Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Lange überfällig,

dass hier in diesem Blog über das Thema „Methoden in der Mediation“ geschrieben wird. Und lange überfällig ist es auch, dass ich eines der wichtigsten Mediationsbücher diesen Jahres vorstelle. Es handelt sich … um das Buch „Konfliktlösungs-Tools“ aus dem managerSeminare Verlag. Der Herausgeber Peter Knapp hat fast 50 MediatorInnen aus dem deutschsprachigen Raum in diesem Buch versammelt.

Das Buch legt fünf Phasen in der Konfliktbearbeitung zugrunde:
1. Kontakt und Kontrakt
2. Themen festlegen, Sichtweisen der Konfliktparteien
3. Interessen, Gefühle, Bedürfnisse herausarbeiten
4. Handlungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten
5. Vereinbarungen und Überprüfungstermin

Zu jeder dieser Phasen gibt es verschiedene Tools, die in der jeweiligen Phase genutzt werden können. Jede Mediatorin, jeder Mediator hat ein Konfliktlösungs-Tool vorgestellt, und da ist eine ganze Menge zusammen gekommen. Die Liste der Autoren umfasst das „Who’s who‘ der deutschsprachigen Mediatoren-Szene.

In der ersten Phase erfährt man beispielsweise Wissenswertes über die „Konflikt-Partitur“ von Friedrich Glasl, in der zweiten Phase über den „Vorwurf als Chance“ von Carla von Kaldenkerken, in der dritten „Das Glaskugelmodell“ von Doris Klappenbach und Annegret Böhmer, in der vierten „Schenken und Bitten“ von Rudi Ballreich und in der fünften beispielsweise die „therapeutische Praline“ von Nadia Dörlinger-Khashman. Das sind exemplarische einige Titel aus einem Repertoire von sage und schreibe 50 Methoden.

Das Buch ist so aufgebaut, dass nach einer Kurzbeschreibung der entsprechenden Methode der zeitliche Rahmen, die Zielsetzung sowie der mögliche Anlass benannt wird, es folgt eine ausführliche Beschreibung der Methode, technische Hinweise, Quellen und ein Ausblick. Damit sind die Methoden jeweils kurz und knapp, aber ausführlich genug zum Nachahmen vorgestellt. Was will man mehr? 50 Methoden in einem Buch zur Nutzung in den verschiedenen Phasen der Mediation. Das macht das Buch zu einem Muss in der Mediationsszene, oder was sagen Sie?!

Ich habe in dem Buch übrigens über den Einsatz systemischer und zirkulärer Fragen in der Mediation geschrieben. Mit Fragen das Denken verändern, so lautet der Titel.

Fragen stellen, das kann doch jeder …
Aber nicht jede(r) kennt die Bandbreite der Fragearten, die in der Mediation möglich sind.

Lineare Fragen o Offene Fragen o Geschlossene Fragen o Systemische Fragen o Lösungsorientierte Fragen o Problemorientierte Fragen o Zirkuläre Fragen o Triadische Fragen o Klassifikationsfragen o Prozent- oder Skalenfragen o Übereinstimmungsfragen …

Was nutzen Sie gerne für Fragearten?

An der passenden Stelle in der Mediation dann auch noch eine treffende Frage zu stellen, die weiter bringt, auf das Problem zu geht oder von einem Sachverhalt weg geht, die etwas betont oder etwas auftut, die einen Sachverhalt anreißt oder einen vertieft, die eine Beziehung verdeutlicht, die ein Aufeinanderzugehen ermöglicht … Kurz gesagt, an der passenden Stelle eine passende Frage zu stellen, das ist mitunter schon fast eine „Kunst“ …

Wann eigentlich ist eine Frage eine gute Frage?

Christa D. Schäfer

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Ankündigung: 7. Berliner Mediationstag 2013

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Ein rotes Gesicht

  1. Berthild Lorenz

    „Wann ist eigentlich eine Frage eine gute Frage?“ Wenn der Mensch, an den ich die Frage richte, sie als Handreichung erlebt, als etwas was ihm hilft, etwas in seinen Gedanken Verwickeltes entwickeln (entwirren) zu können… Wenn nicht die Alarmlampe „Vorsicht, ein Angrfiff“ angeht, sondern dieses „So hab ich das noch nie gesehen!“ aufleuchtet! Wenn der Gefragte in der Lage ist, meine Frage als „gute Frage!“ zu bewerten…

  2. L.B.

    Guten Morgen zusammen.

    Ist das nicht letztlich auch eine Frage des Vertrauens?
    Wenn ich weiß, der/die andere ist mit mir, dann weiß ich die Fragen auch zu schätzen…und ich glaube, dass es dann auch nichts macht, wenn die Fragen nicht so „perfekt“ sind.

    Ich denke darüber heute weiter nach und komme wieder – ganz bestimmt.

    Viele Grüße aus der Sonne
    Luisa

  3. Hallo Luisa,

    ja, bei dem anderen sein, das ist glaube ich wirklich eine wichtige Sache,
    sonst wirkt die Frage „hohl“ und „aufgesetzt“ und nicht echt …
    Viele Grüße in die Sonne
    von Christa

  4. L.B.

    Guten Morgen.

    Ich habe noch einmal nachgedacht und ich bleibe dabei:
    Ganz bei dem anderen Menschen sein, ihm zuzuhören, ernst zu nehmen, hilft mir, dass sich in meinem Inneren Fragen entwickeln.
    Fragen, die mit ihm zu tun haben, seine zumeist vielleicht noch unsortierten Gedanken aufgreifen und zu einer Frage umzuformulieren, so dass das Gegenüber wirklich nachdenken muss.

    Warumfragen finde ich „unglücklich“. Sie lösen bei mir Verteidigung aus und ich kann mich nicht auf konkrete Überlegungen einlassen.
    Warum? – weil…

    Beim Lesen überlege ich gerade, dass das, was ich schreibe, für Sie hier wahrscheinlich täglich Brot ist.

    Ich lerne noch 😉

    Einen netten Gruß in den Sonn-Tag
    Luisa

  5. Hallo Luisa,

    interessant, dass Sie auf die „Warum-Fragen“ kommen.
    Das ist einer meiner „Standard-Sätze“ in der Ausbildung von MediatorInnen:
    Bitte keine Warum-Fragen stellen, weil die eine Verteidigung auslösen.

    Wer kann schon antworten auf eine Frage wie:
    „Warum hast du das so und so gesagt?“

    Schön, von Ihnen aus Ihrer Perspektive zu hören !!!
    Danke sagt Christa Schäfer

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