„Ich schaffs“ hat viel mit der Thematik der Mediation gemeinsam.

Es ist ein Programm, das auf dem lösungsorientierten Ansatz beruht, dass Kinder eigentlich keine Probleme haben, sondern nur Fähigkeiten, die sie erlernen und verbessern können. Kinder und Jugendliche mit Problemen können anhand von 15 aufeinander folgenden Schritten lernen, Schwierigkeiten konstruktiv zu überwinden – seien es Verhaltensprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen, Ängsten oder schlechte Angewohnheiten. Basierend auf Ben Furmans Konzept gibt es dazu zwei fantastische Bücher, mit denen dieser Ansatz zum einen für Kinder und zum anderen für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren aufgearbeitet ist.

Ich schaffs basiert auf der Systemtheorie von Gregory Bateson, nach der Probleme in einem System aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren des Systems resultieren und nicht durch eine einzige Ursache entstehen. Daher können Lösungen auch nur unter Beachtung dieser Faktoren entwickelt werden. Auch die Mediation steht in der systemischen Tradition – manche Ausbildungsinstitute betonen dies, indem sie ihr Angebot systemische Mediation nennen.

Eine Gemeinsamkeit, die diesen Zweig der systemischen Pädagogik mit der Mediation und auch dem Buddy-Projekt eint, ist, dass eine weitere Person als „Helfer“ zu Hilfe geholt wird. Ist es in der Mediation der Mediator und im Buddy-Projekt ein anderer Schüler, so können das beim Ich schaffs durchaus mehrere Personen sein, die zu Helfern und Unterstützern werden. Schwierige Aufgaben, also Probleme und Konflikte, lassen sich am besten bewältigen, wenn uns andere helfen – so die Devise. Und Lösungen findet nur diejenige Person, die das Probleme bzw. den Konflikt besitzt – auch das ist bekannt.

LehrerInnen, SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, HortnerInnen und Eltern finden mit dieser Methode einen Weg, Kinder und Jugendliche in ihren Potentialen zu stärken und den Weg von den vorhandenen Problemen zu den möglichen Fähigkeiten zu lenken. „Mein Sohn lässt immer seine Schultasche mitten im Flur stehen.“ „Mein Schüler ruft immer dazwischen.“ „Diese Schülerin schafft es nicht, ruhig auf ihrem Stuhl zu sitzen.“ „Ich will dieses und jenes Ziel erreichen …“

Probleme über Probleme. Ich schaffs bietet die Förderung sozialer Kompetenzen und die Förderung von Lerninhalten. Eine Kultur der Kooperation und der gegenseitigen Hilfe ist möglich. Auch eine Mediation bietet einen Weg der Veränderung von Konflikten zu kreativen und konstruktiven Lösungen.

Ach ja, und falls Sie jetzt die 15 Schritte im Veränderungsprozess wissen wollen, die sind folgende:
Das Leben als Zeitreise betrachten.
Sich Ziele setzen.
Nach dem Nutzen schauen.
Fähigkeiten erlernen.
Helferinnen und Helfer suchen.
Motto und Symbol finden.
Gründe für Optimismus suchen.
Zuversicht fördern.
Einen Stufenplan erstellen.
Los geht’s.
Ein Logbuch führen.
Sich auf Rückschläge vorbereiten.
Feier und Dank vorbereiten.
Neu erlernte Fähigkeiten weitergeben.
An die Zukunft denken.

Interessiert am Thema Konfliktbearbeitung und Soziales Lernen im Klassenzimmer?

Christa D. Schäfer