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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Stadtteilmediation (Page 2 of 2)

Schlägerei zwischen zwei Großfamilien

In Berlin Mitte (Tiergarten) gab es mal wieder eine Schlägerei zwischen zwei zerstrittenen arabischen Großfamilien, die mit Stühlen und Holzlatten aufeinander los gingen. Ca. 25 Männer und Frauen waren an dieser gewaltsamen Auseinandersetzung beteiligt, rund 100 Polizeibeamte schritten ein und trennten die Kämpfenden. Es gab einige Leichtverletzte. Mehr zum Vorfall lässt sich derzeit nicht in Erfahrung bringen.

Christa Schäfer

Gemeinwesenmediation und Zivile Konfliktbearbeitung

„Vor gut 10 Jahren gründete sich die ‘Plattform Zivile Konfliktbearbeitung’, um im Gegensatz zur militärischen Ausrichtung Lobbyarbeit zu leisten für Konfliktbearbeitung, die aus der Zivilgesellschaft kommt. Mitglieder der Plattform sind: Kirchen, Friedensdienste, wissenschaftliche Institutionen und auch Einzelpersonen. Während vorwiegend die Konfliktbearbeitung im Ausland im Vordergrund stand und auch noch steht, entwickelt sich seit knapp 3 Jahren ein zweiter Strang, der sich mit der Zivilen Konfliktbearbeitung im Inland beschäftigt.“

„Seit ebenfalls 10 Jahren ist die Mediationsszene um eine Disziplin reicher – der Gemeinwesenmediation. Diese hat mit einer Adaption der angloamerikanischen ‘Community Mediation’ auf deutsche Verhältnisse angefangen und ist dabei, immer mehr ein eigenes Profil zu entwickeln.“

Diese beiden Zitate sind einem Artikel von Olaf Schulz und Nadja Gilbert entnommen, der im Spektrum der Mediation, der Fachzeitschrift des Bundesverbandes Mediation“, den Bogen zwischen beiden Gebieten schlägt (Heft Nr. 33).

Es gibt eine Vielzahl von Projekte der Gemeinwesenmediation in Deutschland. Leider haben die meisten der Projekte nicht die Relevanz in den sozialen Stadtteilentwicklungsprozessen, den sich sich gewünscht hätten. Ein Grund dafür wird von Schulz und Gilbert in der Bottom-up-Struktur der Projekte gesehen; ein weiterer im zivilgesellschaftlichen Selbstverständnis, dem in den seltensten Fällen ein formaler Auftrag oder ein Mandat von politisch-administrativer Seite zugrunde liegt.

MediatorInnen aus den Projekten fassen Gemeinwesen-Konflikte als Impuls zur Veränderung auf und müssen dann eventuell institutionelle Ebenen einschalten, die für den zu bearbeitenden Regelungsbereich die Verantwortung haben. Damit ist die Gleichberechtigung unter den an der Mediation teilnehmenden Parteien nicht mehr gegeben.

In dem Artikel wird deshalb ein spezielles Verfahrensdesign vorgeschlagen, das sowohl Bottom-up als auch Top-down arbeitet, und die Idee der Kooperation mit Ansätzen der Zivilen Konfliktbearbeitung im Inland wirkt geradezu bestechend. Der Definition der Zivilen Konfliktbearbeitung gemäß würde sogar die Gemeinwesenmediation unter diesen Begriff fallen.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Gemeinwesenmediation in Deutschland, die ihren festen Platz im Gefüge bisher noch nicht gefunden hat.

Christa Schäfer

Masterarbeit über „Interkulturelle Mediation in der Gemeinwesenmediation“

Oft hört man im Alltag den Begriff des „Interkulturellen Konflikts“. MediatorInnen berichten gerne von „Interkultureller Mediation“. In der Zwischenzeit gibt es viele Abhandlungen über diese beiden Themenfelder. Folgende Begriffsdefinitionen finde ich besonders schlüssig:

Christine Mattl hat in ihrem Buch „InterKULTURelle interpersonale Konflikte“ in Anlehnung an Friedrich Glasl definiert: „Interkulturelle interpersonale Konflikte sind Konflikte im Sinne einer Interaktion zwischen Personen, die verschiedene kulturelle Systeme repräsentieren, wobei wenigstens eine Person Unvereinbarkeiten im Denken / Vorstellen / Wahrnehmen / Fühlen / Wollen mit der anderen Person in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung erfolgt und Kultur eine Rolle spielt.“ Kultur wird hier als ein System begriffen, das über geographische Einheiten hinausgeht.

Die Definition des Begriffes Interkulturelle Mediation ist nicht so einfach. Während für einige Theoretiker die Kultur keine große Rolle spielt und die Universalität des Problemlöseprozesses im Vordergrund steht, sehen andere kulturelle Differenzen als Hauptursache für das Scheitern von friedlichen Konfliktbearbeitungsprozessen. Ich schließe mich in meiner Auffassung Petra Haumersen und Frank Liebe an, die in ihrem Buch „Multikulti: Konflikte konstruktiv“ beschreiben, dass die Interkulturelle Mediation selbst einer Suchhaltung, einer Aufforderung zu einem Experiment entspricht. Man sollte darum versuchen, mit dem vermuteten Einfluss der kulturellen Unterschiede differenziert konstruktiv umzugehen.

