In den vergangenen Tagen hat er stattgefunden, der Deutsche Präventionstag, und zwar am 12. und 13. Mai 2014 in Karlsruhe. Der Schwerpunkt des diesjährigen Präventionstages lautete: Prävention braucht Praxis, Politik und Wissenschaft.

Präventionstag
Der Präventionstag wird seit 1995 jährlich von der gemeinnützigen „DPT-Deutsche Präventionstag“-Gesellschaft mbH organisiert. Jedes Jahr findet der Kongress in einer anderen Stadt statt. Beim Präventionstag wird hauptsächlich die Kriminalprävention untersucht und besprochen, jedoch werden auch die Suchtprävention, die Verkehrsprävention und weitere Präventionsbereiche im Gesundheitswesen thematisiert. Die Tagung richtet sich an Verantwortungsträger der Prävention z.B. bei der Polizei, in der Jugendhilfe, in der Justiz, in den Kirchen, in Schulen, Vereinen und Verbänden sowie an Politiker_innen und Wissenschaftler_innen. Es wird eine Plattform zur Diskussion aufgemacht, bei der Fragen zur Prävention und auch Erfahrungen untereinander ausgetauscht werden können.

Prävention / Kriminalprävention
Kriminalprävention dient der Vorbeugung rechtswidriger Straftaten. Im Vergleich zur Repression ist Prävention inhaltlich vorrangig und zeitlich vorgängig. Unterschieden wird sowohl zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention sowie täter-, situations- und opferbezogener Prävention. Die primäre Prävention zielt darauf ab, den allgemeinen Entstehungsbedingungen von Kriminalität in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Die sekundäre Prävention versucht Tatgelegenheiten zu verändern. Die tertiäre Prävention beschäftigt sich mit Maßnahmen, die eine erneute Straffälligkeit verhindern können. Kriminalprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von der Politik und der Justiz erfüllt werden kann. Organisationen und Institutionen erarbeiten Strategien, um in allen Ebenen der Gesellschaft kriminalpräventiv handeln zu können.

Prävention von Kinder- und Jugendkriminalität durch die Kinder- und Jugendhilfe
In der Kriminalprävention spielt die Kinder- und Jugendhilfe eine zentrale Rolle. In der Prävention von Kinder- und Jugendkriminalität ist die Pädagogik Basis, um Strategien aufzubauen. Es geht darum, Kindern und Jugendlichen von ersten kriminellen Handlungen abzuwenden und frühzeitig zu erklären, was kriminelle Handlungen zur Folge haben, sowohl für die Straftäter_innen selbst, als auch für ihre Umgebung und die Gesellschaft allgemein. Durch diesen pädagogischen Auftrag spielt die Kinder- und Jugendhilfe neben der Polizei, der Justiz und der Innenpolitik eine wichtige Rolle.
Oft werden heutzutage Kinder und Jugendliche generell als Täter_innen pauschalisiert. Laut wissenschaftlichem Gutachten des 19. Präventionstages ist dies jedoch nicht empirisch nachzuweisen und „widerspricht allen Prinzipien pädagogischer Praxis“, denn die sogenannte Unschuldsvermutung wird dadurch in den Hintergrund gedrängt. Durch eine grundsätzliche Beschuldigung wird die Kriminalprävention außer Acht gelassen und kann genau das Gegenteil hervorrufen. In der Kriminalitätsprävention ist die Kinder- und Jugendhilfe gefordert, im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen immer wieder die pädagogische Perspektive in den Fachdiskurs einzubringen, die gegenüber sicherheitspolitischen Überlegungen nicht an Gewicht verlieren darf. Eine wichtige Rolle in diesem Diskurs spielt die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention beim Deutschen Jugendinstitut (DJI), welche seit 1997 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Sie informiert Praxis, Politik, Medien und Forschung über Konzepte und Handlungsstrategien der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention.

Kriminalprävention an Schulen
Kriminalprävention an Schulen bezieht sich nicht nur auf (Gewalt-)Kriminalität, die vor Ort in der Schule stattfindet, sondern auf die Kriminalität von Kindern und Jugendlichen generell. Die Schule trägt eine gewisse Zuständigkeit sowohl durch ihren grundsätzlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag als auch dadurch, dass bisher entwickelte Strategien der Kriminalprävention durch ihren pädagogischen Charakter gekennzeichnet sind. Es wird davon ausgegangen, dass kriminelle Verhaltensweisen nicht nur von außen in die Schule hinein getragen werden, sondern teilweise innerhalb dieser entstehen. Die Institution Schule muss eng verknüpft mit der Kinder- und Jugendhilfe kriminalpräventiv arbeiten. Kriminalitätsprävention in der Schule meint die Durchführung von Projekten und Programmen für Schüler_innen, Lehrer_innen aber auch Eltern und Erziehungsberechtigte …

Wiebke Steffen hat das Wissenschaftliche Gutachten zum diesjährigen Präventionstag und zum Thema Kriminalprävention braucht Präventionspraxis, Präventionspolitik und Präventionswissenschaft geschrieben. Wenn Sie auf die rote Schrift klicken, kommen Sie zum Gutachten …

2010 hat der Deutsche Präventionstag übrigens im Berliner ICC getagt. Ich habe dort den Stand des MediationsZentrums Berlin betreut. Hier mein Blogartikel zum Thema Der 15. deutsche Präventionstag und die fünf Konflikttypen …

Jede Schule in Berlin und anderswo kann bzw. muss etwas tun !! Los geht’s sagt Christa Schäfer