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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Konflikte (Page 2 of 20)

Nachtrag “Konflikte in Berlin”

Kaum hatte ich den letzten Artikel zum Thema “Konflikte im Frühsommer in Berlin” online, da hörte und las ich von einer neuen Schlägerei in Berlin, wieder eine Massenschlägerei, der Titel:

Hochzeitsfeier endete in Schlägerei

Im Bezirk Tempelhof endete in der Nacht zu Montag vom 7.6. zum 8.6.2015 eine Hochzeitsfeier in einer Massenschlägerei. Bisher gab es keinerlei Information, wodurch der Streit ausgelöst wurde. Die in einem Festsaal  feiernden Gäste stammten vornehmlich aus Bosnien-Herzegowina. Zwei Männer schienen in Streit miteinander geraten sein und prügelten heftig aufeinander ein. Die Polizei wurde gerufen und wollte die beiden Männer trennen. Daraufhin wurden sie von Gästen mit Flaschen, Gläsern und Stühlen beworfen. Mehrere Gäste und zwei Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Sieben männliche Gäste kamen in die Gefangenensammelstelle der Polizei.

Hier eine Videoimpression:
Hochzeitsfeier endete in Schlägerei

Was ist eigentlich derzeit in Berlin los ??!!
fragt sich kopfschüttelnd Christa Schäfer

Konflikte in Berlin, im Frühsommer 2015

28. Mai 2015, zwei Spielplätze in Berlin Prenzlauer Berg

Im Prenzlauer Berg werden in den letzten Wochen immer wieder Rasierklingen auf Kinderspielplätzen gefunden. Oft sind sie hochkant und knapp unter der Sandoberfläche versteckt. Wer macht so etwas? Der oder die Täter werden von der Polizei wegen versuchter Körperverletzung gesucht.

3. Juni 2015 auf einem Spielplatz in Berlin Moabit

Zwei Frauen, beide aus unterschiedlichen arabischen Großfamilien stammend, geraten auf einem Kinderspielplatz in Streit miteinander und lösen eine Massenschlägerei auf dem Spielplatz aus. Warum ist unklar. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung. Ein Unbeteiligter geht dazwischen und will schlichten. Es gelingt ihm nicht. Immer mehr Familienangehörige mischen sich in den Streit mit ein. Die Auseinandersetzung mündet in einem handfesten Gemenge. Schließlich sorgen 90 Polizisten dafür, dass die 70 Familienangehörigen beider Familien voneinander ablassen.

Einen Tag später, am 5. Juli 2015, diesmal in Berlin Neukölln

Mehrere kleine Jungs streiten sich um 21.25 Uhr auf einem Spielplatz an der Neuköllner Grenzallee. Erwachsene mischen sich ein. Es entstehen zwei Lager, die miteinander im Streit liegen. Insgesamt 50 Personen, allesamt Angehörige zweier aus Rumänien stammenden Familien sind an dieser Schlägerei auf dem Neuköllner Spielplatz beteiligt.

Als die Polizei eintrifft, findet sie einen 30jährigen Mann mit einer blutenden Platzwunde auf dem Bürgersteig liegen. Er gibt an, von vier Männern mit Messern und Gewehr bedroht und mit einer Flasche geschlagen worden zu sein. Bei den Ermittlungen stellt die Polizei fest, dass der Mann zuvor eine schwangere Frau in deren Wohnung geschlagen haben soll.

Alle Jahre wieder

Immer mal wieder gibt es – vorzugsweise im Juni – Schlägereien zwischen Großfamilien in Berlin. Ob’s das jetzt für dieses Jahr war, oder ob noch was kommt ?!

fragt sich Christa D. Schäfer

Walter Mischel und der Marshmallow-Test

In den Sechzigerjahren führte Walter Mischel mit seinen StudentInnen ein Experiment mit Kindern im Vorschulalter an der Bing Nursery School durch, einer Kindertagesstätte der Stanford University. Er führte die Kinder in eine echte Dilemma-Situation. Die Kinder hatten die Wahl zwischen einer sofortigen Belohnung (einem Marshmallow) und einer größeren späteren Belohnung (zwei Marshmallows), für die sie jedoch 20 Minuten warten mussten. Das sah so aus, dass ein Kind alleine im Raum saß, ein Marshmallow und eine Glocke vor sich. Wollten das Kinder die Süßigkeit essen, so konnte es die Glocke betätigen und den Marshmallow essen. Betätigte es die Glocke nicht, so erhielte es die größere Belohnung nach der Rückkehr des Versuchsleiters. Manche Kinder warteten nicht lange, bis sie die Glocke läuteten, andere Kinder hielten die 20 Minuten standhaft durch.

Was Mischel und seine StudentInnen vollkommen überraschte, war die Tatsache, was die vier- und fünfjährigen Kinder alles taten, um sich nicht verlocken zu lassen. Vollkommen verblüffend war auch die Tatsache, dass der Marshmallow-Test und die Länge des Belohnungsaufschubs viel über das zukünftige Leben der Probanden verriet. Je länger ein Kind wartete, umso besser schnitt es später bei Studierfähigkeitstests ab, und um so höher konnte das kognitive Leistungsvermögen im Jugendalter eingestuft werden. Im Alter zwischen 27 und 32 Jahren verfolgten diejenigen, die im Vorschulalter beim Marshmallow-Test länger gewartet hatten, ihr Ziel konsequenter und kamen besser mit Frustration und Stress zurecht, sie hatten ein höheres Selbstwertgefühl und sogar einen niedrigeren Body-Mass-Index. Außerdem waren sie belastbarer und anpassungsfähiger bei der Bewältigung zwischenmenschlicher Probleme und schafften es besser, enge Beziehungen aufrecht zu erhalten. Im mittleren Alter dieser ehemaligen Probanden konnte man in den Hirnarealen, die mit Suchtverhalten und Fettleibigkeit verknüpft sind, deutliche Aktivitätsunterschiede feststellen zu den Probanden, die als Kinder nicht in der Lage waren, in den Belohnungsaufschub zu gehen. Bei denjenigen, die die Belohnung gut aufschieben konnten, war das Areal im präfrontalen Kortex aktiver, das für effektives Problemlösen, kreatives Denken und die Kontrolle impulsiven Verhaltens wichtig ist. Bei denjenigen, die die Belohnung weniger gut aufschieben konnten, war das ventrale Striatum aktiver, vor allem auch dann, wenn sie sich bemühten, ihre Reaktionen auf emotional aufgeladene, verlockende Stimuli zu kontrollieren.

Marshmallow-TestIch finde von Walter Mischel erzielten Ergebnisse und die durch ihn angestoßenen Forschungen äußerst spannend und freue mich sehr, dass es jetzt ein wunderbares, fast 400 Seiten starke Buch zum Marshmallow-Test und den Auswirkungen gibt. In dem Buch „Der Marshmallow-Test“ werden Antworten auf viele Fragen gegeben. Ist die Fähigkeit, Belohnungen aufzuschieben, angeboren? Wie kann man Menschen diese Fähigkeit beibringen? Was ist „Willenskraft“? Welche Umstände schwächen die Willenskraft? Auf welchen kognitiven Fähigkeiten und Motivationen basiert sie?

Belohnungsaufschub und Selbstkontrolle

Mischel nutzt zur Unterstützung dieser Antworten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Er erläutert, dass im menschlichen Gehirn zwei eng miteinander verwobene Systeme existieren, das eine „heiß“ – emotional, reflexgesteuert, unbewusst – das andere „kühl“ – kognitiv, reflektierend, langsamer und mehr Anstrengung erfordernd. Die spezifischen Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Systemen bestimmen, wie die Vorschulkinder im Marshmallow-Test reagieren. Es gibt Strategien, wie mentale Prozesse und Strategien beschaffen sind, mit denen heiße Verlockungen abgekühlt werden können, Belohnungen aufgeschoben und Selbstkontrolle entwickelt werden kann.

Sind die Belohungen sichtbar, so fällt das Warten schwerer, als wenn die Belohnungen unter einem Tablett versteckt sind. Erfolgreiche Belohnungsaufschieber dachten sich zudem alle möglichen Kniffe aus, um sich abzulenken und den Konflikt und dem Stress, dem sie ausgesetzt waren, abzukühlen. Es gab Kinder, die dachten sich kleine Lieder oder Geschichten aus, schnitten Grimassen, beschäftigten sich mit ihren Händen oder Füßen oder hatten sonstige kreative Ideen. Ablenkende Gedanken führten zu einem längeren Belohnungsaufschub. Das Denken an die Belohnung verkürzte die Dauer, bis die Kinder die Glocke betätigten.

