Ein Mann sitzt mit einer schwarzen Tüte auf einer Parkbank. Ein Mädchen mit einer gelben Tüte setzt sich neben ihn. Sie fragt ihn, warum er eine schwarze Tüte habe und darin nur schlechte Sachen (Alpträume, Unglück, Schmerz und schlimme Erinnerungen) enthalten seien, und sie erzählt von ihrer gelben Tüte, in der alle glücklichen Sachen aus ihrem Leben festgehalten sind. Ihre schwarze Tüte schmeiße sie jede Woche weg. Der Mann ist erstaunt, und als ihn das Mädchen verlässt, findet er neben sich eine gelbe Tüte mit der Erinnerung an das Gespräch darin. Er freut sich, macht sich auf den Weg und schmeißt seine schwarze Tüte in den Müll. (Hans-Uwe L. Köhler: Hau eine Delle ins Universum. S. 163)

Die Geschichte stammt aus dem Buch „Hau eine Delle ins Universum – Wie alles gelingt, was Ihnen wichtig ist“ von Hans-Uwe L. Köhler, erschien 2014 im Ariston Verlag. In dem Buch geht es darum, die eigene Motivation und den Antrieb zu finden, um dem Leben einen positiven Weg zu geben.

Da passt die Geschichte wirklich wunderbar. Sie ist kurz, einfach und sehr verständlich. Die Botschaft ist, sich nicht an den schlechten Erinnerungen und Erlebnissen festzuhalten, denn dies führt oft dazu, keinen Schritt vorwärts machen zu können. Wie sieht es aber mit der Botschaft aus, die schlechten Erinnerungen einfach wegzuwerfen? Oft ist es doch gerade so, vergangene Ereignissen zunächst erst einmal gedanklich zu bearbeiten, sei es im Coaching, in Therapie, Supervision oder Mediation.

Coaching zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Da werden vielleicht manche LeserInnen staunen. Ja, im Coaching können tatsächlich aus hinderlichen Glaubenssätzen neue fördernde Glaubenssätze werden.

Mediation zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Das werden sich vielleicht auch einige LeserInnen dieses Artikels fragen. Ja, in Mediation kann über Erinnerungen gesprochen werden und eine „Regulierung“ oder ein „Neuanfang“ für eine Beziehung gefunden werden. Da geht es weniger um die Vergangenheit, sondern vielmehr um Zukünftiges (natürlich, ganz klar, oft unter Einbeziehung von vergangenen Erfahrungen).

Unabhängig davon ist es dennoch sehr wichtig, positive Ereignisse und Gefühle zu „sammeln“, um Motivation und ein positives Grundgefühl entstehen und aufrecht erhalten zu lassen. Die positive Runde im Klassenrat zeigt dies im Schulkontext sehr deutlich.

Haben wir nicht oft das Negative zuerst im Sinn, wenn wir an die vergangene Woche oder den vergangenen Tag denken? Dann braucht es schon ein wenig Anschubs, um beim Positiven zu landen …

Hans-Uwe Köhler betont in seinem Buch „Hau eine Delle ins Universum“ immer wieder, dass es wichtig ist, die Hindernisse, die sich innerpsychisch aufgebaut haben, aufzubrechen und mit positiven Glaubenssätzen und Motivationen zu ersetzen. So können negative Erfahrungen abgelöst und ein neuer Antrieb gefunden werden. Dazu stellt er Lösungsansätze vor, spricht durch Geschichten oder eigene Erlebnisse. Ihm geht es darum, den Leser_innen Mut zu machen, wieder einen positiven Lebensweg einzuschlagen. Keinesfalls zeigt das Buch einen Weg in Richtung „besser-höher-weiter“. Es zeigt den Weg ein wenig tiefer in sich selbst, ein wenig langsamer auf dem Weg und ein wenig lässiger im Umgang mit den möglichen Beschwernissen auf dem Weg.

Machen auch Sie mit und
werden Sie ein klein wenig „positiver“ durch folgende Übung:
Suchen Sie sich ein kleines wohl aussehendes Büchlein und legen Sie dies mit einem kleinen Stift zusammen neben ihr Bett. Abends nehmen Sie sich bitte diese Büchlein zur Hand. Überlegen Sie drei positive Aspekte, die der vergangene Tag hatte. Schreiben Sie diese in Ihr Buch. Darin sammelt sich im Laufe einer Woche, eines Monats, eines Jahres eine ganze Menge an. Resümieren Sie am 31.12. des Jahres, was sich alles im Jahr getan hat.

Sein eigenes Leben zu hinterfragen, impliziert auch Veränderungen anzustreben. Wir alle starten als Optimisten und Chancensucher ins Leben – so Köhler – und verlieren im Leben im Laufe der Zeit die Wahrnehmung für das Glück und die Kraft, Entscheidungen für unser eigenes Leben zu treffen.

Suchen Sie Ihr Glück,
befreien Sie sich selbst,
steigen Sie aus aus der Geisterbahn
und lachen Sie die Welt an !

Nur das Beste wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Lesetipp: Glück ist keine Emotion, oder: Hektors Reise …

Buch bestellen unter: