– so heißt eine Ausstellung, die derzeit in Marseille gezeigt wird.

„It began with a helicopter breakdown in Mali. While I was waiting for the pilot to arrive, I spent an entire day talking with a villager. He told me about this everyday life, his hopes, his fears: his sole ambition was to feed his children. Taking a break from my work for a magazine, I found myself immersed in the most basic of concerns. The way he looked me straight in the eye contained no hint of complaint, demand or resentment. I had come here to work as a landscape photographer … but I had been captivated by his face, his words.“ (Yann Arthus Bertrand)

Das Projekt stammt von dem Fotografen Yann Arthus-Bertrand, den man durch seine Fotos und Fotoausstellungen „Die Welt von oben“ in der Zwischenzeit auch in Deutschland sehr gut kennt. 2003 haben Sibylle d’Orgeval und Baptiste Rouget-Luchaire die Projektarbeiten aufgenommen und 5.600 Interviewporträts in 78 Ländern von 6 Reportern drehen lassen. Ein brasilianer Fischer kam dabei genauso zu Wort wie ein australischer Rechtsanwalt, ein deutscher Künstler, ein Bauer aus Afghanistan und viele viele viele weiter. Alle haben dieselben 40 Fragen beantwortet: Was ist Ihre erste bewusste Erinnerung? Von was haben Sie als Kind geträumt? Was haben Sie von Ihren Eltern gelernt? Was möchten Sie gerne an Ihre Kinder weiter geben? Sind Sie glücklich und wie definieren Sie Glücklichsein? Was würden Sie in Ihrem Leben gerne ändern?

Äußerst interessant sind auch die Fragen zu Emotionen: Was ärgert Sie besonders und warum? Was war die schwierigeste Situation, die Sie in Ihrem Leben meistern mussten und was haben Sie daraus gelernt? Was würde Sie dazu bringen, jemanden umzubringen? Wie definieren Sie Liebe und denken Sie, dass Sie genug Liebe geben und empfangen?

Man muss sich vorstellen, dass es zu jeder der 40 Fragen 5.600 Antworten gibt von Frauen und Männern in 50 verschiedenen Sprachen aus 78 Ländern der Welt. Das ist wunderbar. Wer Menschen liebt, kann stundenlang zuhören und zuschauen. Da herrscht manchmal Verwunderung vor, manchmal Zustimmung oder Staunen. Es gibt Szenen, da möchte man mitweinen oder die Interviewten in den Arm nehmen, und es gibt andere Szenen, da muss man lächeln oder auch bei einigen Antworten richtig lachen.

Auf der englischsprachigen Webseite des Projektes „6 billion others“ kann man einige kurze Beispielsfilme mit Antworten zu Gefühlen wie Angst, Trauer, Ärger und Freude finde.

Über 6 Milliarden Menschen gibt es derzeit auf der Erde.
Wir sind alle unterschiedlich.
Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen und Geschichten.
Ist das nicht wunderbar?

Das Projekt passt so gut auch nach Berlin mit all seinen vielen unterschiedlichen Menschen, die natürlich auch ganz unterschiedliche Erfahrungen, Ansichten und Sichtweisen haben. Da heißt es stets, gut miteinander zu kommunizieren, Dinge auszuhandeln und Toleranz zu zeigen.

Christa D. Schäfer

Wenn Sie schauen wollen, wovor sich Kinder fürchten und was die tollsten Sachen sind, die ihnen passieren, dann finden Sie auch dazu Hinweise hier im blog.