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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Soziales Lernen (Page 1 of 17)

Der Wahlkampf der Tiere – oder: Demokratieverständnis für Kinder

Wahlen sind stets eine große Angelegenheit. In den letzten Jahren zog die rechtspopulistische AfD in mehrere Landesparlamente ein. 60 % der AfD-Wähler gaben an, die Partei nicht aus Überzeugung, sondern aus Enttäuschung über die anderen Parteien gewählt zu haben. Wahlen sind und bleiben ein spannendes Thema …

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Sprechsport zu Ostern

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Ostern ist Hasenzeit!

Und ohne noch mehr Worte zu verlieren:

 

 

Scan eines Reprints von Gustav Süs

Fabel: Der Hase und der Igel

Der Hase und der Igel, die schlossen eine Wett’,
wer schneller wohl könnt’ laufen und wer mehr Puste hätt’.
Am nächsten Morgen frühe, da sollt’ der Wettlauf sein,
vorm Tor von Buxtehude, wohl über Stock und Stein.
Der Has’ sprang aus dem Startloch und stürzte blindlings los,
er rannte wie ums Leben, in Sätzen riesengroß.

Durch Klee und Kartoffeln
mit flinken Pantoffeln,
durch Kohl und Karotten
mit fliegenden Zotten,
durch Rüben und Roggen
mit sausenden Socken,
durch Felder und Koppeln
und Dornen und Stoppeln,
ein Laufen und Wetzen,
ein Schnaufen und Hetzen
und immer nicht eilig genug.

Am Ziele angekommen, wischt’ er sich Aug’ und Ohr:
Da saß doch schon der Igel und grunzt’: “Ick bün all dor!”
Nur Stacheln sah der Hase, nur Stacheln grau in grau.
Dabei ist ihm entgangen: Das war des Igels Frau!
Der Hase keuchte wütend: “Du hattest diesmal Glück!
Nun bleibt dir keine Chance. Auf geht’s, die Bahn zurück!”

Durch Dornen und Stoppeln
und Felder und Koppeln,
mit sausenden Socken
durch Rüben und Roggen,
mit fliegenden Zotten
durch Kohl und Karotten,
mit flinken Pantoffeln
durch Klee und Kartoffeln,
ein Laufen und Wetzen,
ein Schnaufen und Hetzen
und immer nicht eilig genug.

Am Ziel erschrak der Hase und wischt’ sich Aug’ und Ohr:
Da saß doch schon der Igel und grunzt’: “Ick bün all dor!”
Nur Stacheln sah der Hase, die blickt’ er ratlos an,
dabei ist ihm entgangen: Das war der Igelmann!
Der Has’ konnt’ nicht ertragen, dass man ihn überbot.
Er lief noch viele Male und hetzte sich zu Tod!

Durch Klee und Kartoffeln
mit flinken Pantoffeln,
durch Kohl und Karotten
mit fliegenden Zotten,
durch Rüben und Roggen
mit sausenden Socken,
durch Felder und Koppeln
und Dornen und Stoppeln,
ein Laufen und Wetzen,
ein Schnaufen und Hetzen,
zurück durch die Stoppeln
und Felder und Koppeln,
mit sausenden Socken
durch Rüben und Roggen,
mit fliegenden Zotten
durch Kohl und Karotten,
mit flinken Pantoffeln
durch Klee und Kartoffeln,
ein Laufen und Wetzen,
ein Schnaufen und Hetzen …
Padauz! Jetzt hatt’ er genug!

Die Igel aber lachten, gestreckt ins Sonnenbad:
“So geht’s halt, wenn es einer nur in den Beinen hat.
Wer sich aufs kühle Köpfchen und heißen Tee versteht,
der weiß, wie er zum Ziele auf kurzem Wege geht!”

(Winter, Georg und Puchalla, Dagmar: Sprechsport. Mit Aussprache, Ausdauer- und Auftrittstraining, S. 236 – 237)

Dieses Gedicht stammt aus dem Buch Sprechsport. Mit Aussprache, Ausdauer- und Auftrittstraining” von Georg Winter und Dagmar Puchalla, in der zweiten überarbeiteten und erweiterten Auflage 2015 im Beltz Verlag erschienen.

