Sind Kinder klein, so schauen Sie gerne, was andere Kinder tun und wie sie es tun – sie staunen und staunen und nehmen alles in sich auf. Sind sie dann älter, so hört man in den Schulen oft Sätze wie „Du spinnst ja.“ „Der ist aber komisch.“ „Die ist ja nicht normal.“ Da scheinen die Kinder einen Weg weg vom Staunen hin zu Normen für „normal“ und „nicht normal“ genommen zu haben. Gruppenzugehörigkeiten werden wichtig und die Identifikation über Gruppenzugehörigkeiten und Gruppennormen spielt eine große Rolle.

Manche Kinder (und Jugendliche und Erwachsene) leben diese Ausgrenzung von Anderen ganz intensiv, andere weniger bis gar nicht. Durch Anregungen von Erwachsenen, KitaerziehrerInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und anderen können Kinder ins Nachdenken über das Ausgegrenztsein kommen.

In Berlin gibt es dazu noch bis zum 28.11.2009 die Ausstellung Alle anders anders im Labyrinth Kindermuseum Berlin. Dort können Kinder viel zum Thema Anderssein entdecken, sie können hinschauen, fühlen, hinhören und sich auf Neues einlassen. Ob sie mit geschlossenen Augen einen Tisch decken, in Gebärdensprache einkaufen gehen, im Sprachlabor ungewöhnliche Schriften kennen lernen oder in der Fußgängerzone die unterschiedlichsten Menschen begrüßen können – Spaß ist nach dem Motto „Endlich anders anders sein!“ garantiert.

Und hoffentlich gehen alle Kinder nach Hause mit der Entscheidung:

Jeder ist ganz besonders und hat etwas, das für ihn typisch ist und ihn einzigartig macht. Alle sind nämlich anders anders.

Prima, hier gibt es also schon eine Respektkampagne in Berlin für die Kleinsten.

Christa D. Schäfer