Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Hat das Herz einen Verstand?

Der Coach, Bewusstseinsforscher, Weisheitslehrer und Buchautor Ruediger Schache sagt „Ja“. Ich sage „Hm …“ Was sagen Sie?

Ruediger Schache spricht in seinem Buch „Herzverstand“ davon, dass es eine intensive Beziehung zwischen Herz und Verstand gibt. Ein böses Wort kann ein Herz treffen, eine Sorge es erdrücken, ein Verlust es zerreißen. Eine kleine Blume im Sonnenstrahl kann ein Herz öffnen, aufblühen lassen und vielleicht sogar heilen. Das Herz kann Einfluss auf die Gedanken nehmen, so wie die Gedanken Einfluss auf das Herz nehmen.

„Im Herzen sitzt die Seele. Und diese Seele sendet und empfängt mithilfe des Herzens. Sie ist im ständigen Kontakt mit der Welt um sie herum …“ (Schache: Herzensverstand, S. 74)

Schache zeigt 4 Schlüsselfragen zum Herzverstand auf, die Menschen auf dem Weg zur Vergrößerung ihres Potentials führen können. Außerdem schreibt er über wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurobiologie, die belegen, wie groß die Kraft des HERZENS in Wahrheit ist. Er zeigt beispielsweise, dass das Herz seiner Ansicht nach eine eigene Intelligenz besitzt. Viele Beispiele von Menschen, die eine Herztransplantation erlebt haben, belegen seiner Ansicht nach die Verbindung zwischen dem früheren Herzbesitzer und dem jetzigen. Unglaubliche Geschichten lassen sich dort finden. So hatte die Amerikanerin Claire Sylvia nach ihrer Herztransplantation Durst auf Bier und Hunger auf Menüs der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken, obwohl sie vorher diese Lebensmittel nie mochte. Der sieben Monate alte Carter erhielt das Herz des 16 Jahre alten Jerrys, und Carter erkannte im Alter von 5 Jahren inmitten einer Menschenmenge die Eltern von Jerry, obwohl bisher weder seine Eltern diese Menschen kannten, geschweige denn bis dahin jemand wussten, von wem das Spenderherz stammte.

„Zusätzlich zur Herz-Verstand-Verbindung verfügt das Herz auch über ein eigenes, autarkes neuronales Netzwerk, das tatsächlich, genau wie ein Gehirn, Kurzzeit- und Langzeiterinnerungen speichern kann. Man könnte es als ‚Herzgehirn‘ bezeichnen. Fast schon eine eigene Persönlichkeit.“ (ebenda, S. 44)

Was bedeutet das Herz für PädagogInnen und MediatorInnen?
Diese beiden Berufsgruppen sollten meiner Meinung nach „das Herz auf dem rechten Fleck“ haben. Sie sollten das Herz anderer berühren und ein klein wenig öffnen können. Und sie sollten auch an ihr eigenes Herz denken.

Für mich persönlich hängt das Herz stets mit dem Thema Gefühl zusammen. Herz ist rot und Wärme und Zuneigung und Freundschaft und Liebe. Auch wenn Marshall Rosenberg sagt, Liebe ist ein Bedürfnis.

„Das Herz ist ein halber Prophet.“ (Jüdisches Sprichwort)

„Das wahre Wissen kommt immer aus dem Herzen.“ (Leonardo da Vinci)

Meinen Blogartikel zu diesem anregenden Buch möchte ich gerne mit einer Übung des Autors aus dem Buch beenden, sie heißt „Den Herzstand aktivieren – Eine Vorstellung ins Herz nehmen“:

„Ihr Herz ist direkt mit Ihrem Verstand verbunden. Beide kommunizieren ständig miteinander, sie gleichen sich ab. Diese Tatsache können Sie nutzen, wenn Sie wichtige Fragen haben.
Stellen Sie sich eine Szene in Ihrer Zukunft vor so wie sie sein könnte, falls Sie sich für etwas entscheiden. Zum Beispiel dafür, dass Sie in zehn Jahren noch in dieser Firma arbeiten. Oder dass Sie in zwanzig Jahren noch mit dieser Person zusammenleben. Oder dass sie eine bestimmte Ausbildung machen und dann in dem Beruf arbeiten.
Nur als Fantasiebild. Gelingt Ihnen diese Vorstellung?
Es kann sein, dass Sie allein bei dem Versuch der Vorstellung abbrechen und sagen: ‚Nein. Ich kann es nicht mal richtig denken.‘ Dann haben Sie einen guten Hinweis.
Falls es Ihnen gelingt, ein Bild zu erzeugen, schicken Sie dieses Bild vom Kopf hinunter ins Herz. Als könnten Sie es mit einer unsichtbaren Hand vorsichtig umschließe und nach unten schieben. Wie fühlt sich das Herz an, wenn das Bild in ihm ist? Wird es traurig? Eng? Trostlos? Das wäre ein Hinweis, dass dieses Bild nicht mit der Zukunft übereinstimmt, die für Ihr Herz richtig ist. Oder wird es freudig? Kommt das wissende Gefühl auf, dass es ‚gut‘ ist? Oder ist es einfach friedlich? Das wäre die Antwort, weiter dranzubleiben.
Sich eine Szene möglichst gut vorzustellen, sie dann ins Herz zu nehmen und zu fühlen, was sie dort auslöst, ist vor allem für Menschen mit bildlicher Vorstellungskraft und feinem Selbstgespür eine wertvolle Methode der Herzbefragung.“ (ebenda, S. 96)

Versuchen Sie es doch mal.
Bei mir funktioniert es …
Christa Schäfer

Ein Gedicht zur Verbindung zwischen Herz und Gesicht …

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Circle

  1. L.B.

    Liebe Frau Schäfer,

    ein schönes und anrührendes Thema, wie ich finde und dazu eine interessante Überlegung.
    Auch, wenn ich (noch) keine richtige Meinung dazu habe, scheint es mir wichtig, zu schauen, dass mein Herz genug Platz zur Entfaltung im Leben hat. Dann glaube ich auch, dass das Herz verständnisvoll reagieren kann. Ob das vom „herkömmlichen“ Verstand abzukoppeln geht, weiß ich nicht.

    *

    du lebst
    um zu lieben
    sagte mein herz
    und mein verstand war sprachlos
    @luisa

    *

    Herzlichen Gruß
    Luisa

  2. Hallo Luisa,

    danke für diesen berührenden Kommentar zu meinem Blogartikel und dem Herz-Buch !!! Kompliment auch für das Gedicht, das sie mit uns geteilt haben !! Wenn Sie mögen, lade ich Sie zu einem gemeinsamen Kaffee ein, ich würde Sie gerne kennen lernen wollen …

    Herzliche Grüße
    von Christa Schäfer

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