Die Geschichte vom Hasen und dem Igel ist ein volkstümlich überliefertes Märchen, zuerst 1840 von Wilhelm Schröder im Hannoverschen Volksblatt veröffentlicht und dann 1843 von den Gebrüdern Grimm in die Kinder- und Hausmärchen aufgenommen.

Schröder lässt die Geschichte auf der Buxtehuder Heide stattfinden. Und tragisch endet sie, die Geschichte von dem Igel (dem “kleinen Mann”, der in der Nähe seines Hauses die Rüben verspeist und sie darum auch als die seinen betrachtet) und dem Hasen (einem feinen Herr, der grausam hochfahrend ist) – kurz: dem schlauen Bauern und dem unsympathischen Großgrundbesitzer im schönen Buxtehude.

Jetzt aber ein weiterer Aspekt: Hätten Sie gewusst, dass in der obigen Reim-Fabel ganz oft das Endungs-E vorkommt und dies kein vollstimmiger Vokal ist, sondern ein schwachtoniger Laut? Ich nicht – bis zum Durchstöbern des Buches „Sprechsport“! Und das Gedicht ist nur eines von sehr vielen (meistens deutlich kürzeren), die das Buch bereithält. Es sind Übungen zum Aussprechen, zum Laute bilden und für die klare Artikulation. Zungenbrecherische Übungen und Gedichte, die Spaß machen und mit denen sich Aussprache und Stimme leicht trainieren lässt. Darüber hinaus gibt es viele Tipps für die Körperhaltung, Körpersprache, für die Stimme, den Atem sowie zumThema Emotionen wie auch Stress.

Gerade auch bei der Mediation kommt es auf die Stimme an. Daher ist es in jedem Fall vorteilhaft, die eigene Stimme immer wieder und ausdauernd zu trainieren. Dieses Buch bietet einen guten und humorvollen Ansatz dazu und ist darum wärmstens zu empfehlen.

Frohe Ostern wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Wenn Lukas haut

Was tun bei Kindern, die zuschlagen? Was tun bei aggressiven Kindern? Schon lange beschäftige ich mich intensiv mit Fragestellungen dieser Art. Und ich bin natürlich bei weitem nicht die einzige Person, die diese Fragen stellt. Privatpersonen, Erziehungsratgeber, die großen Medien etc. haben viele Meinungen dazu, durchaus auch oft sehr widersprüchliche. Viele Eltern, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen werden jeden Tag vor diese Frage gestellt und überlegen sich Handlungsstrategien, probieren aus, scheitern, versuchen andere.

Ein wirklich hervorragendes Buch ist 2011 zu genau dieser Problematik im Carl-Auer Verlag erschienen: “Wenn Lukas haut. Systemisches Coaching mit Eltern aggressiver Kinder” von Anton Hergenhan. Zunächst erläutert der Autor, was “systemisch” bedeutet (u.a. nicht Schuldfragen stellen, sondern darauf achten, was geschieht und des Kindes Ziel mit seinem Verhalten ist). Er widerspricht der gängigen Ansicht, dass das Elternhaus allein für das aggressive Verhalten der Kinder verantwortlich sei. An konkreten Beispielen legt er dar, wie Arbeit mit aggressiven Kindern und ihren Familien aussehen kann.

Ein Schlüssel für die Arbeit mit aggressiven Kindern und Jugendlichen sowie den Umgang miteinander sind Beziehungen.