Milena Manns hat auf dieser Basis ihre Masterarbeit im Fach Mediation zum Thema „Interkulturelle Mediation in Theorie und Praxis (Gemeinwesen) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) geschrieben. Letzte Woche hat sie im MediationsZentrum Berlin einen Vortrag über ihre Forschungen gehalten. Am Ende der Arbeit stellt sie 10 Thesen auf, von denen ich einige Wesentliche hier zitieren möchte:

„Die Stadtteilmediatoren haben es im Gemeinwesen mit mikro- und makrosozialen Konflikten zu tun. Die Akteure stehen in verschiedenen Beziehungen zueinander und bewerten die Konflikte meist negativ. Es gibt Differenzen bei Interessen, im Verhalten und in seelischen Tätigkeiten. Alle 5 Qualitäten (nach Moore) finden Nennung.“ Bearbeitet werden sowohl Sachverhalts-Konflikte, als auch Interessen-Konflikte, Beziehungs-Konflikte, Werte-Konflikte und Struktur-Konflikte. „Die Konflikte äußern sich latent, manifest, gewaltlos und extrem und weisen unterschiedliche (meist hohe) Eskalationsstufen auf.“

„Die Mediatoren räumen der Kultur unterschiedlich starke Stellenwerte hinsichtlich der Anpassung des Verfahrens, der Techniken und der Anforderungen an den Mediator ein.“

„Die wichtigsten Erfolgskriterien einer interkulturellen Mediation sehen die Mediatoren in der Spiegelung der Parteien durch die Co-Mediatoren (auf kultureller und sprachlicher Ebene) und in der Erfassung des Individuums in seiner kulturellen Vielfalt und seinen individuellen Bedürfnissen.“

Die hier vorgestellt Arbeit ergänzt in idealer Art und Weise das neu erschienene Buch zur Gemeinwesenmediation. Besten Dank an Milena Manns, dass ich hier über ihre Arbeit berichten durfte. Wer sich für die weiteren Thesen interessiert oder die gesamte Arbeit lesen möchte, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen, ich vermittle dann weiter. Die Theoriebildung zur Gemeinwesenmediation hat mit dieser Arbeit einen großen Fortschritt erringen können.

Christa Schäfer

Buchvorstellung “Mediation im Gemeinwesen”

Nachbarschaftsmediation o Stadtteilmediation o Gemeinwesenmediation

Wer sich für diese Mediationsbereiche interessiert, der ist herzlich eingeladen zur Buchvorstellung des Werkes “Mediation im Gemeinwesen“. Diese findet am Dienstag, dem 14.10.08 ab 19:00 Uhr in den Räumen des MediationsZentrums Berlin in der Dennewitzstr. 34; 10783 Berlin statt. Sie werden mit einem Tee empfangen, die Autorinnen des Sammelbandes kennenlernen und über das Thema diskutieren können.

Die beiden Hauptautorinnen des Buches, Monika Götz und Christa D. Schäfer, wünschen mit dem Buch allen bestehenden Projekten zur Gemeinwesenmediation viel Erfolg beim Wachsen, bei der Arbeit und in kritischen Phasen des Projektes. Und weiterhin hoffen sie, dass es stets genügend MediatorInnen gibt, die in diesem Feld arbeiten wollen, dass es künftig in jedem Projekt hauptamtliche Mit­arbeiterInnen geben wird, dass es Begeisterte gibt, die neue Projekte gründen, und dass es natürlich auch Fördergeldgeber gibt, die die Wichtig­keit derartiger Projekte anerkennen.

Christa Schäfer

Warum ein Mediation-Blog?

Mediation heißt übersetzt Vermittlung und meint die Vermittlung in Konflikten – so die wirklich einfachste Definition. Soll das Mediationsverfahren genauer beschrieben werden, so ist das mitunter selbst für Experten nicht ganz einfach. Es muss an die Rolle einer Mediatorin bzw. eines Mediators gedacht werden, an die Ziele einer Mediation, die Vorteile, den Verlauf und die verschiedenen Anwendungsbereiche.So gibt es beispielsweise den Bereich der Stadtteil-, Nachbarschafts- bzw. Gemeinwesenmediation, die Schulmediation, die Paarmediation und Mediation für Eltern, Familienmediation, Wirtschaftsmediation, Umweltmediation, Interkulturelle Mediation, Mediation am Arbeitsplatz und den Täter-Opfer-Ausgleich. Das Spektrum der Arbeitsweisen reicht von der Konfliktberatung bis zum umfassenden Konfliktmanagement. Die Verfahrensweisen der Mediation selber beinhalten viele Facetten, Methoden und Arbeitsweisen.Heutzutage ist das Wort Mediation in vieler Menschen Vokabular übergegangen – auch wenn sie nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Vor einigen Jahren noch dachten viele Leute bei dem Stichwort Mediation an Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, die den Geist beruhigen und sammeln helfen sowie bewusstseinserweiternd wirken.Um mit den Entwicklungen im Bereich Mediation mithalten zu können, sollen in diesem Blog vielfältige Informationen gegeben werden. Über vielfältige Konflikte sowie Wege zu Möglichkeiten der Lösung nachdenken – auch das ist in diesem mediation-berlin-blog möglich. Sowohl Anfänger als auch Profis dürfen nützliche Hinweise und Tipps für ihre Arbeit erwarten.Christa Schäfer

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