Die Aktivierung des heißen, emotionalen Systems sorgt dafür, sofort zu handeln. Konzentriert man sich auf die heißen Merkmale einer Verlockung führt das zu Los!-Reaktionen. Hoher Stress aktiviert das heiße System. Das heiße System befindet sich im limbischen System im Gehirn, in der Amygdala. Ein auftauchender Löwe hat in früheren Zeiten natürlich zu einer automatischen Selbstschutzreaktion geführt. Heiße Reaktionen sind allerdings nicht hilfreich, wenn es darum geht, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Das kühle, kontrollierte System befindet sich vornehmlich im präfrontalen Kortex im Gehirn. Dieses System entwickelt sich langsam, wird in den Vorschul- und Grundschuljahren allmählich aktiver und ist erst mit Anfang 20 vollständig ausgereift. Gute Belohnungsaufschieber konzentrierten sich auf die kühlen, abstrakten, faktischen Merkmale der Verlockung und entzogen sich den heißen Merkmalen. Es gibt Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Belohungsaufschiebeverhalten und in den Abkühlungsstrategien. Bei großem Stress fällt das kühle System zunehmend aus.

Selbstkontrolle entsteht im Zusammenhang mit dem Bindungsverhalten eines Menschen. Die von Mary Ainsworth konzipierte „Fremde Situation“ simuliert ein kurzes Verschwinden der Mutter und eine Wiedervereinigung zwischen Mutter und Kind unter harmlosen Bedingungen. Kleinkindern zwischen ein und drei Jahren, denen es gelang, sich von der Abwesenheit der Mutter abzulenken, schnitten auch später beim Marshmallow-Test besser ab. Der Erziehungsstil einer Mutter beeinflusst die Strategien zur Selbstkontrolle, die ein Kind entwickelt. Wow. Sind die Kinder älter, so können Wenn-dann-Pläne dem Kind helfen, eine breite Palette ansonsten kaum bezwingbarer Selbstkontrollprobleme erfolgreich zu bewältigen. Fest verankerte Wenn-dann-Umsetzungspläne können auch im Erwachsenenalter noch helfen, Verlockungen zu trotzen, mit dem Rauchen aufzuhören, uns auf eine Zielerreichung oder auf bestimmte Kernaufgaben zu konzentrieren.

Von Marshmallows im Kindergarten zur Altersvorsorge

Selbstkontrolle ist zur Erreichung langfristiger Ziele absolut wichtig. Zu viel Selbstkontrolle lässt uns unser Leben allerdings ebenso unerfüllt erscheinen wie zu wenig Selbstkontrolle. Die Fähigkeit zur Selbstkontrolle kann ein starkes Selbstwertgefühl wachsen lassen. Da heißt es dann: „Ich weiß, ich kann es (schaffen)!“

Mischel beschreibt in seinem Buch auch, dass sich Kinder, die erfolgreich im Belohnungsaufschub waren, durch drei Merkmale der Exekutiven Funktionen (einem Teil des kühlen Systems) auswiesen. Sie mussten sich erstens an ihr gewähltes Ziel erinnern, zweitens im Blick behalten wie nah sie dem Ziel schon gekommen waren und evtl. Korrekturen vornehmen und drittens impulsive Reaktionen hemmen.

Optimistisch denkende Menschen haben insgesamt höhere Erfolgserwartungen. Kinder, die davon ausgehen, alles Notwendige schaffen zu können, um ihre Belohnung zu erhalten, strengen sich an und sind eher der Gruppe zuzuschreiben, die lange warten kann. Erfolgserlebnisse verstärken zukünftige Erfolgserwartungen ganz erheblich.

Impulskontrolle und Selbstkontrolle können zudem die Herausforderungen des Lebens meistern helfen, beispielsweise schmerzliche Gefühle abzukühlen. Erzählten Klienten ihre Gefühle aus einer selbstzentrierten Perspektive, so berichten sie so, als würden sie eine Erfahrung nochmals durchleben. Werden Gefühle und Gründe aus einer distanzierten Perspektive berichtet, so können Ereignisse kognitiv neu bewertet werden. Selbstdistanzierung unterstützt, konstruktive Strategien zur Problemlösung und Konfliktbeilegung zu finden und den Blutdruck zu senken.

