Meine ersten beiden Berichte um die Geschichte der „Bandidos“ und der „Hells Angels“ haben hohe Leserzahlen erreicht. Darum möchte ich Sie gerne über die Vorkommnisse in diesem Konflikt auf dem Laufenden halten.

Am 3. März 2010 marschierten 15 Mitglieder der Bandidos in ein Krankenhaus in Berlin Mitte. Unter ihnen war ein 22jähriger, der am Bein blutete. Seine Verletzung des Oberschenkels war durch einen Messerstich hervorgerufen worden.

Da den Klinikmitarbeiter mulmig zumute wurde ob der 15 einmarschierenden Rockern, holten sie sofort die Polizei. Diese durchsuchte die Männer und beschlagnahmten die im Rockermilieu üblichen Waffen: eine Machete, Messer, Quarzhandschuhe, Pfefferspray. Übrigens hatten ja auch die Pokerturnier-Räuber vom Sonntag eine Machete dabei – ist diese Waffe jetzt wieder modern geworden?

Der verletzte Bandidos schwieg zu den Fragen der Polizei, das ist ehernes Gesetz in der Szene. Ja, und so weiß die Polizei nicht, woher die Verletzung stammt und was dieser vorausgegangen ist.

Die Polizei in Berlin und Brandenburg setzt die Szene mit verstärkten Kontrollen unter Druck und bleibt präsent. Im Jahr 2009 wurden in Brandenburg 39 Straftaten verübt, die durch die Mitgliedschaft in einem Motorradclub motiviert waren, 2008 waren es nur 10 Straftaten.

Am 9. März rief eine Frau aus der Weddinger Provinzstraße die Polizei, weil sie bei zwei Rockern vor dem dortigen Rockerclub der Bandidos eine Waffe gesehen habe. Die Bandidos zeigten sich kooperativ und das anrückende Sondereinsatzkommando der Polizei durchsuchte die Vereinsräume. Sie fanden zunächst nur Hieb- und Stichwaffen, dann aber auch noch anderes. 11 Rocker wurden vorläufig wegen Verstößen gegen das Waffengesetz festgenommen.

Ich hoffe, dass kein Teil 4 mehr folgt,
bin da aber gar nicht sicher …
Christa D. Schäfer