Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Selbstständigkeit als Mediatorin oder Mediator

Seit 12 Jahren bin ich freiberuflich als Mediatorin und Mediationstrainerin tätig. Vor langer Zeit habe ich in diesem Blog über einen Businessroman „Die sieben Sünden beim Gründen“ berichtet, der zum Gründen einer Selbstständigkeit hilfreiche Tipps gibt. Jetzt werde ich in Ausbildungskontexten immer mal wieder gefragt, wie die Chancen und Risiken stehen, sich als Mediatorin oder als Mediator selbstständig zu machen.

Meinem Überblick nach gibt es in allen Städten (größere und auch kleinere Städte) immer mehr MediatorInnen, die ihre Dienste anbieten. Das macht eine Selbstständigkeit nicht einfacher, ist aber immer noch aussichtsreich. Heutzutage ist an vielen Stellen und Orten jedoch eine Spezialisierung gefragt. Der Trend geht immer mehr dahin, dass MediatorInnen mit einem Spezialwissen gesucht werden. Dies kann eine Mediatorin im Familienkontext sein oder ein Mediator, der sich im Baurecht gut auskennt. Insofern auch einer meiner Tipps für „frische“ MediatorInnen, die sich selbstständig machen wollen: Schauen Sie gut, in welchem bzw. in welchen Mediationsbereichen Sie Mediation anbieten wollen bzw. können.

Als ich jetzt ein Buch zum Thema Selbstständigkeit in den Händen hielt, habe ich ganz interessiert in dem Buch gelesen. Es war das Buch “Die spirituelle Kraft der Selbstständigkeit“. Spirituell?

„Diese neue Form der Selbstständigkeit, die immer häufiger vorkommt und dem Großteil der heutigen Existenzgründungen entspricht, beruht in einem viel höheren Maße auf den individuellen Interessen und Talenten der Gründer, auf Zufriedenheit und Lebensqualität, einer großen persönlichen Freiheit, kooperativen Arbeitsformen ohne Angestellte, flexiblen Arbeitszeiten und -orten. … Das primäre Interesse liegt nicht im Geldverdienen, sondern in der Verwirklichung von Zielen, die eng ,mit den persönlichen Idealen und Motivationen der Gründer verknüpft sind. Natürlich soll aus dieser Tätigkeit der eigene Lebensunterhalt bestritten werden, aber die reine Gewinnmaximierung als Unternehmensziel ist zunehmend unattraktiv geworden.“
Meyer, Stephan Gerd: Die spirituelle Kraft der Selbstständigkeit. Erfolgreiche Existenz gründen. Berufliche Entwicklung fördern. Persönliche Erfüllung finden. Murnau: mankau Verlag 2013. S. 9.

Dieses Buch packt das Thema der Selbstständigkeit mal auf eine ganz andere Art und Weise an. Es bietet Input und viel Anregungen zur Selbstreflexion. Natürlich behandelt dieses Buch auch das Thema Businessplan; erfrischend sind jedoch gerade die Kapitel, die beispielsweise mit Unterstützung des Quantenmodells der integralen Theorie von Ken Wilbert auf die Qualitäten eingehen, die in einer Selbstständigkeit wichtig und wegweisend sind. Das hier angesprochene Modell besteht aus vier Quadranten, die vier verschiedene Wahrnehmungsebenen beschreiben, individuell vs. kollektiv und subjektiv vs. objektiv. Meyer hat die Qualitäten des Selbstständig-Seins diesen vier Quadranten zugeordnet. Dadurch ergibt sich Orientierung und Entwicklung. Ein sehr interessanter Ansatz.

