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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Konfliktmanagement (Page 1 of 15)

Kann man erfolgreich streiten?

„Streit bringt uns voran und hilft uns, uns durchzusetzen: mit unseren Gedanken, unseren Meinungen, Ideen und Gefühlen. Streit befestigt Beziehungen, schafft Identität und macht tolerant. Das ist gut so und der Motor jeder Entwicklung.“

So steht es auf der Buchrückseite des Buches „Erfolgreich streiten. Wie man seine Ziele durchsetzt und trotzdem alle gewinnen“ von Werner Ehrhardt und Thomas Schneider, das 2013 im südwest Verlag erschienen ist. Was also ist erfolgreich streiten, und wie geht das?

Ehrhardt und Schneider erarbeiten, welche Richtlinien es im Streit gibt, um mit einem positiven Ergebnis für alle Beteiligten aus dem Streit herauszugehen. Dabei haben sie sich die Tit-for-Tat-Strategie näher angeschaut. Sie beschreiben, wie das Denken und Handeln in Win-win-Kategorien (Harvard-Modell von Fisher/Ury), erweitert um das Streitmodul Tit-for-Tat heutzutage unverzichtbarer und erfolgreicher Bestandteil von Krisenmanagement in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft geworden ist. In Situationen und Konflikten des Alltags ist Tit for Tat noch lange nicht angekommen. Aber nun muss erst einmal erläutert werden, was Tit-for-Tat überhaupt bedeutet …

Ehrhardt und Schneider nennen drei Parameter, die jeden Streit begleiten:

  1. Es sind immer Gefühle beteiligt.
  2. Es geht immer um etwas.
  3. Jeder Streit ist anders.

Die Tit-for-Tat-Strategie berücksichtigt alle drei Parameter. Ehrhardt und Schneider haben daran gearbeitet, die bereits im Politik- und Wirtschaftsbereich erfolgreiche Tit-for-Tat-Strategie als Alltagstraining für die Psychotherapie „umzubauen“. Es gibt 10 Elemente im Tit-for-Tat, die als ganzheitliches System zu verstehen und zu nutzen sind. Ein nicht beachtetes Element kann die gesamte Strategie außer Kraft setzen.

Die 10 „Regeln“ der Tit-for-Tat-Strategie:

  1. „Analysiere die Situation: Handelt es sich um eine Verdrängungssituation, ist es gewollter Kampf oder das Angebot für eine Kooperation.
  2. Beginne grundsätzlich freundlich und ehrlich, sei dabei immer offen, durchschaubar und berechenbar.
  3. Dein übergeordnetes Ziel ist, dass alle Beteiligten Gewinner sind.
  4. Schlage bei Verrat sofort, aber angemessen zurück.
  5. Frage bei Vermutungen aller Art unbedingt erst einmal nach, bevor du reagierst.
  6. Entschuldige dich sofort und leiste Wiedergutmachung, wenn du selber eine Vereinbarung gebrochen hast oder irgendetwas fahrlässig oder schuldhaft zu verantworten hast.
  7. Akzeptiere die Aggressionen und Gegenaggressionen anderer.
  8. Kommuniziere sowohl das Positive der Beziehung als auch das konflikthafte der aktuellen Situation.
  9. Achte auf die langfristige Ausgeglichenheit des Verhältnisses von Geben und Nehmen.
  10. Akzeptiere, wenn ein Partner nicht Tit-for-Tat-fähig ist, und beende die Beziehung.“
    (Ehrhardt, Werner; Schneider, Thomas: Erfolgreich streiten. München: südwest 2013, S. 61)

So können sich vermeintliche GegnerInnen gegenüberstehen und dennoch gemeinsam den Konflikt aufarbeiten und im besten Fall aus dem Weg schaffen. Gut und realistisch ist auch Punkt 10, denn er bezieht mit ein, dass nicht alle Leute hinter diesem Konzept stehen müssen und sich in dieser Art der Konfliktlösung wohl fühlen. Ein Konflikt oder Streit kann auch so festgefahren sein, dass es zusammen keinen Ausweg mehr gibt und die Wege sich vielleicht schweren Herzens trennen müssen.

Es ist super spannend, was Ehrhardt und Schneider zu jeder der 10 Regeln schreiben. Und überhaupt ist das Buch absolut lesenswert, weil es vom Alltag, vom täglichen Miteinander berichtet. Man erkennt viele der beschriebenen Situationen und kann vieles im Buch „Gelerntes“ auch gleich wieder im Alltag einsetzen. So kommt man wirklich dem Ziel näher, im Streit seine Interessen befriedigt zu bekommen und dennoch allen zum gewinnen“ verholfen zu haben. Damit ist auch die Anfangsfrage geklärt: Ja, man kann erfolgreich streiten.

