Gerne berichte ich von Zeit zu Zeit über Projekte aus dem Umfeld von Gewaltprävention und Mediation in Berlin. So habe ich kürzlich von dem Projekt “Roma-Schulmediation“ erfahren.

Dieses Projekt unterstützt die Zusammenarbeit von Schulen mit Roma-Familien. Ausgebildete Schulmediator_innen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen zusammen, um diese in den Regelschulbetrieb einzubringen. Die Schüler_innen bekommen Unterstützung im Unterricht, Gesprächsbegleitung und auch in der Konfliktschlichtung spielen die Mediator_innen eine Rolle. Die Mediator_innen arbeiten nicht nur mit den betroffenen Schüler_innen und ihren Familien sondern auch eng mit den Lehrer_innen und Sozialarbeiter_innen zusammen und sollten als neutrale Vermittlungspersonen agieren. Die Schulmediator_innen sprechen deutsch und romanes und/oder eine der Sprachen der Länder, aus denen meist ein Großteil der Roma-Familien kommen (z.B. serbokroatisch, rumänisch, etc.).

Im Mai 2000 begann das Projekt und zeigt seitdem Erfolge: Mehr Kinder werden eingeschult und nehmen – soweit es weitere Umstände zulassen – regelmäßiger am Schulalltag teil. Auch gibt es eine konkretere und direktere Auseinandersetzung mit Diskriminierung gegenüber Roma-Familien. Das Projekt begann in zwei Grundschulen und konnte durch die Zusammenarbeit mit der Ausländerbeauftragten des Landes Berlin ausgearbeitet werden, konzentriert sich bis jetzt jedoch hauptsächlich auf den Bezirk Mitte. Seit 2005 gab es die ersten zertifizierten Schulmediator_innen in diesem Projekt. Momentan gibt es drei Grundschulen, eine Oberschule und ein Förderzentrum mit Schwerpunkt Lernen, die an diesem Modellprojekt mitarbeiten. Der auf diese Initiative gegründete Schulverbund Roma-Schulmediation bildet sich aus der RAA Berlin und der Regionalen Schulaufsicht Mitte.

Auf der Website der RAA ist eine Studie zur Evaluation der Roma-Schulmediation in Berlin von Prof. Hristo Kyuchukov aus dem Jahr 2011/12 zu finden.

Trotz der jahrelangen Arbeit gilt dieses Projekt immer noch als Pilotprojekt und hat somit keine feste Regelfinanzierung. Vorläufer gibt es Hamburg und Kiel, wo Roma und Sinti als Lehrerende und/oder Mediator_innen mitgewirkt haben. Vergleichbare Projekte gibt es unter anderem in Köln, Mannheim, München und Frankfurt/Main.

Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren für Mediationsprojekte an Schulen …

Atossa Nazeri
und Christa D. Schäfer