Carla von Kaldenkerken ist Supervisorin und Mediatorin. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Supervision und Intervision in der Mediation“ geschrieben, das kürzlich im Wolfgang Metzner Verlag erschienen ist. Nach einer Grundlegung zum Thema „Was ist Supervision“ berichtet das Buch über die Ausbildungssupervision im Rahmen der Mediationsausbildung, den Prozess der Supervision, die Programmelemente von Ausbildungssupervision, die Möglichkeit der Intervision im Rahmen der Mediationsausbildung und vieles mehr. Damit ist das Buch das erste seiner Art, das über die beiden Beratungsformate Mediation und Supervision schreibt. Von Kaldenkerken plädiert für eine gute Nachbarschaft der beiden Formate.

Das Buch richtet sich an angehende MediatorInnen in der Ausbildung, an praktizierende MediatorInnen sowie an MediationsausbilderInnen. Es gibt Anregungen und Empfehlungen für den Einsatz von Supervision im Kontext von Mediationsausbildung und Mediationstätigkeit. „Ohne Supervision können Mediatorinnen und Mediatoren nicht professionell arbeiten.“ so der erste Satz des Vorwortes im Buch. Dies kann ich nur bestätigen.

Eine gute Mediationsausbildung dauert heute ca. 200 Stunden. In der Ausbildung lernt man den Ablauf eines Mediationsverfahrens nebst den wichtigsten Methoden. Es gibt eine Spezialisierung für zwei Mediationsfelder. Immer wieder wird die Mediative Haltung betrachtet, und Rollenspiele bereiten auf Ernstfall vor. Wofür Supervision?

Ausbildungssupervision meint die supervisorische Begleitung von Ausbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Unter fachkundiger Anleitung werden in Einzel- oder Gruppensetting das erste eigene berufliche Handeln sowie die ersten Fälle begleitet. Der Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Identität sowie auf fachlichen Fragen.

Fallsupervision kann regelmäßig oder fallbezogen durch einen Mediator oder eine Mediatorin in Anspruch genommen werden. In Einzel- oder im Gruppensetting stehen hier die aktuell bearbeiteten Fälle im Vordergrund, es geht um die Vergewisserung des eigenen Vorgehens, die Reflexion und Qualitätssicherung.

Die Mediationsverbände haben die Supervision als Bestandteil von Ausbildung und Anerkennung vorgeschrieben. Das Mediationsgesetz misst der Supervision ebenfalls einen großen Wert bei.

Von Kaldenkerken stellt in ihrem Buch Supervision und Intervision in der Mediation sowohl die Ausbildungssupervision und die Fallsupervision als auch die Intervision detailliert vor, dabei geht sie sowohl auf formale als auch auf gestalterische Elemente der verschiedenen Formate ein.

Intervision (auch kollegiale Beratung genannt) ist die Fallberatung ohne externen Berater. Ausbildungen sehen die Bildung von Intervisionsgruppen vor, in denen Rollenspiele, Seminarnach- und -vorbereitungen, kollegialer Austausch und Literaturstudium stattfindet.

In den letzten Jahren werden weltweit viele Mediatorinnen und Mediatoren ausgebildet. Supervision und Intervision gewinnen darum an immer größerer Bedeutung. Das Buch unterstützt, Licht in einen Begriffswirrwar zu bringen und Standards zu setzen. Ich empfehle dieses Buch zumindest allen, die an der Schnittstelle der Formate Mediation und Supervision arbeiten, und natürlich auch allen MediationsausbilderInnen.

Ich freue mich, von Carla von Kaldenkerken für den Bereich Ausbildungssupervision ausgebildet worden zu sein. Supervision für angehende oder ausgebildete MediatorIn gesucht? Gerne können Sie sich an mich wenden.

Christa D. Schäfer

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