Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Die Gewaltfreie Kommunikation in der App

Was die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) nach Marshall Rosenberg ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs bekannt sein.

Die lebensentfremdende Kommunikation arbeitet stark mit moralischen Urteilen. Marshall Rosenberg setzt ihr die gewaltfreie Kommunikation entgegen, die in der Tradition der klientenzentrierten Gesprächsführung von Carl Rogers steht. Das dahinter stehende Menschenbild geht auf die der humanistischen Psychologie entlehnte Haltung zurück, in einer schädigenden Aktion eines Individuums nicht den Ausdruck des inneren Wesens zu sehen, sondern die „fehlgeleitete“ Strategie eines eigentlich positiven Impulses. Rosenberg beschreibt jede Form von Gewalt als einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Er nimmt an, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind

„Gefühle sind die Kinder der Bedürfnisse“,
so ein Postulat Rosenbergs …

Ein Satz der gewaltfreien Kommunikation besteht aus vier Bausteinen:
a. Beschreibung eines Vorfalls in neutralen Worten
b. Nennung des Gefühls, das dieser Vorfall ausgelöst hat
c. Nennung des Bedürfnisses, das hinter dem (befriedigten oder unbefriedigten) Gefühls steht
d. Die mit der Situation verbundene Bitte

Grob gesagt kann ein derartiger Satz folgendermaßen lauten: „Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“

Die GfK ist in der menschlichen Kommunikation keine Methode, sondern vielmehr eine Haltung. Es ist gar nicht so einfach, einen Satz nach der Lehre der Gewaltfreien Kommunikation zu formulieren.

Jetzt gibt es eine wunderbare Unterstützung, um zu lernen, was der Unterschied zwischen Beobachtung und Interpretation, Gefühl und Gedanken, Bedürfnis und Strategie, Bitte und Forderung ist. Es gibt die Handy-App GfK 4.

Mit dieser GfK-Übung von Jan Foshag können die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg geübt werden. Die App ist kostenfrei und das Üben macht Spaß. Ich habe in den letzten Wochen dank der App weitere Fortschritte in meinen GfK-Gedankengänge erhalten und freue mich darüber sehr.

Hier einige kurze Sequenzen auch für Sie zum Üben,
und wenn Sie mehr wollen, so laden Sie sich doch die App auf Ihr Handy …

Ist der folgende Satz Beobachtung oder Bewertung?
Sie ist immer gut drauf.
Sie macht mich nicht glücklich.
Er hat mir gesagt, dass ich nicht gut genug bin.

Gefühl oder Gedanke?
Ich fühle mich gut.
Ich fühle mich nutzlos.
Ich freue mich, dich wieder zu sehen.

Bedürfnis oder Strategie?
Spiele zu gewinnen gibt mir Zutrauen.
Ich gehe gerne ins Kino.
Ich möchte mich lebendig fühlen.

Bitte oder Forderung?
Magst du zumindest einmal die Woche mit mir telefonieren?
Bitte bleibe fair.
Wärst du bereit meinen Text einmal durchzulesen?

Viel Spaß beim Üben von GfK-Sätzen wünscht
Christa D. Schäfer

Besten Dank an Jan Foshag für diese App !!

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Um Punkt 7.55 Uhr öffne ich mein Spind. In genau fünf Minuten beginnt der Unterricht.

  1. Vielen Dank für die Info. Ich habe die App geladen und bin begeistert.
    Jana Krug, Mediatorin, http://www.mediationaktuell.de

  2. Freut mich.
    Herzliche Grüße

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