfe notwendig ist.

Übrigens wird in speziellen Kursen für LehrerInnen und ErzieherInnen über die Gewalt unter Schülern gesprochen, über den Umgang mit konkreten Bedrohungsssituationen in der Schule, Maßnahmen beim Waffenfund und der Zusammenarbeit mit der Polizei. Schulische Mitarbeiter haben heute einen besonderen Bedarf an derartigen Seminaren, wenn man an die täglichen schulischen Gewaltvorfälle und auch die sich häufenden großen Gewaltattacken an Schulen in letzter Zeit denkt.

Christa D. Schäfer