Alle Menschen haben gleiche, universelle, unteilbare und unveräußerliche Rechte. So steht es in den Menschenrechten, die die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) 1948 beschlossen hat. In diesen Rechten wurde jedoch nicht bedacht, dass Kinder besonderen Schutz und besondere Rechte benötigen. Darum wurde 1959 eine Erklärung der Kinderrechte aufgeschrieben, die schließlich 1990 als UN Kinderrechtskonvention angenommen wurde und inzwischen von 193 Staaten anerkannt ist. Deutschlands Zustimmung jährt sich am Gründonnerstag zum zwanzigsten Mal.

Unabhängig von diesem Jubiläum ist Ende des letzten Jahres auf Initiative des Kinder- und Jugendrates (KiJuRa) Tiergarten Süd in Kooperation mit der DeGeDe ein kleines Heft entstanden, das die wichtigsten Kinderrechte zusammenfasst. Die begleitenden Bilder unterstützen die knapp gehaltenen Gesetzestexte und laden Kinder wie Erwachsene zu Gesprächen und Diskussionen ein. Eine weitere Besonderheit ist die Übersetzung der ausgewählten Paragraphen ins Türkische und Arabische. Immerhin gibt es im Moment ca. 200.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit Migrationshintergrund in Berlin. Das entspricht etwa 43% aller Kinder und Jugendlicher in Berlin. Der größte Teil dieser Kinder hat dabei einen türkischen oder arabischsprachigen Hintergrund. Eine gute Entscheidung also die Kinderrechte in unserer Stadt dreisprachig zu verbreiten.

Kinderrechte gelten für alle Kinder, egal, welche Hautfarbe, Religion oder Sprache sie haben und ob sie Junge oder Mädchen sind.
Die Kinderrechte müssen eingehalten und allgemein bekannt gemacht werden.
(Artikel 2 und 4 der UN-Konvention über die Rechte der Kinder)

Wer die dreisprachige Broschüre zu den Kinderrechten herunterladen möchte, der kann dies hier gerne tun …

In den letzten Wochen hat übrigens die Bundeskanzlerin Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sich über eine Internetplattform zu Zukunftsfragen unseres Landes zu äußern. Der Verein Makista („Macht Kinder stark für Demokratie“) hat im Bereich “Wie wollen wir miteinander lernen” einen Beitrag verfasst. „Kinderrechte und Demokratie müssen von klein auf gelernt und gelebt werden – im besten Interesse der Kinder und unseres Landes.“

Sonja Student, Vorsitzende von Makista, schrieb auf dieser Plattform am 26.03.2012: Seit dem 20.11.1989 ist es amtlich, Kinder haben eigene Rechte als Subjekte ihres Lebens. So steht es in der UN-Kinderrechtskonvention. Deutschland hat die Konvention vor 20 Jahren ratifiziert und sich verpflichtet, sie bekannt zu machen und umzusetzen. Schulen haben dabei eine besondere Verantwortung. Weiter heißt es dort:

Kindergerechte Schulen von Anfang an!
Nur durch eine gemeinsame Initiative von Schulen, Zivilgesellschaft und politisch Verantwortlichen aus Bund und Ländern können die Kinderrechte an den Schulen ankommen. Wir sollten keine weiteren 20 Jahre warten. Dazu brauchen wir Schulnetzwerke für Kinderrechte und Demokratie – bundesweit. Modellschulen laden andere zu praxisnahen Fortbildungen vor Ort ein und zeigen, wie es geht.

Kinder können mehr!
Kinder und Jugendliche haben eine aktive Rolle bei der Verbreitung der Kinderrechte: als JuniorBotschafter, Streitschlichter, in Klassenräten und anderen Verantwortungsprojekten. Gewürdigt wird das Engagement von SchülerInnen, Schulen und Kinder- und Jugendgruppen bei der jährlichen Aktion UNICEF-JuniorBotschafter für Kinderrechte.

Demokratietage in allen Bundesländern!
Bundesweit sollten jährliche Demokratietage unter Schirmherrschaft der MinisterpräsidentInnen stattfinden – wie in Rheinland-Pfalz. Sie dienen der Vernetzung und Information aller für Kinderrechte und Demokratie aktiven Kräfte. Sie tragen dazu bei, Demokratie als Staats-, Gesellschafts- und Lebensform in den Köpfen und Herzen der BürgerInnen zu verankern.

Wenn Sie diesen Beitrag unterstützen wollen, dann voten Sie bitte hier für die Kinderrechte …

Und falls Sie mehr zu den Kinderrechten lesen wollen, dann gibt’s dazu einen Beitrag von 2010 hier im blog …

Dominik Mühe