Ich gehe durch die Straßen Berlins. Es ist derzeit bitter kalt. Ein kleines Mädchen kommt mir entgegen. Sie ist dick eingemummelt, trägt Mantel, Schal und Mütze. Im Vorbeigehen lächelt sie mich an. Ich lächle zurück. Lächeln ist ansteckend.

Meist ist es schon passiert, bevor wir beginnen konnten, darüber nachzudenken: Unwillkürlich hat man ein charmantes Lächeln erwidert. Es gibt Dinge, die einen Menschen schneller wehrlos machen können als alle Gewalt. Der Alltag ist voll von spontanen Resonanzphänomenen dieser Art … (Joachim Bauer: Warum ich fühle, was du fühlst. Inutuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneuronen. München: Heyne 2006. S. 7)

An der East Side Gallery in Berlin gibt es Kunst, die nachdenklich macht, berührt und ansteckt. Vorallem die gemalte Gesichter von Thierry Noir, einem französischstämmigen, seit 1982 in Berlin lebenden Künstler haben es mir angetan.

Mit seinen rundlichen glubschäugigen Köpfen, meist gemalt in ungebrochenen klaren Farben, prägte Noir das Bild der Mauer auf der Westseite. Noir malt seine Bilder stets minimalistisch farbenfroh. Typisch sind für Noir bunte Köpfe im Profil mit hervorstehender Nase, schwellenden Lippen, Kulleraugen und rundem Schädel. Und wenn man genau hinschaut, so kann man natürlich sehen, dass die Gesichter Gefühle ausdrücken.

Welche Gefühle erkennen SIE in den folgenden Bildern?



 

Interessant sind übrigens auch die über 150 Fotos von Thierry Noir auf seiner Webseite, die sein Gesicht in den unterschiedlichsten Emotionen zeigen (Fotos -> Tierry).

Und sehenswert sind auch die Gesichter aus Sand, die an wärmere Zeiten erinnern … Oder die Befos, die sogar einzelne Sätze sagen können …

Viel Spaß beim Gesichter schauen
wünscht Christa D. Schäfer