mediation-berlin-blog

Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Allgemein (Page 2 of 3)

Traumatisierte Kinder,

das ist ein Thema, das auch in diesem Blog durchaus seinen Platz finden muss.

Berlin, April 2011

Zwei bislang unbekannte Halbwüchsige (Alter: ca. 11 bis 14 Jahre) rauben einem Elfjährigen auf einem Spielplatz am Halensee dessen Halskette. Anschließend sollen sie ihr Opfer mit einem Messer bedroht haben.

Ein Elfjähriger hat im Berliner Bezirk Wedding mit einer Soft-Air-Pistole auf andere Kinder geschossen, um Geld zu erpressen. Später steckt er dann sogar einem Jungen ein brennendes Streichholz in die Nase.

Im Berliner Bezirk Lichtenrade geht ein siebenjähriger Junge mit einem abgebrochenen Küchenmesser auf einen neunjährigen Jungen los und verletzt diesen im Gesicht. Die Wunde muss genäht werden.

Von 2005 bis 2009 stieg die Zahl der Gewalttaten, bei der unter 14-Jährige die Tatverdächtigen sind, von 1440 auf 1789 Fälle. Die meisten Fälle davon sind Körperverletzung aus, die sich von 1170 Taten auf 1480 erhöht haben. Laut Polizeistatistik 2010 ist die Gesamtzahl der von Kindern begangenen Straftaten im Vergleich zu 2009 gesunken. 2009 gab es 5730 tatverdächtige Kinder, 2010 waren es nur noch 5360, davon 273 unter acht Jahren.

Wie man sich leicht vorstellen kann, ist es gut möglich, dass Gewalt unter Kindern zu einer psychischen Traumatisierung führt.

„Eine traumatische Situation bedeutet für ein Kind eine extreme, existenzielle Bedrohung. Dabei kann das Kind entweder sich selbst sowie seine körperliche und seelische Einheit oder andere Menschen als bedroht erleben. Entscheidend ist, dass das Kind das Gefühl hat, ohnmächtig zu sein und nichts tun zu können, um sich oder den anderen aus der extremen Not herauszuhelfen.“ (Krüger, Andreas: Erste Hilfe für traumatisierte Kinder. Düsseldorf: Patmos Vlg., S. 19)

Das Buch “Erste Hilfe für traumatisierte Kinder”, dem ich diese Definition einer traumatischen Situation entnommen habe, bietet wichtige fachliche Grundlagen zum Thema, beleuchtet Auswirkungen von Traumatisierungen auf das soziale Umfeld und gibt Hinweise zum Umgang mit psychischen Traumatisierungen. Es ist als Einführungsliteratur für LehrerInnen und PädagogInnen absolut empfehlenswert.

In diesem Buch erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema „traumatisierte Kinder“. Sie erfahren, was in den ersten Momenten einer traumatisierenden Situation getan werden sollte und was in der unmittelbaren Folgezeit wichtig wird. Und natürlich können Sie auch über die Haltung lesen, mit der eine Erzieherin oder eine Lehrkraft einem schwer seelisch verletzten Kindern in oder kurz nach der Akutsituation begegnen sollte.

Ach ja, und dann möchte ich Ihnen noch vorstellen, wie einfühlsam und anschaulich Andreas Krüger Kindern den Begriff traumatische Situation erläutert:

„Stell dir mal ein Kaninchen vor, das gerade von einer Katze verfolgt wird. Das Kaninchen kann sich gerade noch in einen Winkel zwischen zwei Steinen retten. Die Katze kann nicht an das Kaninchen ran, aber die Tatze der Katze flitzt die ganze Zeit vor den Augen des Kaninchens hin und her. Das Kaninchen sitzt in einer Falle: Es kann weder weglaufen, noch kann es kämpfen und sich wehren. So eine Situation, die nennt man eine traumatische Situation – wenn ganz große Gefahr da ist ud man absolut gar nichts mehr machen kann und riesige Angst hat. Man könnte das auch „Nichts-geht-mehr Situation“ nennen. Menschen kann es auch so ergehen, wenn sie zuschauen müssen, wie anderen etwas Schlimmes passiert. Wir fühlen ja mit anderen mit, und da kann es Menschen manchmal genauso Angst machen, wenn sie mit zusehen müssen. Das wäre so, als müsste der Bruder von dem Kninchen vom Kaninchenbau aus zusehen und Angst um seinen Bruder haben, der gerade von der Katze gejagt wird. Da ist das kleine Herz vom Kaninchen und seinem Bruder wie schockgefroren: Nichts geht mehr, Wut und vor allem die Tränen sind dann wie eingefroren …“ (S. 120 f.)

Ich hoffe, dass Sie nicht in die Situation kommen, ein traumatisiertes Kind zu betreuen, aber ich hoffe, dass Sie, wenn Sie in diese Situation kommen, das Kind gut unterstützen können.
Christa D. Schäfer

Gastbeiträge über Unterrichtsstörungen

Ich freue mich mitteilen zu können, dass es demnächst in diesem Blog einige Gastbeiträge zum Thema “Unterrichtsstörungen” geben wird. Freuen Sie sich mit mir und schauen Sie wieder rein …

wünscht sich
Christa D. Schäfer

Was haben die Alexander-Puschkin-Schule,

die Mildred-Harnack-Schule, die Gutenberg-Oberschule, die Fritz-Reuter-Schule, die Oberschule am Rathaus und alle weiteren Sekundarschulen und Gymnasien aus Berlin Lichtenberg gemeinsam? Sie haben jetzt BuddYs …

Unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen“ übernehmen Schülerinnen und Schüler jetzt in Projekten und im Unterricht Verantwortung für sich und andere. Solche buddY-Projekte gibt es bisher in den Oberschulen von Niedersachsen, Hessen, Thüringen, in OWL und einigen Schulen Hamburgs. In Berlin gibt es in vielen vielen Grundschulen ebenfalls buddY-Projekte. Die Randow-Grundschule in Berlin Lichtenberg ist im Oktober 2010 sogar buddY-Schule des Monats geworden. An dieser Schule gibt es ein wunderbares Pausenbuddy-Projekt, bei dem die STOPP-Regel eine wichtige Rolle spielt. Im Juni 2010 fand die erste Lichtenberger Kinderkonferenz statt, bei der sich BuddYs aus den Grundschulen zu wichtigen Fragestellungen ausgetauscht haben.

Jetzt wurde am 6. Oktober 2010 eine Projektvereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Bezirksamt Lichtenberg, der Regionalen Fortbildung Lichtenberg, dem Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg, den teilnehmenden Projektschulen der Region und dem buddY e.V. geschlossen. Damit ist der Startschuss für die Lichtenberger Oberschulen gefallen. Da ich die Lichtenberger LehrerInnen und SozialpädagogInnen über ein Jahr lang vorbereitet, trainiert und gecoacht habe, weiß ich schon jetzt ein wenig über die gestarteten und zukünftigen buddy-Projekte.

Es werden viele Klassenräte an den Lichtenberger Oberschulen entstehen, ältere Schüler werden sich im Sinne von Patenschaften um jüngere Schüler kümmern, Pausenbuddys werden auf dem Schulhof für Ordnung sorgen … Am Ende der Feierstunde hat sich die Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich mit einigen Buddys unterhalten und in Erfahrung gebracht, was deren Aufgabe an den Schule bereits ist und zukünftig werden wird.

Rainer Bäth vom Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg und Dr. Wolfgang Steininger von der Schulpsychologie Lichtenberg werden die Projekte weiter begleiten, und ich werde sicherlich die Gelegenheit haben, an dieser Stelle von einigen interessanten und spannenden Projekten berichten zu können.

Das Projekt der Randow-Grundschule soll bereits hier noch einmal genauer erläutert werden. 2009 nahm das ganze Kollegium der Grundschule an einer Fortbildung zum Thema „Stopp-Regel“ teil. Die Stopp-Regel zeigt dem Gegenüber, dass man nicht mehr möchte – sei es im Spaß oder im Ernst. Die Kinder der Schule haben danach den Umgang mit der Stopp-Regel gelernt.

Im täglichenUmgang miteinander entstehen nun Sätze wie: „Stopp, ich möchte nicht, dass du mich ärgerst.“ oder „Stopp, lass bitte meine Freundin in Ruhe.“ oder „Stopp, ich möchte, dass du aufhörst mich zu beleidigen.“ oder oder oder

Die Einführung der Stopp-Regel ist ein Mittel zur Gewaltprävention an der Schule. Nicht nur Grundschulen, sondern auch viele Hauptschulen haben deutschlandweit bisher die Stopp-Regel im Klassen- oder Schulkontext eingeführt. Die Idee der Einführung der Stopp-Regel geht auf das Buch „Bei STOPP ist Schluss. Regeln und Werte vermitteln“ (Thomas Grüner und Franz Hilt) aus dem AOL-Verlag zurück.

An der Randow-Grundschule gibt es zusätzlich zur Stopp-Regel die BuddYs, die auf dem Schulhof unterwegs sind und darauf achten, dass die Stopp-Regel eingehalten wird. Sie helfen den Kindern, die sich streiten, auch dabei, eigene Lösungen zu finden, um sich wieder zu vertragen.

Übrigens gibt es einen wunderbaren Film zur Stopp-Regel, der an der Anne-Frank-Grundschule in Berlin Mitte gedreht wurde.

Wäre nicht die Stopp-Regel auch was für Ihre Schule?
fragt Christa Schäfer

Streitschlichter-Stückchen

Soll ich Ihnen verraten, was ich zu Weihnachten bekommen habe?
Leckere Streitschlichter-Stückchen!

Das ist ein gigantischer Schoko-Torrone-Riegel zum gerechten Teilen mit 20 Stückchen für einen oder mehrere Streitfälle. Man kann den Riegel als Talking Stick verwenden (nach indianischem Vorbild) und nach gelöstem Streit die Schokolade gerecht teilen.

Da hat die Firma Hussel eine super Idee mit den Streitschlichter-Stückchen gehabt. Und besten Dank auch an Kathrin Warneke für das Soul Food Sortiment und ihre Ideen für die Seelennahrung …

Christa D. Schäfer

Wollen Sie wissen, was Schokolade und Impulskontrolle mit interpersonaler Intelligenz und sozialer Kompetenz zu tun haben?

Berliner Präventionstag 2009

Am 10. November hat der 10te Berliner Präventionstag stattgefunden. Der Präventionstag wird jährlich von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt durchgeführt. Die Landeskommission lobt zum Anlass des Tages auch Preise für beispielhafte Projekte in Berlin aus, dieses Jahr zum Thema „Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention“.

„Mit dem Berliner Präventionspreis der Landeskommission Berlin gegen Gewalt würdigen wir vorbildliche Projekte im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention. Er ist ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Prävention in unserer Stadt und zur Unterstützung von Projekten. Ohne das Engagement für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben der Projekte, der Träger, der Institutionen und Netzwerke im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention sowie unserer Sponsoren wäre Berlin weniger lebenswert. Unsere Botschaft lautet deshalb: Prävention ist eine Investition in die Zukunft. Prävention lohnt sich. Alle können sich engagieren. Es geht um unsere Stadt.”

so der Vorsitzende der Landeskommission, Staatssekretär Thomas Härtel.

Dieses Jahr ging der erste Preis an die Paul-Braune-Schule für ihr Projekt “Förderung des sozialen Miteinanders als präventive Maßnahme von Gewalt“. Den von der Initiative Schutz vor Kriminalität gestifteten Sonderpreis erhielt das Projekt “Denkzeit-Training für aggressiv-auffällige Schüler“ der Denkzeit-Gesellschaft e.V.

Herzlichen Glückwunsch
sagt Christa Schäfer

Page 2 of 3

Copyright©mediation-berlin-blog.de 2008

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén