Alle Menschen haben Rechte. Auch Kinder und Jugendliche haben Rechte. Dazu gibt es seit 1989 ein weltweit gültiges Grundgesetz: die „Konventionen über die Rechte des Kindes“ der Vereinten Nationen. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat die 10 wichtigsten Kinderrechte zusammen gestellt und setzt sich für deren Durchsetzung ein. Deutschland hat am 5. April 1992 diesem Dokument zugestimmt und sich verpflichtet, die festgelegten Kinderrechte einzuhalten und durch Gesetze und Verordnungen zu verwirklichen.

Lehrer können beispielsweise Tipps und Ideen für einen Projekttag zum Thema Kinderrechte auf der Seite Juniorbotschafter herunterladen.

Die 10 Grundrechte sind:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht.
  2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  3. Das Recht auf Gesundheit.
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung.
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  6. Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln.
  7. Das Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens.
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung.
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause.
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Bei allen Projekten, das Thema Kinderrechte betreffend, ist natürlich jeweils eine große Portion Soziales Lernen drin.

Im Don Bosco Verlag gibt es ganz frisch “Die 50 besten Spiele zu den Kinderrechten“ von Rosemarie Portmann. Zu jedem der 10 Grundrechte findet man dort fünf leicht umzusetzende Spielideen für Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren, die Anlass für eine Sensibilisierung oder eine Diskussion zum Thema Kinderrechte sein können, natürlich aber auch viel Spaß beim Spielen machen …

Stellvertretend für alle anderen Spiele möchte ich hier die neunte Übung: „Eine kleine Freunde“ aus dem Bereich des zweiten Grundrechtes „Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden“ zitieren:

„Die Kinder sollen erfahren, was anderen Kindern gut tut. Dabei sollen sie merken, dass sich die Kinder über unterschiedliche Dinge freuen und wie sie einem Kind eine kleine Freude machen können. Alle Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind wirft einem anderen einen Ball zu und fragt z.B.: „Freust du dich, wenn ich dir meine Lieblings-(Bilder)Buch leihe?“ Sagt das Kind nein, wirft es den Ball zurück und das fragende Kind macht einen neuen Vorschlag. Nimmt das Kind den Vorschlag an, wirft es den Ball einem anderen Kind zu und fragt bspw.: „Freust du dich, wenn ich mit dir Fußball spiele?“ Nach und nach sollen alle Kinder einmal erfreut werden sowie Freude schenken. Die Vorschläge sollen ernst gemeint sein und in eine tatsächliche Freude umgewandelt werden, z.B. bei einem Tag der Freude im Kindergarten oder in der Schule.“

In Berlin erhielten Anfang 2010 die Kinderrecht Verfassungsrang. Das Abgeordnetenhaus stimmte mit den Stimmen von SPD, Linken, CDU und Grünen einer Gesetzesänderung zu. Die Landesverfassung wird damit im Artikel 13 um den Passus ergänzt, dass jedes Kind ein Recht habe „auf Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung“. Dies ist als politische Willensbekundung zu sehen, hat jedoch keine Konsequenzen.

Seit Anfang 2010 leite ich übrigens in Berlin Tiergarten/Süd ein Projekt, das neben der Demokratieerziehung von Kindern und Jugendlichen auch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren fördern will: den KiJuRa Tiergarten. Aktuelle Informationen dazu stets auf dem Blog zum KiJuRa.

Christa D. Schäfer