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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Zeitmanagement und Selbstorganisation für MediatorInnen

Wir haben nicht zu wenig Zeit,
aber wir verschwenden zu viel davon.
Auch zur Vollbringung der größten Dinge
ist das Leben lang genug,
wenn es nur gut angewendet wird.
(Seneca: Von der Kürze des Lebens)

Wenn man als junge MediatorIn (man könnte auch sagen SupervisorIn oder BeraterIn oder …) im Beruf anfängt, so hat man meist noch viel Zeit um Prozesse und Strukturen zu durchdenken. Wenn man etwas länger dabei ist, wird die Zeit schon knapper. Einerseits ist es wunderbar, viele Aufträge zu haben, andererseits muss man stets schauen wie man in einer fest bemessenen Zeit die Aufträge abarbeiten kann.

Dann wird Zeitmanagement und Selbstorganisation ein großes Thema. Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über das Buch “Wie managen MediatorInnen sich selbst? Im Spannungsfeld innerer und äußerer Konflikte“ berichtet. Heute möchte ich ein Buch aus dem Umfeld von Wissenschaft empfehlen, das viele Methoden des Projekt-, Zeit- und Selbstmanagements, der Stressprävention und Motivationssteigerung, Lebensplanung und Selbstentwicklung vorstellt. Diese Bandbreite im Buch ist wirklich unglaublich, und so weiß ich, dass auch MediatorInnen viel aus diesem Buch mitnehmen können. Das Buch ist übrigens von Andrea Tschirf und Markus Riedenauer, es heißt „Zeitmanagement und Selbstorganisation in der Wissenschaft“ und stammt aus dem facultas Verlag. Eine Leseprobe online finden Sie hier …

MediatorInnen haben eine Menge zu organisieren, mehr als sich frisch ausgebildete Mediatorinnen und Mediatoren vorstellen können. Viele MediatorInnen arbeiten in der Anfangszeit ihrer Tätigkeit in ihrem Ursprungsberuf weiter und beginnen stundenweise oder halbzeit mit ihrer Arbeit als MediatorIn. Die meisten MediatorInnen sind freiberuflich tätig, nur sehr sehr wenige kommen in einem Konzern oder einer Wohnungsbaugesellschaft unter. Bei der Vorbereitung einer Freiberuflichkeit ist es notwendig, sich zunächst Ziele zu setzen und zu überlegen, „wie man sich aufstellt“, also welche Angebote man anbieten kann. Dann ist zu überdenken, welches Design man für seine PR wählt, in welchem Rahmen man seine Dienste anbietet usw. Bald kommen die ersten Fälle. Ist das alles gut gelungen, ist der erste große Schritt zur Freiberuflichkeit getan.

In dem oben genannten Buch kann man übrigens nachschauen, wie Ziele gut formuliert werden. Vielleicht kennt der ein oder die andere bereits die SMART-Formel für die Zielformulierung? S = spezifisch, M = messbar, A = aktiv, R = realistisch, T = terminiert.

Spezifisch setzt voraus, dass das Ziel konkrete Kriterien enthält, die seine Erreichung beschreiben. … Messbar betrifft das Kriterium, an dem Sie erkennen werden, ob Sie Ihr Ziel erreicht haben. … Aktiv betrifft alles Tun, das in Ihrem Einflussbereich steht, um das Ziel zu erreichen. … Realistisch meint Orientierung an der (Lebens-)Situation und den Fakten, wie sie eben sind. … Terminiert meint, dass Ziele ein exaktes Datum für Beginn, Teiletappen und Ende brauchen.“ (Riedenauer, Tschirf, S. 115f)

Ein Ziel für junge Mediatoren könnte beispielsweise lauten: „Ich möchte in 2013 mindestens zehn Paarmediationen in meinen eigenen Mediationsräumen durchführen. Nach Beendigung jeder Mediation werde ich eine vollständige Protokollführung vornehmen und die wichtigsten Interventionen sowie deren Auswirkungen auf je 2 DIN A4-Seiten dokumentieren.“

Natürlich ist diese Formel auch für Supervisions- und Coachingsitzungen nützlich, denn auch dortige Ziele sollten unbedingt der SMART-Formel genügen. Und schließlich kann die SMART-Formel auch für Mediationsabschlüsse nützlich sein, gerade in Teammediationen ist die Lösungsformulierung per SMART-Formel eine gute Sache …

Was ist Ihr derzeitiges Ziel in Bezug auf das Thema Mediation?

Christa D. Schäfer

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4 Comments

  1. Berthild Lorenz

    Sie fragen: “Was ist Ihr derzeitiges Ziel in Bezug auf das Thema Mediation?”
    Nix mehr, ich habe aufgegeben…

  2. Hallo Frau Lorenz,

    ich erlebt Sie als überzeugte Mediatorin mit einem hohen Anspruch.
    Andererseits habe ich natürlich verfolgt, dass Sie mit Vielem unzufrieden sind.

    Bitte geben Sie nicht auf !!

    Da muss doch was zu machen sein …
    Christa Schäfer

  3. L.B.

    Hallo, Frau Lorenz,

    das hört sich resigniert und traurig an.
    Ich schließe mich Frau Schäfer an: Bitte geben Sie nicht auf – steter Tropfen höhlt den Stein.

    Ich wünsche Ihnen Kraft und Durchhaltevermögen.

    Viele Grüße
    Luisa

  4. Berthild Lorenz

    Danke!

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