„Wenn die Probanden sich spontan von sich selbst distanzierten, während sie an die negativen Erfahrungen in ihrer Beziehung dachten, wendeten sie auch konstruktivere Strategien zur Problemlösung und Konfliktbeilegung an als diejenigen, die sich nicht spontan von sich selbst distanzierten. Besonders interessant war, dass die Probanden mit geringer Selbstdistanz Konflikte konstruktiv bewältigten, solange ihre Partner keine ablehnende, feindselige Haltung ihnen gegenüber zeigten. Wurden ihre Partner feindselig, zahlten sie es ihnen jedoch mit gleicher Münze heim, sodass die Feindseligkeit eskalierte. Die Kombination von Menschen mit geringer Selbstdistanzierung und extrem negativ gestimmten Partnern setzte regelmäßig die Zukunft der Beziehung aufs Spiel. Dieses Muster galt unabhängig davon, ob das Konfliktverhalten in Selbstberichten oder durch unabhängige Beobachter eingeschätzt wurde, wenn die Partner ihre Konflikte in einer Laborsituation diskutierten. …“ (Mischel: Der Marshmallow-Test. S. 195)

Sicherlich haben Sie beim bisherigen Text dieses Blogartikels bereits gemerkt, dass ich von diesem Buch begeistert bin. Ich könnte viele weitere interessante und spannende Ergebnisse aus dem Buch referieren, möchte Ihnen allerdings das Buch selber ans Herz legen. Walter Mischels Buch zum Marshmallow-Test ist wie ein spannender Krimi ein absoluter Lesegenuss, der hilft, Menschen zu verstehen.

Christa D. Schäfer

Mediation um den Landwehrkanal in Berlin – Erfolg ?!

Im Sommer 2008 berichtete ich erstmals hier im Blog über die Mediation um die Bäume am Landwehrkanal in Berlin.

Sechs Jahre dauerte die Mediation. 20 Verbände, Ämter, Anwohner und Vertreter der Binnenschifffahrt tagten in rund 140 Mediationsitzungen, die durchschnittlich je fünf Stunden dauerten. Schließlich fanden die Beteiligten ein Lösungspaket für den Konflikt und unterzeichneten im Dezember 2013 eine Mediationsvereinbarung.

Anuschka Guttzeit, die Mitbegründerin der Initiative „Bäume am Landwehrkanal“, sieht das Mediationsverfahren kritisch. Auf freitag.de berichtete sie über einen Regelbruch im Mediationsverfahren und über diese Mediation als Steuergeldverschwendung einer Bundesbehörde. Lesen Sie selbst …

Christa D. Schäfer

Elder Mediation

Die Elder Mediation ist ein Mediationsbereich, der in Kanada in den 1980/90er Jahren entstand. Es gab verschiedene Organisationen, die die Erfahrung machten, dass Altersmediation Familien in bis dahin ungelösten Fragen gut unterstützen kann. Die Alzheimer-Gesellschaft der Prince Edward Island in Kanada, die erstmals 1991 Elder Mediation anbot, erklärte diesen Mediationsbereich sogar zu einem Kerngeschäft ihrer Gesellschaft. Die ersten Ausbildungsgänge zur Elder Mediation entstanden. Ein Berufskodex wurde für MediatorInnen entwickelt, die im Bereich der Elder Mediation tätig waren. 2006 wurden die Berufsregel zur Elder Mediation von Judy McCann-Beranger ausgearbeitet, verabschiedet und später auch ins Deutsche übersetzt. Das Elder Mediation International Network (EMIN) entstand als ein internationaler Zusammenschluss von Elder MediatorInnen. Seit 2008 führt das Netzwerk jährlich einen Kongress durch, das von Mediatorinnen und Mediatoren aus aller Welt besucht wird. Der Kongress hat in der Schweiz dazu geführt, dass das Thema auch dort verstärkt Fuß fassen konnte.

Ganz klar gibt es im Alter verschiedene Themen. Mal geht es darum, dass ein älterer Mann mit seinen Kindern etwas klären möchte, das ihn schon lange belastet und endlich ausgesprochen werden muss. Mal ist es die Familie, in der drei Geschwister klären müssen, wie die Pflege der Mutter gut gelingen kann, wer sich um was kümmert und wie die Kosten aufgeteilt werden sollen. Dann wieder gibt es ältere Ehepaare, in denen jetzt im Alter die Gewalt im Familienkontext Einzug hält, wie können sich die Kinder verhalten, wie kann man das alte Paar unterstützen und welche Regeln können aufgestellt werden? Die Fälle in der Elder Mediation sind so vielfältig wie nur denkbar. Gleich bleibt allen Fällen, dass sich die Mediatorin oder der Mediator in diese Ebene des Lebens hineindenken können und bestimmtes Wissen, diesen Bereich betreffend, haben muss.

