Wirklich, ich lese viele Bücher. Manche würden sagen zu viele Bücher. Die meisten Bücher sind mittelmäßig, aber zwischendurch gibt es dann einige, die wirklich beeindrucken. So ein Buch möchte ich heute gerne vorstellen.

Es handelt von wirksamen Wegen aus dem Burnout.

Und weil das Buch es so auf den Punkt bringt und ich es nicht besser sagen könnte, möchte ich hier eine längere Passage aus dem Buch zitieren:

Leben ist Beziehung

„Wissen Sie, wo der meiste Stress entsteht? In Beziehungen. Wir sind ständig in Beziehung – ob auf der Straße, ob beim Einkaufen, ob an unserem Arbeitsplatz oder in unserem Privatleben. Und wir stehen ständig in Beziehungen mit uns selbst. Beziehung zu sich selbst und eine gute Beziehung zu anderen ist Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben. Leben ist Beziehung. Leben ist Begegnung. Wir brauchen Beziehung und Begegnung, um zu leben – und zwar sowohl die Begegnungen im Außen als auch im Innen, mit uns selbst. Wir Menschen erfahren uns über Beziehung.

Menschen, die aufgrund eines Burnouts zu mir in die Beratung kamen, gelang dies nicht mehr. Sie verfügten entweder über keine sozialen Beziehungen mehr, lebten entweder in „leeren“ Beziehungen oder in überwiegend konfliktreichen. Und niemand, der ausgebrannt war, stand noch in Beziehung zu sich selbst. Die Betroffenen hatten sich also nicht, wie allgemein angenommen, an einer reinen Überlastung oder Stress erschöpft, sondern an der Tatsache, dass sie in Beziehung zu sich und ihrem Leben verloren hatten und ein Leben fernab ihres wahren Selbst lebten.“

Quelle: Prieß, Mirriam: Finde zu dir selbst zurück. Wirksame Wege aus dem Burnout. München: Südwest Vlg 2014. S. 11 f

Das Buch, aus dem dieses Zitat stammt, trägt den Titel Finde zu dir selbst zurück! Es stammt von Dr. med. Mirriam Prieß und zeigt einerseits wodurch Burnout entsteht und andererseits wie der Weg aus einem Burnout gemeistert werden kann.

Viele Menschen führen ein Leben fernab von sich selbst. Sie agieren und reagieren und laufen wie im Hamsterrad durch die Tage und die Jahre. Oft ahmen sie dabei unbewusst das nach, was Ihnen vorgelebt wurde, was sie für die Wahrheit halten. Wichtig ist also im Burnout sich die Frage zu stellen, was einen geprägt hat. Vielleicht ist das, was mich geprägt hat, gar nicht das, was meiner inneren Identität entspricht?

Dann kommen die inneren Realitiäten ins Spiel. Stress entsteht nicht durch eine Situation an sich, sondern immer daraus, was ich aus einer Situation mache, wie ich über die Situation denke und fühle. Die Bewertung der Situation entscheidet also darüber, ob ich in Stress gerate oder nicht. Nun ist es ja so, dass ich Situationen so bewerte, wie ich sie bewerte. Und das ist auf meine Erfahrungen zurück zu führen. Innere Realitäten sind – nach Prieß – „subjektive Welten und Wahrheiten, die in Momenten der Ohnmacht, des inneren Rückzugs, entstanden sind. Es sind ursprünglich äußere Realitäten gewesen, von denen wir uns überwältigt gefühlt, denen wir uns hilflos unterworfen und die wir aufgrund von fehlender eigener Identität übernommen und zu unserer Wahrheit gemacht haben“ (ebenda, S. 41).

Also müssen wir uns im Falle eines Burnouts auch mit unseren Inneren Realitäten auseinander setzen …

Mirriam Prieß betrachtet sechs Lebensbereiche (Partnerschaft, Glaube, Soziale Kontakte, Individualität und Hobbys, Gesundheit, Beruf) als Fundamente für ein gesundes und erfülltes Leben. Wunderbar, dass sie in Bezug auf diese Lebensbereiche Leitfragen zur Selbstreflexion und vielfältige Hinweise gibt, die unterstützen, sich in diesen Lebensbereichen wieder zu Hause zu fühlen.

Wer also mal ein wirklich gutes Buch zum Thema Burnout lesen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen …

Hier finden Sie 10 Tipps zum Nein-Sagen

Und übrigens: Leben Sie Ihren Traum oder träumen Sie Ihr Leben?

Christa D. Schäfer