die Mildred-Harnack-Schule, die Gutenberg-Oberschule, die Fritz-Reuter-Schule, die Oberschule am Rathaus und alle weiteren Sekundarschulen und Gymnasien aus Berlin Lichtenberg gemeinsam? Sie haben jetzt BuddYs …

Unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen“ übernehmen Schülerinnen und Schüler jetzt in Projekten und im Unterricht Verantwortung für sich und andere. Solche buddY-Projekte gibt es bisher in den Oberschulen von Niedersachsen, Hessen, Thüringen, in OWL und einigen Schulen Hamburgs. In Berlin gibt es in vielen vielen Grundschulen ebenfalls buddY-Projekte. Die Randow-Grundschule in Berlin Lichtenberg ist im Oktober 2010 sogar buddY-Schule des Monats geworden. An dieser Schule gibt es ein wunderbares Pausenbuddy-Projekt, bei dem die STOPP-Regel eine wichtige Rolle spielt. Im Juni 2010 fand die erste Lichtenberger Kinderkonferenz statt, bei der sich BuddYs aus den Grundschulen zu wichtigen Fragestellungen ausgetauscht haben.

Jetzt wurde am 6. Oktober 2010 eine Projektvereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Bezirksamt Lichtenberg, der Regionalen Fortbildung Lichtenberg, dem Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg, den teilnehmenden Projektschulen der Region und dem buddY e.V. geschlossen. Damit ist der Startschuss für die Lichtenberger Oberschulen gefallen. Da ich die Lichtenberger LehrerInnen und SozialpädagogInnen über ein Jahr lang vorbereitet, trainiert und gecoacht habe, weiß ich schon jetzt ein wenig über die gestarteten und zukünftigen buddy-Projekte.

Es werden viele Klassenräte an den Lichtenberger Oberschulen entstehen, ältere Schüler werden sich im Sinne von Patenschaften um jüngere Schüler kümmern, Pausenbuddys werden auf dem Schulhof für Ordnung sorgen … Am Ende der Feierstunde hat sich die Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich mit einigen Buddys unterhalten und in Erfahrung gebracht, was deren Aufgabe an den Schule bereits ist und zukünftig werden wird.

Rainer Bäth vom Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg und Dr. Wolfgang Steininger von der Schulpsychologie Lichtenberg werden die Projekte weiter begleiten, und ich werde sicherlich die Gelegenheit haben, an dieser Stelle von einigen interessanten und spannenden Projekten berichten zu können.

Das Projekt der Randow-Grundschule soll bereits hier noch einmal genauer erläutert werden. 2009 nahm das ganze Kollegium der Grundschule an einer Fortbildung zum Thema „Stopp-Regel“ teil. Die Stopp-Regel zeigt dem Gegenüber, dass man nicht mehr möchte – sei es im Spaß oder im Ernst. Die Kinder der Schule haben danach den Umgang mit der Stopp-Regel gelernt.

Im täglichenUmgang miteinander entstehen nun Sätze wie: „Stopp, ich möchte nicht, dass du mich ärgerst.“ oder „Stopp, lass bitte meine Freundin in Ruhe.“ oder „Stopp, ich möchte, dass du aufhörst mich zu beleidigen.“ oder oder oder

Die Einführung der Stopp-Regel ist ein Mittel zur Gewaltprävention an der Schule. Nicht nur Grundschulen, sondern auch viele Hauptschulen haben deutschlandweit bisher die Stopp-Regel im Klassen- oder Schulkontext eingeführt. Die Idee der Einführung der Stopp-Regel geht auf das Buch „Bei STOPP ist Schluss. Regeln und Werte vermitteln“ (Thomas Grüner und Franz Hilt) aus dem AOL-Verlag zurück.

An der Randow-Grundschule gibt es zusätzlich zur Stopp-Regel die BuddYs, die auf dem Schulhof unterwegs sind und darauf achten, dass die Stopp-Regel eingehalten wird. Sie helfen den Kindern, die sich streiten, auch dabei, eigene Lösungen zu finden, um sich wieder zu vertragen.

Übrigens gibt es einen wunderbaren Film zur Stopp-Regel, der an der Anne-Frank-Grundschule in Berlin Mitte gedreht wurde.

Wäre nicht die Stopp-Regel auch was für Ihre Schule?
fragt Christa Schäfer