Das Stichwort Inklusion ist heutzutage in aller Munde.
Was aber meint genau inklusive Pädagogik?

Wikipedia schreibt zur Inklusiven Pädagogik:
Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität (= Unterschiedlichkeit) in Bildung und Erziehung ist. (…) Befürworter der Inklusion betrachten Heterogenität als ‚normale‘ Gegebenheit; Gegner der Inklusion argumentieren, dass Inklusion keine Methode sei, sondern eine Ideologie, in der nicht unbedingt das Glück und die Lern-Entwicklung aller Schulkinder im Mittelpunkt stehe, sondern die von Gesellschaft und Politik.
Inklusive Pädagogik ist dabei ein Gegenmodell zu Konzepten, die eher in der Bildung homogener Lerngruppen Vorteile sehen. Mit Slogans wie „Es ist normal, verschieden zu sein“, „Vielfalt macht stark“, „Jedes Kind ist besonders“ oder „Alle sind behindert“ möchten die Vertreter der Inklusion über den aus der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zitierten Begriff der inclusive education hinaus verweisen: Sie soll in Deutschland als Aufgabe mit Folgen für die gesamte Bevölkerung betrachtet werden.

Berlin.de, das Internetportal der Hauptstadt, verdeutlicht mit einem Schaubild die Begriffe Seperation, Integration und Inklusion:

Grafik Segregation Integration Inklusion

 

„Inklusive Didaktik. Bausteine für eine inklusive Schule“, so heißt ein Buch von Kersten Reich aus dem Beltz Verlag. Das 392 Seiten starke Buch kann als „Anleitung“ zum Aufbau einer inklusiven Schule gesehen werden. Reich beginnt mit den Voraussetzungen und Standards für eine inklusive Schule, beschreibt anschließend erste Schritte und verschiedene Bausteine einer solchen Schule, schildert Methoden und endet mit Hinweisen zu Unterrichtsplanung und -qualität. Damit legt das Werk Maßstäbe für eine Inklusive Schule vor, und ich kann mir vorstellen, dass das Buch zu einem Standardwerk wird.

Auch Demokratie in der Schule ist einer der Bausteine, auf die Reich eingeht.
In dem Buch heißt es:

Demokratie und Inklusion bedingen einander
Nach John Dewey erkenne ich demokratische Strukturen insbesondere daran, dass die Menschen in einer Gruppe unterschiedliche sein können und unterschiedliche Interessen und Wünsche sowie Lebenswege mit- und auch gegeneinander leben und verwirklichen können, ohne dadurch die toleranten Normen und Werte dieser Gruppe (Gemeinschaft) insgesamt infrage stellen zu müssen. Dieser Aspekt zielt auf Gemeinschaften ab, wie sie z.B. auch in Schulen für bestimmte Zeiten entstehen. Zugleich muss es aber auch zwischen verschiedenen Gruppen bzw. Gemeinschaften in einer Gesellschaft möglich sein, die oft sehr unterschiedlichen Interessen mit gegenseitiger Achtung, Respekt und Toleranz zu leben und ohne gegenseitige Schmähung und Gewalt zu verwirklichen, wobei die Menschenrecht und grundsätzliche Ansprüche auf Menschenwürde und Chancengleichheit beachtet werden müssen.“
(Reich, Kersten: Inklusive Didaktik. S. 21)

Eines der Buchkapitel beschreibt darum „Demokratie im Kleinen“ als wesentliche Grundlage für „Demokratie im Großen“. Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche so früh wie möglich demokratische Methoden kennen und umzusetzen lernen. Demokratie im Kleinen soll auf allen Stufen des Lernens eine Partizipation der Lernenden ermöglichen. Reich zählt folgende Punkte zum demokratischen Grundanliegen im Kleinen:

  • Lehrenden müssen demokratische Elemente für den Schulalltag kennenlernen und sich auf dieses Konzept einlassen. Lehrende und Lernende bilden nicht zwei Parteien, die sich auf unterschiedlichen Ebenen begegnen. Es geht vielmehr darum, dass beide Seiten dafür verantwortlich sind, die pädagogischen Prozesse, d.h. den Unterricht und den Schulalltag erfolgreich gemeinsam zu gestalten.
  • Diskussionen und Auseinandersetzungen werden nach bestimmten Regeln ausgetragen. Es geht darum, dass sowohl unter den Lernenden als auch mit der lehrenden Person respektvolle Diskussionen stattfinden, aus denen gelernt wird. Ein Bestandteil davon ist, zu lernen, eine andere Person ausreden zu lassen und selbst zuzuhören. Erfahrungen, die in solchen Auseinandersetzungen gemacht werden sind sehr wichtig. So lernen Kinder und Jugendliche früh, andere Sichtweisen zu respektieren und sich in Diskussionen anzunähern, um Lösungswege zu finden. Dadurch wird das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl gesteigert.
  • Lehrende und Lernende können sich in ihrer Diversität zeigen.
  • Lernende und Lehrende erarbeiten gemeinsam ein Konzept der Partizipation. Projektarbeit behandelt demokratisch relevante Themen.
  • Aktive Teilhabe der Lernenden am Unterricht gehört zum demokratischen Prozess dazu.

Résumé: Die Schaffung einer inklusiven Schule setzt demokratische Spielregeln, eine demokratische Erziehung und viel demokratische Erfahrungen voraus.

Wie sieht es in ihrer Gruppe, in ihrer Klasse aus?
Ist der Gruppen- bzw. Klassenrat schon eingeführt?

Wenn nicht, so nutzen Sie meine Praxisbroschüre zum Klassenrat oder fragen Sie mich nach einem einführenden Seminar an …

Ach ja, jetzt gibt es übrigens eine neue und informative Facebook-Seite zum Thema INKLUSION in der Schule

Und auch auf meiner Twitter-Seite können Sie kurze und knackige Neuigkeiten im Umfang von 140 Zeichen lesen …

Dr. Christa D. Schäfer