Mediation ist … na, das wissen doch sicherlich alle Leser dieses Blogs ?!
Dennoch:

„Mediation ist vermitteltes Verhandeln bei Problemen und Konflikten und löst primär Probleme, sekundär Konflikte.“ (Joseph Duss-von Werdt: Einführung in Mediation, S. 43)

„Supervision ist ein Weiterbildungs-, Beratungs- und Reflexionsverfahren für berufliche Zusammenhänge, in dem sich SupervisorInnen (professionelle BeraterInnen) und SupervisandInnen (professionelle Ratsuchende) begegnen. Stichwörter sind also Weiterbildung, Beratung, Reflexion, hervorgehoben wird der berufliche Zusammenhang.“ (Andrea Ebbecke-Nohlen: Einführung in die systemische Supervision, S. 11)

Während die Mediation u.a. die Klärung eines Konfliktes zum Ziel hat und eine win-win-Lösung für alle beteiligten Konfliktparteien anstrebt, sind die Ziele von Supervision:

  • „Erweiterung oder Vertiefung persönlicher Erkenntnisse über eigene Möglichkeiten und Grenzen, über Einstellungen und Werthaltungen
  • Veränderungen des eigenen Verhaltens
  • Verbesserung des Wissens über soziale und institutionelle Rahmenbedingungen für das berufliche Handeln
  • Erweiterung oder Vertiefung der sozialen Handlungskompetenz und der praktischen Fertigkeiten
  • Verbesserung der Praxistätigkeit im jeweiligen Aufgabenfeld
  • Multiplikation des erlernten beruflichen Know-how“
    (ebenda, S. 13)

Sowohl Mediator, als auch systemischer Supervisor haben allparteilich zu sein. Das heißt, dass sowohl den MediandInnen als auch den SupervisandInnen vom Mediator bzw. Supervisor keine fertige Lösung angeboten werden darf. Vielmehr ist es ihnen durch Fragen zu ermöglichen, selbst passende Lösungen zu finden. Zum Thema Fragen gab es ja erst kürzlich einen wunderbaren und gern gelesenen Artikel in diesem Blog.

Der Begriff der Allparteilichkeit hat heutzutage den Begriff der Neutralität abgelöst, den ich noch in meiner Mediationsausbildung vor über 15 Jahren gelernt habe.

Allparteilichkeit kann sowohl Neutralität als auch Pluralität bedeuteten. Allparteilichkeit im Sinne einer neutralen Haltung heißt, dass ich als Mediatorin bzw. Supervisorin in einer Auseinandersetzung, die sich innerhalb einer Person oder zwischen zwei Personen abspielt, keine Partei ergreife. Allparteilichkeit im Sinne einer pluralen Haltung meint, dass ich mich gegenüber der einen Seite als auch der anderen Seite gegenüber offen zeige. Allparteilichkeit ist deshalb derzeit so etwas wie ein Überbegriff geworden, der die Begriffe Neutralität und Pluralität einschließt.

Ja, was schon so ein Begriff an Unterschieden für eine Verfahren ausmachen kann. Die Gedanken dazu habe ich übrigens dem von mir schon oben angesprochene Buch „Einführung in die systemische Supervision“ von Andrea Ebbecke-Nohlen entnommen. Dies Buch ist eine wunderbare Einführung in die Methodik der Supervision im Allgemeinen und in die Methodik der systemischen Supervision im Besonderen. Auf 126 Seiten findet der Leser viele nützliche Informationen in einfacher und klarer Form. Für Praktiker ist besonders das letzte Kapitel zu den Methoden systemischer Supervision interessant, das von der Hypothesenbildung über das Zirkuläre Fragen und die Allparteilichkeit hin auch Themen wie Metaphern und Skulpturen berührt.

Systemische Supervision ist wie die Mediation ausgesprochen vielfältig. Es gibt gemeinsame Methoden in beiden Verfahren und sogar eine direkte Kopplung beider Verfahren in dem Angebot der Supervision für MediatorInnen in der Ausbildung bzw. für spezielle Fälle. Ich bin gerade dabei, meine Angebote neu zu schnüren und neben der Supervision für Teams und Einzelpersonen wird dann auch insbesondere die Supervision für MediatorInnen im Paket mit enthalten sein.

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Christa D. Schäfer