„Mittlerweile müssen Polizeibeamte überall damit rechnen, angegriffen zu werden.“ – so Bodo Pfalzgraf von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im September 2009 haben sich beispielsweise in dem eher bürgerlichen Bezirk Mariendorf 60 Migranten zusammengetan, um 30 Polizeibeamten zu bedrängen. Am 23.10.09 haben zwei 14- und 16jährige Jugendliche versucht einen Freund zu befreien, der zuvor Scheiben in einer U-Bahn zerkratzt hat und von einem Polizisten festgenommen wurde. Laut Angaben im Tagesspiegel, wehrte der Kriminalpolizist den Angriff ab, verhinderte die Befreiung und nahm mit Unterstützung der eintreffenden Funkwagenbesatzung auch die beiden Freunde des Scheibenkratzers fest.

Statistisch gesehen werden täglich 9 Beamten angegriffen, in Berlin ist die Zahl der verletzten Polizisten im Jahr 2008 auf 924 angestiegen. Manchmal werden dabei per Massen-SMS in Minutenschnelle Leute zusammengerufen, meist Migranten oder Linksautonome (Angaben im Tagesspiegel vom 13.09.09).

Der Kriminologe Christian Pfeiffer mutmaßt, woher diese eindeutige Stimmung gegen Polizisten kommen könnte: „Das ist eindeutig ein berlintypisches Phänomen, in keiner anderen Stadt sind derartige Angriffe so ausgeprägt.“ Er sieht die Ursache für die Angriffe von Migranten in den Nachwirkungen des 11. Septembers: „Viele Migranten, zumeist Islamgläubige, fühlen sich einem großen Misstrauen in der Bevölkerung ausgesetzt, sie igeln sich ein und fühlen sich ausgegrenzt. Uniformierte stellen für sie den Staat dar und damit die Repräsentanten dieser Welt, in der man sie unfair behandelt und ihnen misstraut.“

Da kann man sich doch nur Berliner auf dem Weg zu mehr Respekt wünschen …

Christa D. Schäfer