Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Feedback mit Feedbackwürfeln

Davon haben Sie wahrscheinlich bisher noch nichts gehört.
Ich auch nicht, bis ich den Katalog „Kommunikations-Tools“ von Peter Köstel erhielt.

Wie Sie wissen – wenn Sie diesen Blog öfter lesen – stöbere ich gerne in frisch erschienenen Büchern und probiere besonders gerne innovative Neuigkeiten für den Bereich zwischen Pädagogik und Mediation aus. Alles was mich in meiner Arbeit als Systemischen Beraterin, Mediatorin oder Trainerin unterstützt, ist herzlich willkommen, und so habe ich auch die Feedbackwürfel entdeckt …

Alle Dozentinnen und Dozenten, Seminarleiterinnen und Seminarleiter, Trainerinnen und Trainer wissen um die Wichtigeit von Feedback. Sie kennen die Feedback-Grundsätze und wenden diese natürlich an (sollten sie jedenfalls) und / oder weisen Ihre Teilnehmer auf die Feedback-Regeln hin. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Feedback zu geben bzw. einzuholen.

Bei jedem Feedback handelt es sich um eine subjektive Wahrnehmung.
Meine Lieblingsfeedbackmethoden sind:

Sandwich-Feedback

Man sage zuerst etwas Postives, schließe dann den Hinweis auf Verbesserungswürdiges an und formuliere zum Schluss wieder etwas Gelungenes. So wie bei einem Sandwich werden die kritischen Punkte zwischen zwei positive Aussagen gepackt.

Bsp im Rahmen eines Mediationstrainings: „Es hat mir gut gefallen, wie du die erste und zweite Mediationsphase gestaltet hast. Die Formulierung der Fragen in der dritten Phase war noch etwas unsicher und bedarf sicherlich noch einiger Übung, wie ich gemerkt habe. Die Stelle, an der du du die Gefühle und Bedürfnisse herausgearbeitet hast, ist dir dann wieder hervorragend gelungen …“

3-Bitten-Feedback

Was soll beibehalten werden?
Was soll verstärkt werden?
Was soll verringert werden?

Bsp: „Die Gestaltung der ersten und zweiten Mediationsphase kannst du gerne so beibehalten, die fand ich sehr gelungen. Die Bandbreite der Fragen in der dritten Phase kann noch größer werden, und ebenfalls könnten noch mehr Methoden in der dritten Phase eingesetzt werden, da ist also noch einiges zu tun. Du hast auf mich ab dem Zeitpunkt dann auch sehr nervös gewirkt, das brauchst du gar nicht, denn dies ist doch eine Übungssituation, in der du Fehler machen darfst …“

Kreative Feedbackmethoden

In meinem bisherigen „Koffer“ an Feedbackmethoden waren bereits viele Möglichkeiten drin, das Feedback auch kreativ zu gestalten. Ich denke da beispielsweise an das „Feedback mit der Hand“ oder an das „SMS-Feedback“. Auch mit einem Würfel und sechs entsprechenden Fragen (zu jeder Punktzahl eine entsprechend vorformulierte Frage) habe ich manchmal in Trainings das Feedback angeregt.

Die Feedbackwürfel

Peter Köster, der „Erfinder des Feedbackwürfels, zum Thema Feedback: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, sagt eine deutsche Volksweisheit. Ich glaube, dass bildhafte und spielerische Erfahrungen ebenfalls mehr als tausend Worte sagen und zu wesentlich besseren Lernerfolgen führen. Einfach spielen heißt sehen, hören und fühlen – eben lebendig lernen. Das gilt auch für das begreifbare und bildhafte Feedback!

Feedback-WürfelPeter Köstel hat Produkt-Ideen für aktive Seminare, Trainings, Workshops und Coachings entwickelt und bietet seine Trainings-Tools ab jetzt allen Interessierten an. Sein Set mit den Feedback-Würfel besteht aus einem Wertewürfel und einem Impulswürfel. Die Piktogramme auf dem Impulswürfel verdeutlichen die Themen bzw. Fragen, über die Rückmeldung gegeben wird (werden soll). Der Würfel kann alleine oder auch zusammen mit dem Wertewürfel genutzt werden. Die Punkteanzahl auf dem Wertewürfel gibt den Gelingensgrad des vom Impulswürfel gezeigten Impulses an.