Im gleichnamigen Kapitel, welches gewissermaßen das Herz des Buches darstellt, nimmt Hergenhan die Biographie von aggressiven Menschen unter die Lupe und schaut, welche Konsequenzen sich daraus u.U. für ihr gegenwärtiges Handeln ergeben können:

“Menschen, die sich aggressiv verhalten, fühlen sich in ihren Beziehungen wahrscheinlich hilflos und unglücklich. Nicht selten hat diese Hilflosigkeit in der Vergangenheit ihre Wurzeln. Aggressionen sind sehr oft Hilflosigkeitsakte und resultieren aus Lernerfahrungen, nach welchen der Aggressor von heute das Opfer von gestern verkörpert. Es ist wahr: Viele Schläger sind Geschlagene, ohne Zweifel. Eltern, die ihre Kinder ohrfeigen, erzählen mir durchweg, dass sie selbst von ihren Eltern Ohrfeigen erhielten. Und nicht selten höre ich den stereotyp wiederkehrenden Satz: ‘Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet!’
Oft habe ich den Eindruck, dass diese Satz die Aggressionen von früher bagatellisiert, um die von heute zu rechtfertigen: Wenn mir selbst keine Ohrfeige geschadet hat, dann darf ich meinen Kindern auch hin und wieder eine klatschen, so mutet mich diese moralische Entlastungslogik an. Wie dem auch sei: An Menschen, die sich aggressiv verhalten, ist sehr oft selbst aggressives Unrecht begangen worden.
Meine Praxiserfahrung informiert mich noch über ein anderes Phänomen: Nicht nur die Aggressionsopfer von gestern verhalten sich heute aggressiv. Auch Nichtgeschlagene können zu Schlägern werden.” (Hergenhan: Wenn Lukas haut. S.86)

Hergenhan reflektiert auch das Dilemma mit dem pädagogischen Umgehen der von Kindern ausgehenden Gewalt:

“Als ich meine Arbeit vor fast 20 Jahren aufnahm, war ich unsicher. Sollte ich Attacken von Kindern hinnehmen angesichts der Tatsache, dass es ihnen seelisch nicht gut ging? Ich kannte ja die Akte eines jeden Jungen sehr genau und wusste, was Kinder-und Jugendpsychiater in ihren Biographien als ‘pathogen’ (Leid verursachend) diagnostiziert hatten. ‘Verständnisvolle’ Toleranz also angesichts kindlicher Gewalt?”   (ebenda, S.90)

In diesem Zusammenhang schildert der Autor eine Situation in der Vergangenheit mit Kurt (9 Jahre), der ihm mit der Faust in die Nieren schlug. Hergenhan hatte damals die Überzeugung, dass “auszurasten” keine Option sei für einen Psychologen und bemühte sich um “Souveränität”. Heute ist seine Reaktion auf kindliche Aggression anders:

“Ich habe in den Jahren meiner Arbeitspraxis mit der scheinbar fachmännisch abgeklärten Bereitschaft, ‘über’ den Gewaltakten der Kinder zu stehen, ganz schlechte Erfahrungen gemacht. […] Von fachlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass ich mich mit meiner unechten Souveränität an meinem Arbeitsauftrag vorbeimogelte. Und der hieß wie die Überschrift unseres Kapitels ‘Beziehungen lernen’. Das Delikate: Der Lernende war zuerst und vor allem ich selbst! Ich musste lernen, wie Beziehung mit Kindern gelingen konnte, die sich aggressiv verhielten.”   (ebenda, S.90 f)

Praktisch sieht das folgendermaßen aus:

“Ich habe Schmerzen, ich bin wütend. Laut schreie ich:
A.H.: Du hast mir wehgetan! Dazu hast du kein Recht. Ab zu den Hausaufgaben!
Laut bin ich geworden. Das idealisiere ich an dieser Stelle nicht. Meine Wut und der Schmerz in der Nierengegend bestimmen den massiven Stil meiner Reaktion. So wenig ich daraus eine Empfehlung konstruiere (‘Werden Sie laut!’), so wenig kritisiere ich mich dafür. Ich bin wütend und haben Schmerzen, mir kommt die Galle hoch. Das darf Kurt gern miterleben. […] Schmerz und Wut sind wichtige Reaktionsfaktoren – kein Nachteil, sondern authentische Botschaftler akuter Wirklichkeit, die auch der Junge detailliert zur Kenntnis nimmt.”   (ebenda, S.91 f)

Es geht also darum, Grenzen zu setzen, da diese ein elementarer Teil von Beziehungen darstellen:

“Beziehungen lernen wir mit den Kindern gemeinsam, wenn wir sie, die Beziehung, für etwas Wertvolles halten. Genau das vermitteln wir den Kindern, indem wir zeigen, wann und wie eine gute Beziehung in Gefahr gerät.”   (ebenda, S.92)

und:
“Kurt will, so unterstelle ich jedem Kind, eine Beziehung, die wertvoll ist, und in der darum nicht jeder machen kann, was er will. Eine wertvolle Beziehung dultet keine Niveaulosigkeit, wenn sich die aufeinander beziehenden Personen einander wertschätzen! Und das wird Kurt unmissverständlich mitgeteilt.”   (ebenda, S.94 f)

Auch wenn ich noch mehr zu diesem und den anderen Kapiteln schreiben könnte – ich belasse es nun erst einmal dabei und hoffe, ich habe Sie neugierig machen können, so dass Sie Sich selbst von der Praxisnähe, den Erkenntnissen und der lösungsorientierten Sprache überzeugen! Wer mit aggressiven Kindern systemisch arbeitet, für den wird dieses Buch eine wahre Fundgrube sein. Ein ideales Buch, um sich noch weiteres Wissen zu Aggressivität bei Kindern und vorallem Jugendlichen anzueignen und Verhaltensweisen besser zu verstehen und ihnen vor allem besser begegnen zu können.

Zusammenfassend: Was macht dieses Buch so besonders? In den Worten des Autors:

“Wenn jemand liest, man muss mit Eltern, die sich gegen die Beratung wehren, wertschätzend umgehen, man muss den Widerstand mit hineinnehmen in die kooperative Atmosphäre, in die kooperative Klimatik, dann ist das recht und schön. Aber was das nun heißt … Was sagt man denn da, das ist die entscheidende Frage. Was sagen Sie zu einem Vater, der sagt ‘Lassen Sie mir doch meine Ruh mit Ihren Psychosprüchen, ich hab Sie satt’ – Was sagt man denn darauf? Und vor allem: Wie nimmt man diesen Widerstand auf, um ihn fruchtbar zu nutzen? Das präzise konkretisierende in diesem Dialog habe ich noch nie gelesen.“

Hier können Sie ein kurzes Video zu „Wenn Lukas haut“ sehen, in dem Hergenhan sein Buch vorstellt, und aus dem die eben genannten Worte kommen.

Mehr zum Umgang mit Aggressionen im Schulbereich …
und zum Zusammenhang von sozialer Akzeptanz, Angst und Aggression …

Alles Gute und einen gelingenden, zugleich wertschätzenden als auch grenzsetzenden Umgang mit Aggressionen wünscht Ihnen Christa Schäfer

Jede Kita ist besser als keine Kita

Viel ist bereits über Berliner Kitas geschrieben und gestritten worden. Und sicherlich gibt es auch viele Baustellen. Doch gerade weil ich immer so viel mehr von Baustellen höre als Lob, freute mich ein im Dezember gesichteter Tagesspiegelartikel ganz besonders. Dieser stellt den neuesten Einschulungsbericht für etwa 30.000 Berliner Fünfjährige vor. Dem Bericht zufolge hat die Kita einen großen und überaus positiven Einfluss darauf, wie erfolgreich Kinder später in der Schule werden. Während der soziale Status der Eltern natürlich von großer Bedeutung ist für die “Schulkarriere” von SchülerInnen, tritt die Kita nicht dahinter zurück – beides hält sich überraschenderweise die Waage. Bei Kindern sozial schwach gestellter Eltern wirkt sich der Kita-Besuch ausgleichend aus. Auch andere gängige Einflussfaktoren für Erfolg bzw. Misserfolg in der Schule sind nicht so gewichtig wie der Besuch einer Kita für Kinder.

