Ein junger Indianer streifte allein durch die Wälder. Dabei fand er das Ei eines Adlers. Weil er es aber für ein Präriehuhnei hielt, legte er es ins Nest eines Präriehuhn-Pärchens.
Als der junge Adler schlüpfte, war er von Präriehühnern umgeben. Er lernte laufen wie ein Präriehuhn, gackern wie ein Präriehuhn, fressen wie ein Präriehuhn.
Eines schönen Frühlingstages aber erblickte er etwas ganz Wunderbares: Er sah, wie ein Vogel sich weit in die Lüfte erhob und majestätisch mit dem Wind dahinsegelte. „Was für ein Tier ist das denn?“, fragte der junge Adler, der zwischen Präriehühnern aufgewachsenen war. „Das ist ein Adler, der prächtigste aller Vögel!“ „Es muss wunderbar sein, so anmutig durch die Lüfte gleiten zu können“, träumte der kleine Adler. Aber er war ja kein solch prachtvolles Tier, und so vergaß der kleine Adler seine Träumereien schnell wieder.
Solange er lebte, glaubte er, ein Präriehuhn zu sein.
(Indianermärchen aus Amerika)

Was ziehen Sie aus diesem Märchen für Schlüsse?

Alle Menschen verfügen über ein außerordentlich großes Potential an Fähigkeiten. Manche Menschen sind unglücklich, wissen oder können ihre Potentiale nicht nutzen. Coaching kann helfen, Potentiale zu heben, Selbstachtung aufzubauen und das Leben zu verändern. Mediation kann unterstützen, kurzfristig verloren gegangenes Selbstwertgefühl wieder zu finden.

Definition Coaching (Wortlaut des dvct – Deutscher Verband für Coaching und Training):

„Professionelles Coaching setzt ganz auf die Entwicklung individueller Lösungskompetenz beim Klienten.
Der Klient bestimmt das Ziel des Coachings. Der Coach verantwortet den Prozess, bei dem der Klient neue Erkenntnisse gewinnt und Handlungsalternativen entwickelt. Dabei wird dem Klienten die Wechselwirkung seines Handelns in und mit seinem Umfeld deutlich.
Coaching ist als strukturierter Dialog zeitlich begrenzt und auf die Ziele und Bedürfnisse des Klienten zugeschnitten.
Der Erfolg von Coaching ist messbar und überprüfbar, da zu Beginn des Prozesses gemeinsam die Kriterien der Zielerreichung festgelegt werden.“

Gelesen habe ich das Indianermärchen in dem von Rosette Poletti und Barbara Dobbs geschriebenen Buch „Selbstachtung. Leben in Frieden mit sich selbst“ aus dem Scorpio Verlag. Das Märchen wird im Eingang zum Buch so interpretiert, dass viele Kinder Botschaften erhalten und verinnerlichen haben, die sie daran hindern, sich selbst zu lieben und ihren Stärken zu vertrauen. Das Buch zeigt, wie sich Selbstachtung entwickelt und was Eltern und andere Bezugspersonen eines Kindes tun können, damit dieses ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln kann.

Die Wikipedia Definition zum Begriff Selbstwert lautet:
“Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstvertrauen, oder unpräziser: Selbstbewusstsein, Eigenwert, umgangssprachlich auch Ego) versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen.”

Wird einem Kind Anerkennung und Wertschätzung entgegen gebracht, so kann ein Kind „wachsen“, eine eigene Identität entwickeln, kreativ und konstruktiv bleiben sowie Angst- und Schuldgefühle außen vor lassen. Kann ein Kind in die Selbstwertschätzung gehen, so kann es eigene Stärken und auch Schwächen sehen und daran reifen. Auch Erwachsene können Ursachen für Schwierigkeiten erkennen und beschließen, die Verantwortung für ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben, so Ben Furmann.

Nicht nur Eltern in der Verantwortung für das Selbstwertgefühl, auch Kita-Erzieherinnen und -Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Pädagoginnen und Pädagogen sind in der Verantwortung für gute und gelingende Beziehungen.

Das Buch „Selbstachtung“, das mir Anlass für meine Gedanken gab, ist übrigens ein liebevoll gestaltetes kleines Büchlein zum Thema. Es gibt viele und vielfältige Gedankenanregungen, wie Erwachsene Selbstachtung entwickeln können, welche „Werkzeuge“ dazu gut nutzbar sind, und wie die Selbstachtung bei Kindern gefördert werden kann. Von der Arbeit mit Affirmationen über das Auflösen von „schädlichen“ Verhaltensmustern geht die Reise bis zu kreativem Visualisieren und den positiven Botschaften für eine positive Entwicklung. Prima auch als Geschenkbüchlein nutzbar.

Natürlich haben auch sprachliche Elemente einen großen Raum beim Aufbau von Selbstachtung, und da wären wir wieder bei den Mini-Max Interventionen von Manfred Prior …

Und sehr interessant auch die 10 praktischen Tipps für mehr Selbstbewusstsein von Moritz Bauer …

Einen stets wertschätzenden Umgang miteinander wünscht Ihnen und mir
Christa Schäfer