Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Gute Schule gibt’s auch in Berlin !!

Deutscher Schulpreis 2011

Den Deutschen Schulpreis gibt es seit 2006. Er zeichnet jährlich seit die besten deutschen Schulen aus und wird von der Robert-Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung sowie dem Magazin stern und der ARD verleihen.

Es gibt sechs Qualitätsbereiche, in denen die teilnehmenden Schulen beurteilt werden:

Leistung
Schulen, die – gemessen an ihrer Ausgangslage – besondere Schülerleistung in den Kernfächern (Mathematik, Sprachen, Naturwissenschaften), im künstlerischen Bereich (z.B. Theater, Kunst, Musik oder Tanz), im Sport oder in anderen wichtigen Bereichen (z.B. Projektarbeit, Wettbewerbe) erzielen.

Umgang mit Vielfalt
Schulen, die Mittel und Wege gefunden haben, um produktiv mit den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen, Interessen und Leistungsmöglichkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler umzugehen, mit kultureller und nationaler Herkunft, Bildungshintergrund der Familie, Geschlecht; Schulen, die wirksam zum Ausgleich von Benachteiligungen beitragen; Schulen, die das individuelle Lernen planvoll und kontinuierlich fördern.

Unterrichtsqualität
Schulen, die dafür sorgen, dass die Schüler ihr Lernen selbst in die Hand nehmen; Schulen, die ein verständnisintensives und praxisorientiertes Lernen auch an außerschulischen Lernorten ermöglichen; Schulen, die den Unterricht und die Arbeit von Lehrern mit Hilfe neuer Erkenntnisse kontinuierlich verbessern.

Verantwortung
Schulen, in denen achtungsvoller Umgang miteinander, gewaltfreie Konfliktlösung und der sorgsame Umgang mit Sachen nicht nur postuliert, sondern gemeinsam vertreten und im Alltag verwirklicht werden; Schulen, die Mitwirkung und demokratisches Engagement, Eigeninitiative und Gemeinsinn im Unterricht, in der Schule und über die Schule hinaus tatsächlich fordern und umsetzen.

Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner
Schulen mit einem guten Klima und anregungsreichen Schulleben; Schulen, in die Schüler, Lehrer und Eltern gern gehen; Schulen, die pädagogisch fruchtbare Beziehungen zu außerschulischen Personen und Institutionen sowie zur Öffentlichkeit pflegen.

Schule als lernende Institution
Schulen, die neue und ergebnisorientierte Formen der Zusammenarbeit des Kollegiums, der Führung und des demokratischen Managements praktizieren und die Motivation und Professionalität ihrer Lehrer planvoll fördern; Schulen, die in der Bewältigung der Stofffülle, der Verbesserung des Lehrplans, der Organisation und Evaluation des Schulgeschehens eigene Aufgaben für sich erkennen und daran selbständig und nachhaltig arbeiten.

Quelle: Auswahlkriterien für die Schulen

15 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden für den Deutschen Schulpreis nominiert, sieben davon wurden beim Deutschen Schulpreis im Juni 2011 ausgezeichnet. Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule aus Göttingen, eine Integrierte Gesamtschule wurde Hauptpreisträger des Preises, Bundespräsident Christian Wulff hat den Preis überreicht.

Die Heinz-Brandt-Schule aus Berlin-Weißensee hat den „Preis der Akademie“ erhalten. Auch diese Schule ist eine integrierte Sekundarschule. In dieser Schule hilft man sich – so steht es im Schulportrait – hier gibt es Lernbüros, persönliche Logbücher und individualisierten Unterricht. Wunderbar!!!

Gute Schulen in Berlin zum Stichwort „Individualisierung“

Aber es gibt natürlich noch mehr gute Schulen in und um Berlin. Unter dem Stichwort „Individualisierung – das Geheimnis guter Schulen“ werden einige davon in einer Filmdokumentation durch Reinhard Kahl vorgestellt. In einem booklet und in 25 Filmclips gibt es „gute Schulen“ hautpsächlich aus Skandinavien, der Schweiz, Finnland und aus Deutschland zu sehen.