Seit kurzem gibt es auch verschiedene Angebote zur Elder Mediation in Deutschland. Die 2013 gegründete Fachgruppe des Bundesverbandes Mediation (BM) verzichtet bewusst darauf, den Begriff „Alter“ anhand der Anzahl der gelebten Jahre eines Beteiligten zu bestimmen. Sie definiert die Elder Mediation:

„Elder Mediation ist Mediation, bei der die MediandInnen Alter bzw. die Konsequenzen des Älterwerdens als ein Thema ihres Konfliktes wahrnehmen. Der Konflikt, der in der Mediation bearbeitet wird, kann im privaten oder beruflichen Zusammenhang entstanden sein. Häufig, aber nicht immer, sind generationenübergreifende Systeme betroffen. Elder Mediation richtet sich an ältere Menschen und ihr Umfeld mit dem Ziel, Konflikte zu deeskalieren und bestehende Netzwerke zu stärken.“ (http://www.bmev.de/index.php?id=584, eingesehen am 30.08.2014)

Seitdem ich vor einigen Jahren die Elder Mediation in Tucson / Arizona kennen gelernt habe, führe ich auch verschiedentlich Elder Mediationen in Berlin oder deutschlandweit durch. Es gibt verschiedene Besonderheiten in diesem Mediationsbereich, die beispielsweise in den folgenden beiden Artikeln nachzulesen sind:

Artikel im „Spektrum der Mediation“

Artikel in „Mediation aktuell“

Aufgrund der Besonderheiten dieses Mediationsbereiches hat mich das Buch “Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen. Konzepte und Praxis für Beratung und Psychotherapie“, im Carl-Auer Verlag herausgegeben von Thomas Friedrich-Hett, Noah Artner und Rosita A. Ernst sehr interessiert. Das Buch beschäftigt sich zunächst mit den Grundlagen des Alterns und umfasst anschließend verschiedene Aspekte der praktischen Arbeit mit älteren Menschen. Da breitet sich eine große Bandbreite aus, angefangen von der Systemischen Psychotherapie Hochbetagter über die Biografiearbeit, das Thema Sexualität und Partnerschaft im Alter, eine mögliche Suchtproblematik bis zum Umgang mit dementen Menschen. Das Buch ist eine wahre Fundgrube, wenn man sich für verschiedene Aspekte zur Beratung, Therapie und Mediation mit älterer Menschen interessiert. Und da es zur Elder Mediation noch kein deutschsprachiges Fachbuch gibt, sollte dieses Buch ein Grundlagenwerk werden, das für Elder MediatorInnen Pflicht wird.

Wer meinen Blog schon schon ein wenig länger kennt, der weiß, dass ich gerne eine Buchpassage zitiere, deren Gedankengänge mich besonders beschäftigt haben. Aus dem „Systemischen Arbeiten mit älteren Menschen“ möchte ich gerne auf Folgendes hinweisen:

„Verschiedene internationale Studien bestätigen, dass Einstellung und Lebenshaltung erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und die Lebensdauer haben. Genauso, wie negative Erwartungen dem eigenen Alter gegenüber zu ungünstigen sich selbst erfüllenden Prophezeiungen werden können, können positive Einstellungen Lebensdauer und Lebensqualität verbessern.
So zeigte zum Beispiel eine Langzeitstudie der Universität Yale an 660 Älteren, dass diejenigen, die Altersvorurteile ablehnten und eine positive Selbsterwartung hatten, im Durchschnitt 7,5 Jahre länger lebten. Die innere Haltung hatte dabei sogar einen größeren Einfluss auf die Lebensdauer, als Sport zu treiben oder aufs Rauchen zu verzichten.“ (Friedrich-Hett; Artner; Ernst (Hrsg.): Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen. S. 24)

Gerne möchte ich den Rat geben, rechtzeitig in einer Mediation Themen im Umgang miteinander zu klären, um die Lebensqualität zu erhöhen und eine positive innere Haltung steigern zu können, nur MUT !!

Christa D. Schäfer

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