Interessant ist auch der Teil des Buches, in dem Ehrhardt und Schneider auf individuelle Gefühlswelten eingehen. Das entsprechende Kapitel lautet: Wie erzieht man Kinder so, dass ihre Aggressionen sich auf natürliche Weise entwickeln und ausbilden? Als positive Vorbilder liegt es an den Eltern bzw. Bezugspersonen, den Kindern zu zeigen, wie Aggressionen ausgelebt werden. Wie wird gestritten und wie wird sich entschuldigt? Was ändert sich danach? Es ist auch total legitim einfach mal wütend zu sein und auf den Tisch zu hauen. Der Knackpunkt dabei ist jedoch, sich wieder zu beruhigen und gegebenenfalls zu entschuldigen und zu sehen, was gerade passiert ist. Wut ist ok. Es bringt nichts, sich dafür zu schämen oder sie zu unterdrücken. In der Rolle als Beschützende ist es jedoch wichtig, dass Erwachsene für die Kinder da sind. Haben Kinder ihre erste Wunde oder erleben ihren ersten Streit, ist es wichtig, dass die Bezugspersonen ihnen den Rücken stärken, sie auffangen, Verständnis zeigen und trösten. Wir sind nicht immer alle stark und brauchen jemanden, an den oder die wir uns anlehnen können. Und die dritte Rolle von Erwachsenen ist es, Grenzen zu setzen. Es ist wichtig, dass das Kind in verschiedenen Situationen lernt, was Ordnung bedeutet und was Grenzen überschreitet.

Ja, auch hierzu könnte ich noch viel schreiben, aber lesen Sie das Buch doch einfach selbst. Viel Spaß dabei wünscht Christa Schäfer

Mediation im Planen und Bauen

Jetzt gibt es das erste Buch zu diesem Mediationsbereich, das zugleich der Auftakt einer neuen Schriftenreihe ist. Gerne möchte an dieser Stelle über beides berichten.

Die Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation“ kennen Sie voraussichtlich, denn über dieses Fachblatt habe ich bereits letzte Woche berichtet. Jetzt gibt es eine Schriftenreihe zugehörig zu dieser Fachzeitschrift, die sich dem zunehmenden Bedarf an Methoden und Verfahren zum Konfliktmanagement von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen widmet.

Mediation in Planen und Bauen, diese Fachgruppe des Bundesverbandes gibt es seit langem. Mediationsverfahren in diesem Bereich gibt es auch eine ganze Menge. Bauvorhaben wie „Stuttgart 21“ und andere haben Bürgerinnen und Bürger verstärkt zur Partizipation geworben und herausgefordert. Planungs- und Bauprozesse sind eng mit den Interessen von Nutzern und Betroffenen verflochten. Ganz klar ist, es gibt unterschiedliche Interessen und Vorstellungen. Aber wie kann Partizipation in solchen Prozessen gut gelingen? Wie kann eine gute Einigung in solchen Prozessen gefunden werden?


Das Buch „Einvernehmlich planen und bauen“ ist von Experten aus dem Bauwesen und der Mediationsbranche geschrieben und bietet einen praxisorientierten Zugang zur Thematik. Zugegeben, Mediation in diesem Bereich ist nicht mein Schwerpunkt, aber dennoch habe ich das Buch mit großem Interesse und viel Gewinn gelesen. Zu unterscheiden ist zwischen Projektvorbereitung mittels Mediation (im Sinne einer „öffentlichen Mediation“ mit Anwohnern, Initiativen, Behörden usw.) und der projektinternen Mediation nur für die jeweils unmittelbar am Konflikt Beteiligten.

„Große Planungs- und Bauvorhaben, insbesondere Infrastrukturprojekte, haben einen komplexen Projektaufbau mit vielen Beteiligten. Mediation kann als Werkzeug genutzt werden, um die Auswirkungen von Konflikten in solchen Projekten zu minimieren.“ (Holger Kummer in dem Artikel „Projektinterne Mediation bei Großprojekten“ im Buch „Einvernehmlich planen und bauen“, S. 131)

Bernhard Böhm beschreibt in seinem Buchartikel „Anforderungen der Mediation beim Planen und Bauen“, dass es heute eine Vielzahl von Möglichkeiten und Methoden gibt, Konflikte in diesem Bereich zu bearbeiten – man denke an die Stichworte: Bürgerbeteiligung, Dialogprozesse, Partizipation, moderierte Begleitung, Akzeptanzmanagement, Planungswerkstatt, und natürlich Mediation. „Environmental Mediation“ wurde bereits in den 1970er Jahren in den USA als Verfahren von „Umweltmediation“ genutzt und erlangte in den 1980er Jahren dann auch in Deutschland Bekanntheit. Spätestens seit dem Verfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens Ende der 1990er Jahre wurde Mediation auch überregional wahrgenommen.

Waren die ersten Mediationsverfahren noch regional oder lokal angesiedelt, wurden wenig später auch großräumige Infrastrukturprojekte (Bau von Eisenbahnstrecken, Bundesfernstraßen, Stromtrassen, Flughäfen …) mit einem Mediationsverfahren begleitet. Ab da passte dann auch der Begriff „Umweltmediation“ eher weniger, weil er zu eng gefasst war. Die Dimensionen sind zudem vielschichtiger und komplexer. Der Begriff „Mediation im öffentlichen Bereich“ löste den Begriff der „Umweltmediation“ ab. – Ja, so haben auch die verschiedenen Mediationsbereiche je ihre eigene Geschichte …

Viele Baufachleute, Ingenieure, Gemeinen und Kommunen werden sich freuen, mit dem Buch „Einvernehmlich planen und bauen“ ein Praxisbuch in den Händen zu halten. Viele MediatorInnen werden das Buch gerne lesen, um zu erfahren, welche Besonderheiten dieser Mediationsbereich hat. Und ich persönlich freue mich auf weitere Bände der Schriftenreihe des Fachmagazins „Die Wirtschaftsmediation“ und werde Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, natürlich auf dem Laufenden halten.

Interesse am Thema „Partizipation in der Schule“?
Dann kann ich Ihnen mein neues Buch empfehlen.

 

 

Und ein kleiner Tipp: Wenn Sie am Monatsende von mir informiert werden wollen, was für neue Blogartikel es gibt oder wenn Sie Interesse an Hinweisen und Berichten zu verschiedenen Veranstaltungen zur Mediation und Pädagogik erhalten wollen, dann abonnieren Sie doch meinen Newsletter (rechts oben Name und E-Mail Adresse eintragen, und der Rest geht automatisch …). Ich freue mich auf Sie …

Beste Grüße von
Christa Schäfer

I am proud to present you: Die partizipative Schule. Mit innovativen Konzepten zur demokratischen Schulkultur

In Schulen wächst das Bedürfnis nach Methoden und Konzepten, mit denen sie Gewalt vorbeugen, Probleme lösen und Konflikte bearbeiten können. Ziel der Implementierung partizipativer Methoden ist es, den Wert von Schule als Lern- und Lebensort zu steigern. Das soziale Klima an Schulen wird dadurch nachhaltig gestärkt, das Lernverhalten der Schüler verändert sich positiv und Lehrer und Schüler gestalten ihre Schule gemeinsam.

Mein neues Buch „Die partizipative Schule. Mit innovativen Konzepten zu einer demokratischen Schulkultur vermittelt kompakt die Grundlagen der partizipativen Schulentwicklung als Voraussetzung für demokratische Strukturen. Im praktischen Teil profitiert der Leser anhand zahlreicher Praxisprojekte von Anregungen und Erfahrungsberichten und findet außerdem Unterstützung für die Umsetzung an der eigenen Schule. Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche exklusive Online-Materialien.

Ende letzten Jahres geschrieben,
Anfang diesen Jahres gesetzt und gedruckt,
jetzt erhältlich !!

Das Buch eignet sich hervorragend als Ferienlektüre für die anstehenden Sommerferien, denn dann können Sie nach den Ferien mit neuen Ideen in das neue Schuljahr starten. Es ist geeignet für Schulleitungen, Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und viele weitere an Schule Beteiligte.

Gerne können Sie Ihre Eindrücke zum Buch hier im Blog, auf amazon oder auch persönlich bei mir rückmelden.

Und natürlich können Sie bei mir anfragen für:

  • Beratung für Schulentwicklung
  • Coaching für Schulleitungen und Lehrkräfte
  • Mediationen für Konflikte in Schulen
  • Moderation für Studientage, Zukunftswerkstätten, Open Space Veranstaltungen und World-Cafés
  • Projektbegleitung für Programme zur demokratischen Schulkultur
  • Training für pädagogische und kommunikative Themen

Lassen Sie uns in Verbindung bleiben.
Ich freue mich auf Sie.
Dr. Christa D. Schäfer

 

Sie können das Buch bestellen,
indem Sie auf folgenden Link klicken:

Mediation und Kreativität

Sollte ein Mediator oder eine Mediatorin kreativ sein?
Müssen die Medianden kreativ sein?
Was ist überhaupt Kreativität?

Definition Kreativität

Das Gabler Wirtschaftslexikon gibt dazu folgenden Erklärungen:

Kurzerklärung: „Kreativität bezeichnet i.d.R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln.“

Ausführliche Erklärung:
„Kreativität bezeichnet i.d.R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln. Die Bedingungen für Kreativität werden oftmals nach den vier Ps der Kreativität eingeteilt, und zwar nach person (Person), process (Prozess), product (Produkt) und press (Umwelt). Zu den kreativitätsförderlichen Aspekten der Person gehören bspw. Personenmerkmale wie Offenheit für Erfahrung, Verantwortungsgefühl oder hohe allg. kognitive Fähigkeiten. Der Kreativitätsprozess wird meist als typische Abfolge von Problemidentifikation (Erkennen von Problemen), Vorbereitungsphase (notwendige Informationen werden gesammelt), Generierungsphase (mögliche Lösungen werden entwickelt) und Beurteilungsphase (Analyse der Lösungen) beschrieben. Die Aufgabenstellungen in den einzelnen Phasen können durch den Einsatz verschiedener Techniken unterstützt werden (z.B. Brainwriting in der Vorbereitungsphase). Kennzeichnend für kreative Produkte ist, dass sie gleichzeitig neu und angemessen, nützlich oder wertvoll für die Lösung eines Problem sind. Zu den kreativitätsförderlichen Umweltaspekten gehören bspw. das Teamklima für Kreativität und Innovation oder eine qualitativ gute Beziehung zwischen Geführten und Führungskraft.“

Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Kreativität, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/82522/kreativitaet-v7.html

Mihaly Czikszentmihalyi und das Flow-Erleben in der Kreativität

In meiner Studienzeit war der amerikanische Psychologe Mihaly Czikszentmihalyi einer der Top-Experten für das Thema Kreativität. Er beschrieb das Flow-Erleben (engl. für Fließen, Rinnen, Strömen) als das:

„beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit (Absorption), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust. Der Glücksforscher Mihaly Czikszentmihalyi gilt als Schöpfer der Flow-Theorie, die er aus der Beobachtung verschiedener Lebensbereiche, u. a. von Chirurgen und Exremsportlern, entwickelte und in zahlreichen Beiträgen veröffentlichte. Heute wird seine Theorie auch für rein geistige Aktivitäten in Anspruch genommen.
Flow kann bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) entstehen. Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell unterschiedlich. Auf der Basis qualitativer Interviews beschrieb Csíkszentmihályi verschiedene Merkmale des Flow-Erlebens.”

In seinem Buch „Kreativität“ schreibt er:

„Kreativität ist so faszinierend, weil sie uns aus dem Alltag heraushebt, weil sie uns das Gefühl gibt, intensiver zu leben als sonst. (…) Das tiefe Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst, kann man außer durch die Kreativität wahrscheinlich nur durch Sex, Sport, Musik oder religiöse Ekstase erreichen – doch diese Erfahrungen sind nur flüchtig und hinterlassen keine bleibenden Spuren. Aber die Kreativität hinterläßt darüber hinaus ein Ergebnis, das zum Reichtum und zur Komplexität des Lebens in der Zukunft beiträgt.“ (Csikszentmihalyi: Kreativität. Stuttgart: Klett-Cotta 1997. S. 10)

In der Zwischenzeit ist viel über Kreativität geforscht worden. Forschungen haben ergeben, dass Kreativität in jedem Gehirn angelegt ist. Man muss sie hervorzulocken wissen. Aber was kann ich tun, um sie zu locken?

Bas Kast und sein Buch „Plötzlich macht es KLICK!“

Aus mittlerweile unzähligen Einzelbefunden zum Forschungsfeld der Kreativität lassen sich empirisch überprüfbare Grundfaktoren des schöpferischen Denkens herausristallisieren. Bas Kast stellt diese „Erfolgszutaten der Kreativität“ in seinem neuen Buch „Plötzlich macht es KLICK! Das Handwerk der Kreativität oder wie die guten Ideen in den Kopf kommen“ vor. Er hat zwei Jahre damit zugebracht, Hunderte von Studien zum Thema Kreativität auszuwerten, Forschungslabore zu besuchen, Kognitionspsychologen und Hirnforscher zu befragen und Experimente im Selbstversuch zu machen.

Die 10 wichtigsten Strategien kann man in einem Tagesspiegelartikel von Bas Kast nachlesen. Viel interessanter ist es allerdings, das Buch in aller Ausführlichkeit zu lesen. Da kann man nämlich erfahren:

  • wie gegrillter Aal das Denken lockern kann
  • wie ein dickes Adressbuch das Risiko für gute Einfälle erhöht
  • wie Gorillas unsichtbar werden
  • was Wodka, Schläfrigkeit und die Farbe Blau gemeinsam haben
  • wie man den Gruppen-IQ steigern kann
  • wie Steve Jobs’ Ein-Klo-Prinzip funktioniert
  • was der Wert gemeinsamer Kaffee- und Bierpausen ist
  • und viele mehr.

Kreativität ist eine Grundeigenschaft des Gehirns. Warum sind manche Menschen dennoch „kreativer“ als andere? Entsteht Kreativität durch hartnäckiges Üben und Trainieren oder durch plötzlich von irgendwoher kommende Geistesblitze?

Kast zeigt im ersten Kapitel seines Buches, dass Ungewohntes die Phantasie beflügelt. Wer regelmäßig aus dem Alltag „ausbricht“ und das Gehirn mit Ungewöhnlichem konfrontiert, wird kreativer. Ausbrechen aus der Alltagsroutine kann bedeuten: mal etwas anderes zu lesen als sonst, einen anderen Weg zu fahren als den sonst genutzten, andere Menschen kennen zu lernen, exotische Gerichte zu testen und vieles mehr. Auch Auslandsreisen und neue Sprachen erweitern den Horizont. Ein bunter Bekanntenkreis bringt neue Ideen und Verbindungen, die Bandbreite der sozialen Kontakte wird ausschlaggebende Inspirationsformel.

Das zweite Kapitel zeigt, dass mit Entspannung, Loslassen und der Erweiterung der Aufmerksam mehr Ideen kommen. Die Konzentration auf ein Problem führt dazu, dass sich der Blick verengt. Die Verminderung der Konzentration kann zu kreativen Schüben führen, Kast nennt dies „Wenn das Gehirn offline geht“. Menschen die meditieren, kennen den Effekt, dass sich die Aufmerksamkeit erweitert, fokussiert und „Aha-Erlebnisse“ folgen können. Auch Alkohol „erweitert“ die Aufmerksamkeit und lässt die Kreativität wachsen (nur nicht in diesem Zustand Auto oder Fahrrad fahren!). Die Farbe Blau hat eine inspirierende Wirkung. Oft kommen die besten Ideen vor dem Schlafengehen oder beim Aufwachen.

Weitere Kapitel im Buch „Plötzlich macht es KLICK“ zeigen, wie die Kreativität in Teams Einzug halten kann und wie Personen ihre eigene kreative Nische entdecken können. Das Buch ist interessant geschrieben, voller Fakten und Details und vielfältiger Hinweise zum Thema.Für mich als Mediatorin und Pädagogin war dieses Buch absolut gewinnbringend und ich empfehle es gerne weiter. Ach ja, ein Kapitel zum Thema Kreativität bei Kindern und Erwachsenen hat das Buch natürlich auch …

Kreativität in der Mediation

Jede Mediatorin und jeder Mediator benötigt eine große Portion Handwerk und eine gewisse Portion an Kreativität, um verschiedene Fragetechniken, Satzwendungen und Methoden an der jeweils passenden Stelle nutzen zu können.

Das Thema Kreativität in der Mediation gewinnt in der Phase vier allerdings erst richtig an Bedeutung. Zu Anfang der Mediation kommen die Medianden und sind in ihren Gedanken „gefangen“. Der Mediator bzw. die Mediatorin hat deshalb zunächst erst einmal die Aufgabe, in den ersten drei Phasen die Grundvoraussetzungen und eine solide Basis zu schaffen, die zur Kreativität in der Problemlösung der vierten Phase führen kann.

Ob mit der Methode des Brainstormings als Standardmethode für die vierte Phase der Lösungssuche oder das Mindmapping, die Denkhüte von De Bono oder die Kopfstandtechnik, es gibt viele Kreativtechniken, die ich in der Mediation nutzen kann. Vielfältige Bücher geben Hinweise zu derartigen Methoden, die in der Mediation und natürlich auch im Coaching, in der Supervision und im Training eingesetzt werden können. Lesen Sie das Buch „KLICK …“ und experimentieren Sie mit Kreativtechniken im privaten und mediativen Bereich. Beides macht viel Spaß.

Danke an Bas Kast für das unterhaltsame und äußerst lehrreiche Buch „KLICK …“
sagt Dr. Christa Schäfer

 

 

Interessiert an: Mediation und Psychologie –> Welche Kompetenzbereiche MediatorInnen benötigen … Dann bitte auf die rote Schrift klicken, um zum Artikel zu kommen.

Thema Burnout

Vor Selbstausbeutung schützen
10 Tipps zum Nein-Sagen

Das sind zwei Kapitel, die ich neulich in einem Buch gelesen habe, und die mich seitdem sehr beschäftigt haben.

Der Titel des Buches, aus dem diese Kapitel stammen, lautet: “Bin ich hier der Depp? Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen“. Es stammt von Martin Wehrle, einem deutschlandweit bekannten Karriere- und Gehaltscoach. In dem Buch schildert Wehrle diffizile und heftige Geschichten aus Firmen und Institutionen, die Arbeitnehmer in einen Strudel von Ausbeutung und Burnout bringen (können). In diesem Zusammenhang haben mich insbesondere die im Buch geäußerten handfeste Tipps interessiert, die Wehrle zum Schutz vor Selbstausbeutung und zum Nein-Sagen-Lernen gibt. Deshalb möchte ich diese Tipps auch meinen Blogleserinnen und Bloglesern nicht vorenthalten.

Selbstausbeutung

beginnt oft mit Glaubenssätzen, die man an sich selber richtig, beispielsweise: Ich muss fehlerfrei arbeiten. Ich muss schnell sein in der Erledigung meiner Arbeiten. Ich muss perfekt sein.

Wehrle zeigt einen Weg, aus diesen Glaubenssätzen herauszukommen. Kann ich diese Glaubensssätze loslassen, so kann ich auch fürsorglicher mit mir selber umgehen und lebe gesünder.

10 Tipps zum Nein-Sagen

Es gibt Menschen, die können nicht Nein sagen und ersticken in einem Arbeitsberg. Gut zu wissen, dass Nein-Sagen-Können im beruflichen Umfeld vor Burnout schützt. Wie aber kann ich gut Nein sagen? Da gibt es sicherlich ganz verschiedene Wege. Martin Wehrle schlägt folgende Möglichkeiten vor:

  1. Seien Sie klar, mental und verbal
  2. Nehmen Sie sich Zeit, ehe Sie antworten
  3. Berufen Sie sich auf Prinzipien
  4. Decken Sie Manipulationsversuche mit Humor auf
  5. Hören Sie das Interesse, nicht die Position
  6. Zeigen Sie auf, warum Ihr Nein dem anderen nützt
  7. Berufen Sie sich auf gemeinsame Maßstäbe
  8. Spielen Sie eine gesprungene Schallplatte
  9. Erzeugen Sie nützlichen Nebel
  10. Definieren Sie den Preis für ihr „Ja“

Natürlich ist die Arbeit an beiden Themen nicht so einfach, wie es klingt …

Allerdings: Wenn man am Rande einer Überforderung oder einer Überlastung steht, so sollte man sich auf den Weg begeben. Ob alleine, mit Coach oder in Therapie, glücklicherweise gibt es heutzutage verschiedene gut wirkende Wege, die den Weg aus einem (drohenden) Burnout unterstützen.

Ich empfehle das Buch „Bin ich hier der Depp“ all denjenigen, die auf heitere Art und Weise ein Arbeitsleben in der Überlastung überdenken möchten. Gut „Nein“ sagen kann man natürlich auch mit der Methode der Mediativen Kommunikation. Und natürlich drücke ich Ihnen als meinen Leserinnen und Lesern die Daumen für ein „gesundes Arbeitsleben“ …

Yoga für ManagerInnen und MediatorInnen ?!
Hinweise zur Selbsttfürsorge hier …

Ganz klar gibt es Verbindungslinien zwischen burnout und Konfliktbearbeitung,
aber dazu bei Gelegenheit mal einen extra Artikel hier im blog …

Christa D. Schäfer

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