Der leitende Kinderarzt vom Gesundheitsamt Mitte Matthias Brockstedt sagt über die Ergebnisse: “Jede Kita ist besser als keine Kita.” Nun will sich die Berliner Koalition dafür einsetzen, dass nicht nur der Kita-Besuch kostenlos sein soll, sondern auch der Besuch in der Krippe. Darüber hinaus ist vorgesehen, den Personalstand der Kitas in den nächsten Jahren zu verbessern. Nachlesen können Sie den ganzen Artikel inklusive einer interaktiven Berliner Karte hier …

Aber um noch einmal auf die Baustellen in Kitas zurückzukommen: eines der großen Probleme stellt sicherlich der Stress dar, mit dem die Erzieherinnen tagtäglich, Woche um Woche, Monat um Monat und Jahr um Jahr konfrontiert sind. Es gibt einen erhöhten Förderbedarf bei Kindern und der Verwaltungsaufwand nimmt bei gleichzeitigem zunehmenden personellen Engpässen zu. Folgen sind das überdurchschnittlich hohe Auftreten von psychische Belastungen bei Kita-Erzieherinnen, Burn-Out, negative mentale und emotionale Reaktionen, körperliche und psychische Symptome und die gravierenden Ergebnisse für die Gesundheit.

Zu diesem Thema habe ich etwas Interessantes entdeckt, das “Anti-Stress-Buch für Erzieherinnen”. Von Gabriele Kubitschek geschrieben und 2012 im Don Bosco Verlag erschienen, ist es eine Praxisanleitung für gestresste Erzieherinnen. Dieses Buch schlägt eine Reihe von Möglichkeiten vor, um dem Stress zu begegnen, ohne krank zu werden: Selbstfürsorge, Entspannungsübungen, das Stärken von persönlichen Ressourcen, das Lernen von Delegieren und von Grenzen setzen. Eine auch sehr schöne Methode ist, Entspannungsübungen gemeinsam mit Kindern zu machen. Neben diesen Ideen werden aber auch andere Stolpersteine thematisiert, von denen ich einen mit Ihnen teilen möchte:

“Blockaden durch überholte Rollenbilder
‘Frauen sind stets geduldig und verständnisvoll’, ‘Ein echter Mann zeigt keinen Schmerz und sagt, wo es langgeht.’ ‘Ein richtiges Mädchen spielt gerne mit Puppen, Jungen interessieren sich nur für Autos.’ Oft beeinflussen uns überholte, unreflektierte Rollenbilder und die zugrunde liegenden Erwartungen wirken sich auf unser Handeln aus. Was ist weiblich, was männlich? Was gehört zu mir als die Person, die ich bin? Feste Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen schränken uns in unserer freien Entscheidung darüber ein, was wir für ein erfülltes und glückliches Leben anstreben und brauchen. Diese meist unbewusst ablaufenden inneren Vorstellungsbilder sind als Muster schon früh in der Kindheit angelegt worden. Doch ist es nie zu spät, sich diese Mechanismen bewusst zu machen und sie aufzuweichen, die eigene Verantwortung zu ergreifen und Schritt für Schritt neue Wege zu beschreiten.”   (Kubitschek, Gabriele: Anti-Stress-Buch für Erzieherinnen, S. 27 )

Ich freue mich, wenn ich Sie neugierig gemacht habe – nicht nur die Erzieherinnen unter Ihnen. Denn auch andere Berufsgruppen in der sozialen Arbeit können von diesem Buch profitieren, da Tipps und Entspannungsmethoden nicht auf Kita-Personal beschränkt sind. Das Buch bietet interessante Ansätze und Methoden für Erzieherinnen. Es ist leicht und schnell zu lesen. Auch dass Frau Kubitschek aus eigener Erfahrung schreibt, bereichert ihre Wegvorschläge aus dem Stress-Labyrinth.

Falls Sie weiterlesen möchten über das Lösen von Problemen im Kita-Bereich, finden Sie hier einen Artikel zur Kommunikation in der Kita und hier zur Teamarbeit in der Kita

In jedem Fall hoffe ich, dass der Personalstand in den Kitas bald steigt, damit Erzieherinnen nicht nur individuell den Stress mit selbstoptimierendem Verhalten auffangen müssen. Zudem wird das sicherlich die Kinder in ihrem Entwicklungsstand noch weiter bringen und gar noch erfolgreicher in der Schule machen – wie möglicherweise ein weiterer Bericht eines Tages aufzeigen wird …

Bis dahin hoffen Sie mit mir
Christa Schäfer

Ein Ausflug ins Mitgefühl

Manchmal mache ich in diesem Blog einen kleinen Ausflug fernab meiner Themen Mediation und Pädagogik. Und eigentlich, ja eigentlich ist es kein Ausflug, denn Themen wie Gedanken zur Selbstachtung und das Geheimnis von Gelingenden Beziehungen hängen ja ganz dicht mit meinem Themenfeld zusammen.