Schule in der Großstadt, so heißt der 22. Filmclip. Man sieht Bilder aus der Spreewald-Grundschule (Berlin-Schöneberg). Hier hat das Theaterprofil der Schule dazu beigetragen, dass Schule wieder gelingt. Theater wird an dieser Schule zum Hauptfach für Sprache und das Leben. Kinder dieser Schule lernen, sich zu exponieren, sich zu zeigen und gesehen zu werden. Das ist eine gute Schulung für das Leben …

Die Erika-Mann Grundschule (Berlin-Wedding) hat ein wunderbares Schulgebäude, das von Architekturstudenten zusammen mit den Kindern der Schule zusammen geplant und gebaut wurde. Im Treppenhaus der Erika-Mann Schule sind Harfen gespannt, es gibt Höhlen auf den Gängen und Arbeitsplätze für individualisiertes Lernen. Vor einigen Jahren habe ich an dieser Schule ein Projekt gemacht und es war wundervoll zu hören, wenn Kinder vorsichtig oder weniger vorsichtig die Harfen angeschlagen haben …

Im Bereich der Oberschule wird die Ferdinand-Freiligrath-Schule (Berlin-Kreuzberg) vorgestellt. Das war vor einigen Jahren eine Schule, an der es viel Gewalt gab. Irgendwann hat die Schule „Dritte“ geholt, also „außerschulische Personen“, die mit den SchülerInnen Projekte machen. Andrej Patler, ehemaliger Nationaltrainer der polnischen Turner, war beispielsweise an der Schule und hat mit den Schülern Akrobatik gemacht. Mithilfe der „Dritten“ – Künstlern, Sportlern, Handwerkern und anderen – hat sich die Berliner Schule zu einer beliebten Schule weiter entwickelt.

Der Montessori-Gesamtschule (Potsdam) werden gleich zwei Filmclips gewidmet. Für diese Schule ziehen sogar Berliner Eltern nach Potsdam, um ihr Kind dort unterbringen zu können. „Schüler dürfen nicht beschämt werden“, sagt Ulrike Kegler, die Schulleiterin der Montessori-Gesamtschule. „Wir müssen erst mal eine respektvolle Lernumgebung schaffen, sonst können sie gar nichts lernen.“ Und diese Lernumgebung gibt es tatsächlich an dieser Potsdamer Schule. Da wird sogar die Inklusion vorgelebt, die im Moment in Berliner Schulkreisen das große neue Stichwort ist. „Wir brauchen Kinder und Jugendliche, die gehandicapt sind, weil wir alle mit ihnen lernen, dass jeder Mensch wirklich anders ist“, so die Schulleiterin. Und was besonders interessant ist: Untersuchungen an der Schule haben ergeben, dass zwar alle Kinder und Jugendliche von diesem Inklusionsmodell profitieren, am meisten jedoch die leistungsstarken SchülerInnen.

Damit hat Reinhard Kahl wieder eine wunderbare Dokumention geschaffen, von der viele Schulen, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen lernen können. Meine Empfehlung: „Individualisierung – das Geheinmis guter Schulen“ unbedingt anschauen, Anregungen holen, darüber nachdenken und einige Hinweise gleich zum neuen Schuljahr umsetzen !!!

Das Archiv der Zukunft sammelt und verbreitet übrigens Bilder des Gelingens rund um das Thema Lernen. Die Publikationsreihe „Archiv der Zukunft“ wurde mit dem Film „Treibhäuser der Zukunft – Wie in Deutschland Schulen gelingen“ eröffnet, der in der Zwischenzeit einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Im Oktober gibt’s den nächsten Kongress „Arche Nova – Die Bildung kultivieren!“ vom Archiv der Zukunft in Bregenz am Bodensee.

Christa D. Schäfer

PS: Eine Geschichte zur absoluten Notwendigkeit von Individualisierung des Unterrichts in einer Tierschule finden Sie übrigens auch hier im blog – im Artikel der letzten Woche oder indem Sie hier klicken …

Zurück

Die Schule der Tiere

Weiter

Gewalt und Mobbing an Schulen – Möglichkeiten der Prävention und Intervention

  1. Berlin hat gute Schulen, dass kann ich bestätigen. Den Schulpreis haben sie sich verdient

    grüße
    sabine

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén