Es ist November und an manchen Tagen schon richtig kalt.
Da freut man sich mit einem Tee im Warmen zu sitzen; an Freibäder denkt man eigentlich nicht. Dennoch möchte ich im Abschluss an die Freibadsaison über „Cool am Pool“ berichten – ein Berliner Streitschlichterprojekt, das dieses Jahr mit großem Erfolg in verschiedenen Freibädern durchgeführt wurde.

2010 schrieb ich in diesem blog über eine Anhäufung von Streitigkeiten in Berliner Sommerbädern. Das ist natürlich nicht nur mir aufgefallen, sondern hat in der gesamten Berliner Presselandschaft für Wirbel gesorgt. Daraufhin sind die Berliner Bäder-Betriebe mit der Polizei und der Gesellschft für Sport und Jugendsozialarbeit (GSJ) eine Kooperation eingegangen, sie haben das Projekt Cool am Pool gegründet.

Junge Männer mit und ohne Migrationshintergrund wurden ausgebildet, um in Sommerbädern im Streitfall deeskalierend wirken zu können. Um das zu bewältigen, haben die Teilnehmer verschiedene Kurse absolviert: Erste Hilfe, Schwimmtraining, Kommunikationstraining, Argumentations- und Situationstraining … In Zweierteams haben sie anschließend „Dienst“ in den Schwimmbädern übernommen. Weder war ihre Rolle die von Ersatz-Schwimmmeistern, noch haben sie Aufgaben der Sicherheitskräfte übernommen. Vielmehr haben sie durch Kommunikation und sicherlich auch das ein oder andere Tool aus dem Konfliktmanagement präventiv gewirkt.

Und was soll man sagen: Es gab dieses Jahr keinen hoch eskalierten, großen ernsthaften Streit in den Sommerbädern, die vom „Cool am Pool“ betreut wurden – was natürlich auch am Sommer liegen kann, wie „böse Zungen“ behaupten.

Damit ist Cool am Pool neben dem Projekt Kiezväter ein weiteres Projekt in Berlin Neukölln, das Deeskalation im Konfliktfall anbietet. Eine super Sache !!

Übrigens muss jetzt, wo die Wachschützer aus den Neuköllner Schulen zurückgezogen werden, auch in den Schulen die Prävention wieder „groß geschrieben werden“ …

Christa D. Schäfer