MediatorInnen benötigen von Zeit zu Zeit Supervision, um einen Fall gut (bzw. besser) bearbeiten zu können. Manche MediatorInnen nutzen auch ein Coaching, um Entscheidungen für ihren Beruf (beispielsweise zum Berufsfeld) besser treffen zu können. Und natürlich können MediatorInnen auch selber Mediation bei Kolleginnen und Kollegen in Anspruch nehmen, um Konflikte zu klären.

Was ist eigentlich das Trennende und Verbindende zwischen den Formaten Mediation, Supervision und Coaching? Hiernach gefragt erkläre ich natürlich gerne den Sachverhalt und empfehle zudem ein Buch, das sich dieser Thematik widmet. Es stammt von Annegret Böhmer und Doris Klappenbach und trägt den Titel „Mit Humor und Eleganz. Supervision und Coaching in Organisationen und Institutionen.“

Mediation
Die Grundgedanken der Mediation haben eine Jahrhunderte lange Tradition. Die vier wichtigsten Elemente sind das Hinzuziehen eines vermittelnden unparteiischen Dritten, der Einbezug aller Konfliktparteien, die außergerichtliche Ebene und die Freiwilligkeit sowohl des Verfahrens als auch der Annahme des Ergebnisses. Diese Grundelemente kann man in zahlreichen Vorläufern und Varianten der Konfliktvermittlung in vielen Ländern, Kulturen und Zeiten finden. (Böhmer, Klappenbach 2007, S. 24)

Supervision
Supervision ist eine Beratungsform, die sich zuerst in der Sozialarbeit entwickelt hat und heute zur Qualitätssicherung in allen sozialen, pädagogischen und Gesundheitsberufen gehört. … Supervision kann sowohl selbsterfahrungsbezogene Elemente enthalten als auch die strukturbezogenen Elemente der Organisationsberatung. … Supervision soll ein emanzipatorisches Potenzial für die Arbeitnehmerinnen in einer Organisation darstellen. Sie soll Freiräume zum Atmen für das Individuum im Arbeitprozess einer Institution ermöglichen. … Supervision ist dafür da, die berufliche Arbeit mit anderen Menschen zu reflektieren. (ebenda, S. 23 f.)

Coaching
Das Wort Coaching ist für berufliche Beratung recht neu. … Die Abgrenzung zur Supervision ist unscharf. Sie besteht vor allem darin, dass der Begriff Coaching als Beratung für Leitungshandeln üblich ist und dass Coaching grundsätzlich ziel- und leistungsorientiert arbeitet, während es Formen von Supervision gibt, die sehr viel Selbsterfahrung und Selbstreflexion beinhalten. Coaching ist vom Beratungsanlass identisch mit Leitungssupervision. (ebenda, S. 25)

Annegret Böhmer und Doris Klappenbach haben die professionellen Handwerkszeuge der beruflichen Beratung unter die vier Überschriften Lebensgeschichte, System, Konflikt und Ziel geordnet. Sowohl die oben vorgestellten Beratungsfomate als auch weitere Formate professioneller Kommunikation (Seelsorge, Psychotherapie …) befinden sich im Spannungsfeld dieser vier Überschriften. Vereinfacht könnte man sagen, dass sich die Mediation hauptsächlich der Überschrift Konflikt zuwendet, die Supervision sich zwischen Lebensgeschichte und System bewegt, das Coaching eindeutig in Bezug zur Überschrift Ziel steht. Natürlich sind neben diesen Hauptüberschriften stets auch andere Überschriften zu finden – mitunter gibt es sogar eine Schnittmenge zwischen den Beratungsformaten.

Gemeinsam ist heutzutage allen Beratungsformaten eine besondere Haltung, mit der Professionelle ihren Medianden / Supervisanden / Coachees begegnen. Auf der Grundlage des Kostruktivismus sind sie der Auffassung, dass sich jeder Mensch aufgrund seiner Lebensgeschichte seine eigene innere „Landkarte“ aufgebaut hat. Der moderne Begriff der Ressourcenorientierung grenzt das Ziel der Beratung gegen eine früher meist betonte Defizitorientierung ab. Mit der Personenzentrierung ist hautpsächlich die auf Carl Rogers zurückgehende Methode der nondirektiven Gesprächsführung gemeint. Natürlich gibt es auch Kommunikationbausteine, die diese drei Formate verbinden, aber dazu demnächst ein eigener Artikel.

Natürlich sind diesem Buch aus dem Junfermann Verlag nicht nur Begriffsdefinitionen zu entnehmen. Vielmehr erhält man eine große Menge von Informationen zu den Themen Supervision und Coaching als Beratungsangebote in Organisationen und Institutionen. Die Informationen bilden eine große Bandbreite an Themen ab und sind kurzweilig zusammengestellt. Da beide Autorinnen Religionspädagoginnen sind, enthält das Buch zudem ein Kapitel zu den beiden Beratungsformaten Supervision und Coaching im Umfeld der evangelischen Kirche.

Wussten Sie, dass die Evangelische Kirche Interne Mediation anbietet?!

Kennen Sie das Buch zur Mediative Kommunikation von Doris Klappenbach?

Christa D. Schäfer