Und so habe ich gestern Abend das Buch zum 5-Wochen Kurs „Starke Partner. Beziehung in Liebe und Achtsamkeit“ von Aljoscha Long aus dem systemed Verlag gelesen. Es stammt aus der Reihe „Mit Gefühl leben“ und beschäftigt sich zunächst mit der Selbstliebe, bevor es über Liebesbeziehungen zu anderen Personen spricht.

 

Mitgefühl und Selbstmitgefühl

  • „Mitgefühl ist die Fähigkeit, sich selbst und andere in ihren Bedürfnissen wahrzunehmen.
  • Mitgefühl ist eine Form der Verbundenheit, die es ermöglicht, eigenes oder fremdes Leid und Schmerz zu empfinden und beinhaltet den Wunsch, sich oder den anderen von diesem Leiden zu befreien.
  • Selbstmitgefühl ist die Bereitschaft, sich ebenso um sich selbst zu kümmern, wie man es bei einem guten Freund oder einer guten Freundin täte.“ (Long, A.: 5-Wochen-Kurs Starke Partner. S. 10)

Aber Achtung: Mitgefühl ist nicht Mitleid, Selbstmitgefühl ist kein Egoismus und Mitgefühl ist keine rosa Brille. Wollen Sie wissen, worin Long die Grundlagen des Mitgefühls sieht? In Achtsamkeit, Offenheit, Selbstakzeptanz, Selbstfreundlichkeit, Verständnis und Verbundenheit.

Beziehungswärmer

Neben dem Zuhören (!!!), der Authentizität, dem Humor und der Gelassenheit ist das Mitgefühl einer der fünf „Beziehungswärmer“ und als solches ,it dafür verantwortlich, dass Beziehungen gelingen. Das Buch „Starke Partner“ stellt mit einem 5-Wochen-Programm voller Übungen ein Übungsprogramm auf, in dem die Beziehungswärmer trainiert werden, so dass die Beziehungskiller weniger werden und die Beziehung wieder dichter.

Zwei kleine Übungen zum Selbstmitgefühl

Du bist das Beste, was du hast
Sie können Ihren Partner verlieren, ihn verlassen oder verlassen werden. Doch sich selbst haben Sie immer bei sich. In diesem Zentrum, in Ihrer Mitte, sollten Sie sich wohlfühlen. Dann können Sie lieben, geliebt werden, sich in einer Beziehung oder sogar ohne Beziehung gut fühlen … Und Verbindungen zu anderen Menschen finden. Sie sind das Beste, was Sie haben. Pflegen Sie es! Und vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Dingen, die Sie nur tun „müssen“. Sie müssen nämlich nicht (…) … Was müssen Sie tun, sein, darstellen? Und warum? Sie haben eine Antwort darauf gefunden? Weil … Gut. Aber fragen Sie weiter: Warum? Verfolgen Sie noch einmal die „Warum-Schlange“. So weit es geht. Sie lernen dabei immer mehr über Ihre wahren Bedürfnisse. (ebenda, S. 27)

Gefühlsexperiment Lächeln:
Versuchen Sie bewusst zu lächeln. Das ist einfach, aber nicht ganz so einfach, wie es klingt. Die Mundwinkel nach oben ziehen reicht nicht. Es sind vorallem auch die Augenringmuskeln beteiligt. Es sollte schon ein echtes Lächeln sein. Sie werden sofort merken, wenn Sie ein echtes Lächeln gefunden haben, denn das ist mit positiven Gefühlen verbunden. Es ist eine sehr interessante Erfahrung, dass Sie gute Gefühle tatsächlich erzeugen können. (ebenda, S. 58)

In diesem Sinne: Passen Sie auf sich auf.
sagt Christa Schäfer

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