die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat sie, die Deutsche Bahn hat sie, die Evangelische Kirche hat sie. Die Interne Mediation ist ein Mediationsbereich, bei der im Unternehmen MediatorInnen zur Konfliktbearbeitung zur Verfügung stehen, die entweder intern ausgebildet wurden oder die bereits eine Mediationsausbildung besaßen und sich dann im Rahmen des Unternehmens zusammen geschlossen haben. Am 8. Februar 2010 hat eine Veranstaltung in den Räumen der DB stattgefunden, bei der die drei Mediationsverantwortlichen der oben genannten Betriebe in Zusammenarbeit mit der Regionalgruppe des Bundesverbandes Mediation e.V. (BM) über die Mediation in Ihren Betrieben berichtet haben.

Die BVG hat bereits 2006 eine erste Ausbildungsgruppe zu MediatorInnen ausgebildet, eine zweite Ausbildung folgte 2009. Damit stehen jetzt 31 MediatorInnen bereit, die Einzelberatungen, Mediationen zwischen zwei Konfliktparteien oder Konfliktmoderationen zwischen Teams durchführen. Die Mediatorin Birgit Rieleit-Schöttner hat wesentlich am Aufbau der Internen Mediation in der BVG mitgewirkt und ist Ansprechpartnerin für das Projekt.

Birgit Gantz-Rathmann, die Ombudsfrau der Deutschen Bahn, erläutert, dass es bereits an über 10 Standorten in Deutschland interne Mediation bei der DB gibt, obwohl bisher noch keine MediatorInnen im Unternehmen selber ausgebildet wurden. „Medition wird in der deutschen Wirtschaft zunehmend als zielführendes Konfliktlösungsinstrument eingesetzt – sowohl innerbetrieblich, als auch extern“, so ihre Worte.

Ja, und die Mediationsbeauftragte der Evangelische Schulen, Frau Dr. Dagmar Rohnstock, berichtet von SchülermediatorInnen in den evangelischen Schulen und den darüber hinaus 70 durch das Amt für kirchliche Dienste ausgebildeten MediatorInnen, die in Gemeinden bei Streitigkeiten zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, in Kirchenkreisen bei der Reduktion von Baubestand, in Teams, zwischen Arbeitgebern und Mitarbeiten und vielen weiteren Beteiligten schlichten.

Im Rahmen eines World-Cafés wurden verschiedene Fragestellungen zur Betriebsinternen Mediation diskutiert. 250 Anmeldungen gab es für diesen vom BM veranstalteten Abend, nur gut 100 Personen konnten teilnehmen, teilweise waren sie aus anderen Städten extra für diesen Abend angereist. Ja, in Zukunft wird es sicherlich in noch mehr Berliner Betrieben Interne Mediation geben.

Einerseits hat die betriebsinterne Mediation viele Chancen, es gibt kurze Wege zur Konfliktschlichtung, die Hemmschwelle zur Verfahrenseinleitung ist nicht so groß, sie ist kostengünstiger als eine externe Alternative usw. Andererseits muss mit den in der Mediation innewohnenden Parametern Freiwilligkeit und Vertraulichkeit sehr vorsichtig umgegangen werden. Seit einiger Zeit gibt es von Elke Schwertfeger eine Masterarbeit zum Thema Interne Mediation, allerdings mit einen ernüchternden Fazit. Dort heißt es u.a.: „Interne MediatorInnen haben wenige Chancen in Unternehmen, die nicht über systematische Konfliktmanagementsysteme verfügen. Die internen MediatorInnen werden geduldet, aber ihr Angebot findet wenig Anklang und sie werden von Unternehmensseite kaum aktiv unterstützt.“

Das kennen wir von manchen Schulen in ähnlicher Weise …
Und ich drücke dennoch die Daumen für weitere Betriebe, die die Interne Mediation einführen wollen. Ach ja, interne Mediation wird natürlich auch auf dem BM-Kongress im September diesen Jahres eine wichtige Rolle spielen.

Christa D. Schäfer