Burnout ist ein riesiges Thema unserer Zeit – und sicher nicht nur unserer Zeit. Für viele Menschen gilt Burn-Out als Modeerkrankung, aber dieses Image wird der Problematik nicht gerecht. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet “ausbrennen”. Er bezeichnet lang anhaltende Erschöpfungszustände, die psychischer und körperlicher Natur sind.

Die persönlichen Kosten von Burnout sind verheerend: negative Konsequenzen im Sozialleben, eine Bandbreite an leichten bis chronischen Krankheiten, schwere Depressionen und im extremsten Fall Suizid. Aber auch der volkswirtschaftliche Schaden ist immens: so schätzt die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, dass sich die Folgekosten von Burnout auf 20 Milliarden Euro jährlich innerhalb der EU belaufen.

Heute möchte ich über ein Buch schreiben, in dem viele wichtige Themen vorkommen: Schuldgefühle, Angst, Partnerschaft, Gesundheit, Geld und Finanzen, Schicksalsschläge, Freiheit und Mut und Dankbarkeit … und eben auch Burnout. All diese Themenbereiche stehen unter dem Stern eines (mangelnden) Selbstvertrauens. Das Buch zeigt, wie man dazu kommt, sich selbst und die eigenen Ziele und Wünsche zu verwirklichen. Das Buch heißt “Selbstvertrauen. Die Kunst dein Ding zu machen”, ist von Christian Bischoff verfasst und 2014 im Ariston Verlag erschienen.

In Kapitel „Ich fühle mich leer, ich kann nicht mehr!” berichtet Bischoff von einer Seminarsituation, in der sich Nadine, eine seiner Teilnehmerinnen, meldete und darüber berichtete, wie sie in ein Burnout geriet:

„Ich könnte heulen, wenn ich daran denke, wie ich da gesessen hab und was ich gemacht …“ „Ich bin im Oktober auf der Arbeit zusammengebrochen und habe mittlerweile herausgefunden, dass es darum geht zu lieben. Und sich selbst zu entdecken. Sich selbst wertschätzen zu lernen. Und andere wertzuschätzen …”

Irgendwie hatte sie zwischen sich und den Menschen um sie herum eine Eiswand aufgeschichtet – um in der Leistungsgesellschaft zu überleben. Um nach oben zu kommen. Um allen zu beweisen, wie gut sie ist. Sie hat Liebe mit gesellschaftlicher Anerkennung verwechselt und jahrelang auf’s falsche Pferd gesetzt:

„Und dafür hab ich mich zum Teil wie ein Arschloch benommen. Und dann bin ich zusammengebrochen.”
„Und das ist gut so. Burn-out ist nämlich eine gute Sache. Vielleicht denkst du jetzt, dass ich spinne. Aber überleg mal: Wer macht den Burn-out? Dann müssten alle, die deinen Job machen, einen Burn-Out haben. Dein Chef? Dann müsste es allen um ihn herum schlecht gehen. Die Umstände? Hm. Komm schon. Du selbst machst ihn! Dein Körper macht im Doppelpass mit deinem Unterbewusstsein den Burn-out. Die beiden erkennen, wie erschöpft deine Seele ist, und nehmen dich schlicht aus dem Spiel. Rein aus Überlebenstrieb. Um dich zu schützen. Und es funktioniert ja auch: Du kannst nicht weiterarbeiten. Du steigst aus der Ellebogen-Karriere-Überlebens-Erfolgs-Spirale aus. Gezwungenermaßen. Ganz automatisch. Ganz sinnvoll. Und siehe da, du lebst noch.
Deine Seele hat schon längst erkannt, dass dein Kopf sich mit Dingen beschäftigt, in denen sie sich nicht ausdrücken, ausleben, verwirklichen kann. Deine Arbeit ist nicht schlecht – sie passt nur schlecht zu dir. Dein Kopf ist in einer Endlosschleife gefangen und bolzt immer stur weiter. Also brauchst du einen Schubs, um von dem Gleis herunterzuspringen, das dich sonst geradeaus ins Unglück befördern würde. Du kannst sagen, was du willst, aber das ist einfach nur sinnvoll. Genauso sinnvoll wie ein Fieber, das dein Körper selbst produziert, um dein Immunsystem in Schwung zu bringen und einen Vorteil gegenüber Eindringlingen zu haben. Oder wie eine Entzündung, die nichts weiter als ein lokales Fieber ist, um kleine Verletzungen zu heilen. Fieber oder Entzündungen zu unterdrücken, ist Sabotage im Körper. Einen Burn-out zu unterdrücken, ist Sabotage an der eigenen Seele!
Also: gut gemacht. Ein Burn-out ist eine gute Sache. Burn-out heißt auf deutsch, du tust gerade etwas, das dir nicht entspricht, und bekommst jetzt die Gelegenheit, damit aufzuhören.”
„Ich glaube, ich musste an die Wand fahren, um aus all dem herauszukommen.”
(Bischoff, Christian: Selbstvertrauen. Die Kunst dein Ding zu machen, S. 169-171)

“Jede echte Krise im Leben ist nur ein Hinweis für uns, dass wir unser Leben neu und besser ausrichten sollen.”   (ebenda, S. 171)

Eine positive Interpretatation von Burnout – das hört man nicht oft, und ich schätze diese Sichtweise sehr. Obwohl ich zu Nadines eingänglichen Worten auch anmerken muss, dass in manchen Berufsgruppen das Burnout-Risiko überdurchschnittlich hoch ist, es also auch am Beruf liegen kann, in dem die Arbeitsbedingungen so schlecht sind (meistens ist das Hauptproblem Personalmangel). Weit voran befinden sich soziale Berufe. Burnout gibt es besonders bei ErzieherInnen, Alten- und KrankenpflegerInnen, SozialarbeiterInnen und LehrerInnen; aber auch Schichtarbeit ist eine Gefahr für die Gesundheit.

Bischoff schreibt über die Wichtigkeit einen Beruf zu wählen, dem man gerne nachgeht. Dafür schlägt er fünf Schritte vor. Im ersten solle man überlegen, welche Erwartungen und Bedürfnisse man habe, welche Motive einen leiten und welche Herausforderungen man suche. Im zweiten Schritt gehe es darum, sich die eigenen Stärken bewusst zu machen (und auch die eigenen Schwächen, denn hinter jeder Schwäche verberge sich auch eine Stärke, die man vermutlich nur übertrieben habe). Der dritte Schritt beinhaltet herauszufinden, was einem Spaß und Freude bereitet und einen interessiert. Um die Langzeitperspektive gehe es beim vierten Schritt – worauf wird man am Ende des Lebens stolz sein und sich wünschen, es ausgiebig getan zu haben? Nur als fünfter Schritt suchten Menschen Geld; der Gehalt werde als Anziehungskraft überschätzt.

Das Buch „Selbstvertrauen. Die Kunst dein Ding zu machen“ bringt viele Themen auf den Punkt: Schuldgefühle, Angst, Partnerschaft, Gesundheit, Freiheit und andere. Jedes Kapitel ist gut zu lesen – und effektiv in der Wirkung.

Ganz viel Selbstvertrauen und die Kunst, Ihr Ding zu machen wünscht Ihnen
Christa Schäfer

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