Bisher habe ich in diesem Blog das Thema Selbstbewusstsein noch wenig gestreift. Dabei hängen die Themen Selbstbewusstsein und Kommunikation durchaus zusammen.

Selbstbewusstsein ist es ein essentielles Thema sowohl im menschlichen Sein als auch im alltäglichen Leben. Selbstvertrauen ist ein wichtiger Schlüssel zu einem glücklichen Leben und zur gelingenden Kommunikation. Meist kommunizieren selbstsichere Menschen wertschätzend und zielorientiert zugleich. Sie beziehen ihre eigenen Bedürfnisse und die ihrer Kommunikationspartner in die Unterhaltung mit ein, sind empathisch und kommen sympathisch rüber …
Menschen, die wir als arrogant und hochmütig erleben, besitzen oft eine große Portion Selbstunsicherheit und verstecken ihr „Minderwertigkeitsgefühl hinter einer Fassade an Überheblichkeit. Arrogante Menschen beziehen ihr eigenes Selbstwertgefühl darüber, dass sie andere kleiner machen und werten sich auf, indem sie andere abwerten. Es gibt natürlich auch einen zugehörigen„arroganten Kommunikationsstil“ …

Ich habe mich auf die Suche begeben nach Bücher zum Thema Selbstsicherheit. Es gibt viele davon. Unter diesen zahlreichen Büchern sticht eines für mich hervor, das mir besonders gut gefallen hat, und das ich Ihnen in diesem Blogartikel gerne vorstellen möchte: “Schluss mit meiner Wenigkeit. Selbstvertrauen erlangen und selbstsicher handeln” von Laura Seebauer und Gitta Jacob, erschienen 2015 im Beltz Verlag.

Selbstsicherheit

Selbstsicherheit kann laut Seebauer und Jacob unterteilt werden in das „Selbstvertrauen von innen“ und das „Selbstvertrauen von außen“.

Das Selbstvertrauen von innen umschließt „(…) einen Zustand innerer Gelassenheit, Souveränität, Kraft und Stärke. Ein selbstsicherer Mensch kennt seine Stärken und Schwächen und hat diese als einen Teil seines Selbst akzeptiert. Entscheidend ist auch ein guter Zugang zu den eigenen Bedürfnissen. (…) Das beinhaltet Vertrauen und Zuversicht darauf, dass man seine Ziele erreichen wird und mit aufkommenden Hindernissen gut umgehen kann. (…) Ein selbstsicherer Mensch misst sich selbst einen Wert zu, der auch unabhängig von Erfolgen und Misserfolgen bestehen bleibt.“ (Seebauer; Jacob: Schluss mit meiner Wenigkeit. S. 9)

Selbstsicherheit von außen bezeichnet dagegen “die Fähigkeit, gegenüber anderen Menschen durchsetzungsstark aufzutreten und für die Erfüllung eigener Bedürfnisse kompetent einzutreten – ohne dabei allerdings übermäßig aggressiv zu werden. Ein selbstsicheres Auftreten erkennt man zum Beispiel an einer klaren und sicheren Sprache. Ein selbstsicherer Mensch ist meistens gelassen und in seiner Haltung relativ unabhängig von der Meinung anderer.” (ebenda, S. 10)

Kennen Sie die vier Ebenen der Selbstsicherheit?
Gedanken, Gefühle, Körperempfinden und Verhalten.
Im Buch heißt es dazu: “Diese vier Bereiche stehen in enger Verbindung miteinander. Wenn Sie auf einer Ebene etwas ändern möchten, z.B. Ihr unsicheres Verhalten, dann sollten Sie auch die Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen mit einbeziehen., die diesem Verhalten vorangehen.” (ebenda, S.15)

Die Selbstsicherheit ist eng verwoben mit der Selbstunsicherheit. Diese äußert sich unter anderem in negativen Gedanken und Überzeugungen, beispielsweise in Typen von negativen automatischen Gedanken:

  • Katastrophisieren (das Schlimmste wird eintreffen): „Alle werden mir sofort ansehen, dass ich alleine auf der Party bin.“
  • Positives ausschließen/abwerten: „Okay, diese Aufgabe habe ich gut gemeistert, aber ich hatte ja auch viel Glück/ viel Hilfe/ das hätte ja jeder gekonnt …“
  • Gefühl als Beweis nehmen: „Ich fühle mich unsicher, also bin ich es auch!“
  • Gedankenlesen: „Der denkt bestimmt, dass ich langweilig bin.“
    (ebenda, S. 45)

Als Intervention gegen Selbstunsicherheit unterstützten positive und hilfreiche Alternativgedanken:

  • Meine Meinung ist wichtig und ich bin es auch!
  • Ich habe viele Dinge erreicht und muss mich nicht verstecken oder rechtfertigen!
  • Ich habe das Recht, mein Leben entsprechend meinen Bedürfnissen zu gestalten!
  • Die Meinung anderer Menschen entscheidet nicht darüber, wer oder wie ich bin!
    (ebenda, S. 49)

Und was steht im Buch zur selbstsicheren Kommunikation?

  • Nutzen Sie klare und konkrete Formulierungen: Sagen Sie ganz konkret, was Sie möchten. Wenn Sie nur Andeutungen machen und darauf hoffen, dass Ihr Gegenüber zwischen den Zeilen liest, riskieren Sie eine Abfuhr.
  • Halten Sie sich kurz: Begründen Sie Ihr Anliegen nicht länger als nötig. Durch ewiges Weiterreden verlieren Ihre Argumente an Gewicht.
  • Entschuldigen Sie etwas nur, wenn nötig: Entschuldigen Sie sich nicht, wenn Sie berechtigte Forderungen stellen oder sich nichts zu Schulden haben kommen lassen. Entschuldigungen erwecken sonst den Eindruck, dass Sie ein schlechtes Gewissen haben und lassen Sie unsicherer wirken.
  • Benutzen Sie keine Füllwörter: Am besten streichen Sie Wörter wie irgendwie, eigentlich, vielleicht, möglicherweise und wahrscheinlich ganz aus Ihrem Wortschatz. Sie dienen nur dazu, ihre Botschaft abzuschwächen oder zu entwerten.
    (ebenda, S. 94 f)

Selbstbewusstsein aufzubauen dauert Zeit. So schade wie es ist, ein Buch mit Übungen reicht dafür nicht aus, kann aber der ersten Schritte sein. Selbstvertrauen nach innen und außen ist wie so vieles im Leben ein lebenslanger Prozess, der nicht immer einfach ist. Seien Sie geduldig mit sich, verlangen Sie nicht auf einmal und seinen Sie in erster Linie freundlich und wertschätzend sich selbst gegenüber. “Schluss mit meiner Wenigkeit” kann Ihnen ein verständnisvoller Ratgeber mit vielen nützlichen Tipps und Anregungen sein. Das Buch liest sich schnell und einfach, ist übersichtlich, gut verständlich und entbehrt darüber hinaus nicht an Tiefe.

Wenn Sie Ihre Kommunikation in Bezug auf die Selbstsicherheit betrachten wollen, so beobachten Sie mal, wie Ihre Worte in Situationen sind, in denen Sie sich „sicher“ fühlen und in Situationen, in denen Sie sich „unsicher“ fühlen. Da fällt Ihnen sicherlich auf, …. (aber jetzt sind Sie dran …)

Alles Gute auf Ihrem Weg wünscht Ihnen
Christa Schäfer

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