Das ist die Abkürzung für Gewaltfreie Kommunikation. Ich habe viele Gruppen in der Gewaltfreien Kommunikation trainiert, bisher allerdings noch nicht in diesem Blog darüber geschrieben. Das wird sich mit diesem Artikel ändern …

Die Gewaltfreie Kommunikation ist für die Einen eine Lebenshaltung, für die Anderen ein Handwerkszeug zum Führen von Gesprächen. Jedenfalls wurde sie von Marshall Rosenberg auf der Grundlage der klientenzentrierten Gesprächstherapie Carl Rogers in den 1960er Jahren entwickelt. Heute ist die GfK im Rahmen vieler Mediationsausbildungen wichtig geworden. Zudem gibt es für den Schulbereich die Begrifflichkeiten der Wolfs- bzw. Giraffensprache. Während die Wolfssprache die Sprache meint, die durch Vorwürfe, moralische Urteile, Gemeinheiten und Lebensentfremdung steht, steht der Begriff der Giraffensprache für die Sprache, die dazu befähigt, Verantwortung für die eigenen Anliegen zu übernehmen.

Marshall Rosenberg hat mehrere Bücher zur Gewaltfreien Kommunikation verfasst, sie wurden bereits vor langer Zeit ins Deutsche übersetzt und sind im Junfermann Verlag erschienen. Ingrid Holler hat ein wunderbares Übungsbuch zur Gewaltfreien Kommunikation geschrieben und eine KonfliktKiste mit vielen praktischen Übungskarten verfasst.

Die Gewaltfreie Kommunikation kurz und knapp zu erklären ist nicht so einfach. Der Aufbau einer wertschätzenden Beziehung ist das oberste Ziel der GfK. Dabei ist nach Rosenberg die Empathie eine wichtige Voraussetzung. Empathie meint in diesem Zusammenhang einfühlendes Verstehen und ist auf Gefühle und Bedürfnisse gerichtet, die hinter Handlungen und Positionen stehen.

In dem Taschenguide zur Gewaltfreien Kommunikation von Andreas Basu aus dem Haufe Verlag steht kurz und knapp, was Sie mit der GfK lernen können:

Auf den Punkt zu kommen und an Fakten orientiert, leidenschaftlich, aber fair zu streiten. Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne andere zu beschuldigen, zu bewerten oder zu kritisieren. Bitten klar zu formulieren, ohne anderen zu drohen, sie zu manipulieren oder zu erpressen. Tragfähige Lösungen zu entwickeln, die die Anliegen aller Beteiligten erfüllen, anstatt faule Kompromisse zu schließen, die bald wieder in Frage gestellt werden. Auf integre Art und Weise Einfluss zu nehmen und in Hierarchien auf Augenhöhe Gespräche zu führen. Vorwürfe, Kritik un Forderungen nicht persönlich zu nehmen, sondern die unausgesprochenen Gefühle und Bedürfnisse, die hinter diesen Aussagen stehen, wahrzunehmen. Auf dem Weg zu einer Konfliktlösung weder das eigene Anliegen aufzugeben, noch die Beziehung zu den Mitmenschen aufs Spiel zu setzen.

Das Buch bietet im DIN A6-Format auf knappen 127 Seiten das Wichtigste zum Thema der Gewaltfreien Kommunikation. Wer wenig Zeit hat und sich dennoch einen ersten qualifizierten Überblick zum Thema verschaffen möchte, für den ist das Buch genau das Richtige.

Rosenberg hat die Gewaltfreie Kommunikation in vier Schritten angelegt.
1. Beobachtung statt Bewertung
2. Gefühle statt Gedanken
3. Bedürfnisse statt Strategien
4. Bitten statt Forderungen

Der folgende Satz ist mit Sicherheit kein GfK-Satz: „Du Idiot, jetzt reicht’s mir.“

Umformuliert kann er beispielsweise lauten: „Ich habe gerade gesehen, wie du das letzte Stück Schokolade aus der Packung gegessen hast. Das ärgert mich, denn ich hätte das gerne selber genommen. Kannst du mir morgen bitte eine neue Tafel mitbringen?“

Zugegeben, der Satz ist recht lang. Er zeigt, dass die Sprache der GfK nicht ganz einfach ist. Er klagt nicht an, er zeigt meinem Gegenüber woran mir gelegen ist und er bietet einen Anreiz, warum der Schokoladenesser das nächste Mal fragen sollte. Damit ist er der erste Schritt zu einer gelingenden Konfliktlösung. Schön wäre es, wenn noch mehr Personen als derzeit die Sprache der GfK beherrschen würden …

Christa D. Schäfer