Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Einen schönen guten Morgen.

Ich bin Christa Schäfer, und ich freue mich auf den Tag mit Ihnen zum Thema xy …
So lautet einer meiner Standardbegrüßungen im Training. Im Training, in Coaching und Mediation beschäftigt ich mich oft mit der Kraft der Sprache, mit kleinen Worten, die den Unterschied machen.

Kleine Worte, die den Unterschied machen, finden Sie in dem Buch MiniMax-Interventionen von Manfred Prior. „Kraft der Sprache“ lautet ein Kartensatz für TrainerInnen, Coaches und BeraterInnen, den ich vor kurzem bestellt habe, und der mir gleich beim ersten Ansehen vielfältige Anregungen gegeben hat.

Heute möchte ich eine der 40 Anregungen aus dem Kartenset aufgreifen (Anregung ist auch eines der Worte, über die man gut nachdenken kann …) und Sie zu einer Reflexionsübung einladen zu Thema

Gewalt in der Sprache

Jemand sagt:
„Wann bist du das erste Mal auf diese Idee gestoßen?“

Lesen Sie bitte diesen Satz.
Lesen Sie ihn bitte noch ein zweites Mal und lassen Sie ihn nachklingen.
Wie wirkt der Satz auf Sie?
Was empfinden Sie bei diesem Satz?
Welche Gestik und Mimik gehören für Sie zu diesem Satz?
In welcher Situation könnte der Satz geäußert worden sein?
Haben Sie ein klare Bild von demjenigen, der den Satz gesagt haben könnte?
Was könnte dieser Satz beim Empfänger ausgelöst haben?

Ein Satz, und man kann so lange darüber nachdenken …

Vielleicht kommen Sie auch zu folgenden Gedankengängen:
„Stoßen“ ist hart und grob.
War das Kennenlernen der Ideen wirklich so hart?
Wenn es eher angenehm war oder sein sollte, dann wählen Sie besser eine stimmigere Formulierung.

Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf, die den Kartensatz Die Kraft der Sprache entwickelt hat, von dem ich hier berichte, empfiehlt folgenden Satz:

„Wann bist du das erste Mal mit dieser Idee in Berührung gekommen?“

Dieser Satz wirkt viel weicher, viel offener, viel angenehmer.
Er zeigt, dass Entwicklung möglich ist.
Er weist darauf hin, dass Ideen geboren werden und wachsen können.
Er gibt der neuen Idee ein viel positiveres Gefühl.

Man kann – falls man die von mir gestellte Aufgabe ernst nimmt – eine ganze Weile über diesen ersten Satz und seine Umformulierung nachdenken. Im Begleitheft zum Kartenset steht, dass man die Karte ruhig eine Woche als Impuls für sich oder sein Team an einen wichtigen Platz stellen kann. Das führt zu Diskussion, zum Beschäftigen mit Sprache, zum Nachdenken.

Ich habe die oben stehende Karte ebenfalls eine Weile wirken lassen.
Viele Gedanken kamen mir in den Sinn.

Unsere Sprache gebraucht mitunter „gewalthaltige“ Ausdrücke:
Wir brechen mit alten Gewohnheiten.
Wir drehen den Spieß um und werden fordernd.
Wir kämpfen für eine bestimmte Sache.
Wir stoßen auf bestimmte Ideen.
Wir festigen unseren Standpunkt.
Wir …

Finden Sie – wenn Sie mögen – gerne weitere Beispiele
und formulieren Sie diese in eine gewaltfreie Sprache um!
Gerne können Sie uns im Kommentarfeld auch an Ihren Gedanken teilhaben lassen.
Ich würde mich freuen.

Das Kartenset „Die Kraft der Sprache“ wird vom LINGVA ETERNA Institut für bewusste Sprache herausgegeben. Mechthild R. von Scheuerl-Defersdorf hat mit diesem Set ein Reflexionsinstrument vorgelegt, das eine klare, lösungsorientierte und wertschätzende Kommunikation schaffen möchte. Die Karten können für Einzelpersonen oder im Team genutzt werden. Vielfältige Anregungen lassen Sprachentwicklung zu. Falls Sie also an Ihrer Sprache arbeiten möchten …

Christa D. Schäfer

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  1. L.B.

    Hallo, Frau Schäfer,

    das ist wieder einmal ein sehr interessanter Anstoß.
    Ich achte sehr auf die Sprache, auf Wörter. Welche Sprache benutzt wird, und was damit impliziert wird.

    Ich werde über Beispiele nachdenken, die mir gerade jetzt nicht so einfallen.

    Danke fürs Teilen.

    Viele Grüße
    Luisa

  2. Hallo Luisa,
    besten Dank für Ihren Kommentar.
    Ja, ein Wort in einem Satz ausgetauscht oder eine andere Betonung in einem Satz,
    und schon wirkt er ganz anders … faszinierend …

    Ihnen weiterhin alles Gute
    wünscht Christa Schäfer

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