Eine Seiten des Impulswürfels zeigt z.B. zwei Füße (Synonym für das Vorankommen), eine weitere eine Hand (für Dinge, die bewegt wurden), ein Herz (ist klar, oder?), einen „smily“ …

Ich habe die Feedback-Würfel in den letzten Wochen mehrmals in verschiedenen Trainingssituationen ausprobiert und kann sagen: Die Würfel sind einfach zu erklären und finden bei den TeilnehmerInnen großen Anklang. Sie bieten eine spielerische Variante des Feedbacks und sind trotzdem für Trainer und Trainerinnen sehr aussagekräftig – mitunter sogar aussagekräftiger als eine „einfache Feedbackrunde“.

Die Würfel sind glücklicherweise so groß, dass die Aufdrucke auf den Würfeln gut zu sehen sind (auch aus einiger Entfernung). Sie sind stilvoll in einem Jutesäckchen verpackt, und ein Formular, auf dem ich als Trainerin die Ergebnisse notieren kann, ergänzt das Set. Weitere Hinweise zu den Würfeln sind im ebenfalls vorhandenen booklet zu finden, das den Würfeln beim Kauf beiliegt.

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Ich kann die Würfel sehr empfehlen !!

Demnächst werde ich auch vorsichtig beginnen, sie als Feedbackinstrument in der Mediation zu nutzen. Gerne kann ich über meine Erfahrungen berichten …

Christa D. Schäfer

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Beste Wünsche

  1. Liebe Frau Schäfer,

    vielen Dank für den Tipp und die Beschreibung der Feedback-Methoden.

    Einen wesentlichen Schritt vermisse ich jedoch. Bevor ich Feedback gebe, stelle ich sicher, dass das Feedback auch momentan erwünscht ist. Das ist für mich die Grundvoraussetzung. Leider wird dieser Punkt aber sehr häufig vergessen, wenn es um Feedback-Methoden geht. Ohne diese Bereitschaft prallt das Feedback jedoch innerlich ungehört ab, da kann die Methode noch so ausgefeilt sein. Dann verzichte ich lieber im Moment auf den Austausch und biete an, dass der Empfänger sich das Feedback auch später, wenn es ihm passt, einholen kann.
    Bei einem einzelnen Feedback zwischen zwei Personen ist der Schritt unabdingbar. In einer Mediation mag die Zustimmung zum Austausch von Feedback durch die Zustimmung zum Verfahren gegeben sein. Schon bei Feedbackrunden in beliebigen Settings fehlt der Schritt jedoch meist. Auch vor anderem „institutionalisiertem“ Feedback-Austausch (wie etwa Mitarbeitergesprächen) ist der Schritt wichtig, wenn den Beteiligten daran gelegen ist, dass das Gesagte ankommt und nicht nur der Form Genüge getan wird.

    Umgekehrt achte ich auch darauf, ob Feedback, das mir ungefragt „aufgedrängt“ wird, bei mir gerade willkommen ist. Wenn nicht, kann ich das Gespräch deutlich abkürzen oder auch begründet verschieben.

    Herzliche Grüße
    Udo Pracht

    P.S.: Auch das Bereitstellen eines Kommentarfeldes auf einer Webseite sehe ich als Zustimmung zum Austausch von Feedback 😉

  2. Hallo Herr Pracht,

    danke für’s Ergänzen !!
    Ja, zum Feedback gibt es wahrlich viel zu sagen.
    Ich frage mich immer, warum die Methode Feedback erst in der Aus- bzw. Weiterbildung einen hohen Stellenwert bekommt. Warum nicht schon früher ansetzen? Wenn doch auch LehrerInnen da feinfühliger wären … Oder Ausbilder nicht nur in sozialen, sondern auch in handwerklichen Berufen …

    Herzliche Grüße
    von Christa Schäfer

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