Folgende Gedanken des Autors, Unternehmer- und Gründercoach Stephan Gerd Meyer, haben es mir besonders angetan:

„Die Selbstständigkeit als Weg des Kriegers und als Weg des Herzens zu gehen ist eine Wahl, die dir Erfüllung und Freiheit bringt. Du folgst damit deiner Absicht, dehnst deine Wahrnehmung aus, kannst Ängste überwinden und findest Sinn in deinem Traum. Die Erfahrungen, die du damit machst, erweitern deine Grenzen; sie bereichern dein eigenes Leben und das der Menschen, mit denen du zu tun hast.“
ebenda, S. 85.

All dies wünsche ich auch jungen KollegInnen, die in die Selbstständigkeit gehen wollen. Gutes Gelingen!!!

Christa D. Schäfer

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  1. L.B.

    Guten Abend zusammen.

    Wie Sie sich sicher vorstellen könnnen, Frau Schäfer, finde ich die Gedanken des Herrn Meyer ebenso unglaublich interessant, und ich kann gar nicht so viel lesen, wie mich was interessiert.
    Um das Anliegen des Herrn Meyer umsetzen zu können, brauchts wohl auch hier Fähigkeiten, die integre und authentische Persönlichkeiten auszeichnen wie Unabhängigkeit, Aufrichtigkeit, Selbstachtung…

    Spannend.
    Ich lese hier total gerne und denke immer, hier kann ich gern Lernende bleiben.

    Viele Grüße
    Luisa

  2. Hallo Luisa,
    danke für Ihre Worte !!
    Christa Schäfer

  3. Es muss allerdings zur Vorsicht geraten werden. Wie auch in fast allen anderen Berufsfeldern ist der Weg in die vielbeschworene „Selbständigkeit“ mit vielen Hürden und Klippen versehen, die es zu umschiffen gilt, bevor man tatsächlich von der ersehnten „Selbständigkeit“ auch ökonomisch existieren kann. Eine genaue Zielgruppenkenntnis ist hilfreich und nicht zuletzt deswegen sind viele Mediatoren bereits fest in etablierten Berufen (Juristen, Pschologen) verankert, die auch dazu beitragen, Mediaten herbeizuführen. Per Kleinanzeige wird man sich schwertun und „networking“ ist sehr schwer, bis man eine kritische Masse erreicht. Der Quereinsteiger dürfte sich hier leichter tun, da er aus seinem Bedürfniskontext möglicherweise Einsatzmöglichkeiten und Zielgruppen kennt und ansprechen kann. Selbständigkeit in der Mediation ist daher sicherlich basierend auf einer fundierten Erstausbildung und es ist – nach jetzigem Kenntnisstand – ohne ausreichend Auftraggeber kaum möglich, tatsächlich als „Nur- oder Einstiegs-Mediator“ selbständig überlebensfähig zu sein, und selbst dann ist es langwierig und erfordert viel Input und Geduld.
    MfG
    Dipl:Psych.H.Steiner

  4. Hallo Herr Steiner,
    danke für diese ergänzenden Wort.
    In der Tat ist es günstig für „frische“ MediatorInnen, das MediatorInnen Know-How mit der Ursprungsprofession oder dem bisherigen Beruf zu verbinden und sich zu spezialisieren. So einfach ist es dann eben doch nicht mit der Selbständigkeit …
    Herzliche Grüße von Christa Schäfer

  5. Susan Frenz

    Ich bin seit vielen Jahren als Personalerin tätig und denke auch, es ist notwendig, berufliche Erfahrungen in einem speziellen Bereich mitzubringen. In meinem Fall das Arbeiten mit Mitarbeitern, Führungskräften und Geschäftsführung. Ich bin zusätzlich ausgebildete Mediatorin und strebe eine Nebentätigkeit in diesem Bereich an, in dem die genannten Zielgruppen sich Hilfestellungen im Bewältigen von Konflikten holen können.

    Danke also für die anregenden Worte liebe Frau Schäfer.

    MfG S. Frenz

  6. Liebe Frau Franz, dann wünsche ich Ihnen gutes Gelingen und viel Spaß bei Ihrem neuen Aufgabenfeld !!
    Christa Schäfer

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