Leben heißt Emotionen zu erfahren.

7 Emotionen hat Paul Ekman durch seine Forschungen als universal und kulturübergreifend gleich in ihrem Ausdruck identifiziert: Ärger, Angst, Ekel, Freude, Trauer, Überraschung, Verachtung. Jede Emotion ist eine Energiequelle.

4 Basisemotionen bilden je eine Obergruppe, denen viele Emotionen zugeordnet werden können: Angst, Wut, Traurigkeit, Freude. Jede Gruppe von Gefühlen hat eine besondere „Funktion“.

Angst
‘“Die Angst ist das Gefühl,
das uns zur Flucht animiert,
um einer Gefahr zu entkommen.“
(Nunge; Mortera: Gefühlsbalance. S. 23)

Wut
„Wut ist das Gefühl, das uns bereit macht, anzugreifen und zu kämpfen
bzw. uns einer Bedrohung zu stellen oder gegen etwas anzugehen.“
(ebenda, S. 33)

Traurigkeit
„Die Traurigkeit ist die Emotion,
die mit dem Gefühl der seelischen Betäubung einhergeht,
das wir empfinden, wenn wir einen geliebten Menschen
oder ein wertvolles Objekt verloren haben.
Zu dieser Reaktion gehört vor allem der Rückzug in sich selbst.“
(ebenda, S. 48)

Freude
„Freude ist das Gefühl, das uns dazu drängt,
unser Wohlgefühl, unser Vergnügen mit anderen zu teilen.
Sie ist ein starker Motor, setzt aber eine gewisse Öffnung,
ein Zugehen auf andere voraus.“
(ebenda, S. 66)

Kommen Erwachsene mit ihren Gefühlen nicht gut zurecht, so liegt es oft daran, dass Gefühle in der Kindheit durch die Erziehung „verfälscht“ worden sind. Meist hat diese(r) Erwachsene nicht gelernt, „gut“ mit bestimmten Gefühlen umzugehen. Das kann natürlich „nachgelernt“ werden, ist aber nicht so einfachen …

GefuehlsbalanceDie obigen Zitate entstammen dem Buch „Gefühlsbalance“ von Olivier Nunge und Simonne Mortera aus dem Scorpio Verlag. Die beiden schauen mit der Transaktionsanalyse (TA) auf das Thema Gefühl und geben Informationen, Erfahrungen und Tipps weiter, die unterstützen, belastende Emotionen loszulassen und im Alltag besser mit Gefühlen umzugehen.

Die Transaktionsanalyse stellt drei Modelle vor, auf welche Weise Gefühle an ihrem authentischen Ausdruck gehindert werden.

Das Sammeln von Gefühlen (Rabattmarken)
Wir neigen dazu, Emotionen zu sammeln, bis sie sich aufstauen. Dann kann ein einziger Satz oder eine einzige Geste „die Bombe zum Platzen bringen“. Je nach Menge der gesammelten „Rabattmarken“ gibt es dann unterschiedlich große Gefühlsausbrüche.

Reaktive Gefühle (Gummiband)
Hierbei geht es um unangemessene Gefühle, die sich auf jede der vier oben benannten Emotionen beziehen können. Ein aktuelles Ereignis ruft uns die Erinnerung an ein ähnliches Ereignis in der Vergangenheit wach. Haben wir die Situation damals als unangenehm erlebt und bisher keine Möglichkeit, das Problem auf seelischer Ebene auf zufriedenstellende Weise zu lösen, so schleppen wir das alte ungute Gefühl weiter mit uns mit und es wird in jeder vergleichbaren Situation wieder ausgepackt. Ein unsichtbares Gummiband zieht uns in einer bestimmten Situation quasi zurück in die Vergangenheit.

Racket (Ersatz- oder Maschengefühle)
Ersatzgefühle sind Emotionen, die an Stelle einer realen, tiefer liegenden Emotion treten. Das ursprüngliche Gefühl bleibt verborgen, weil es vielleicht anfangs unerwünscht oder sogar verboten war. Ein neues Gefühl tritt an die Stelle des ursprünglich erlebten Gefühls. Mithilfe dieser „Manipulation“ kann Aufmerksamkeit erlangt werden, ohne das ursprüngliche Gefühl zu benennen.

Das Buch „Gefühlsbalance“, dem ich diese Gedanken entnommen habe, zeigt zunächst die vier Basisemotionen, bespricht dann die Verfälschungen und erläutert anschließend die drei von der Transaktionsanalyse benannten Zusammenhänge von Gefühlen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Damit ist dieses kleine Geschenkbändchen ein guter erster Einstieg zum Thema Emotionen, interessant geschrieben für jederfrau und jedermann.

Einen intensiven Einblick in das Thema Gefühle gibt es beispielsweise über die Mimikresonanz und das Buch “Gefühle sehen. Menschen verstehen“

Dr. Christa D. Schäfer