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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Umweltmediation

Mediation um den Landwehrkanal in Berlin – Erfolg ?!

Im Sommer 2008 berichtete ich erstmals hier im Blog über die Mediation um die Bäume am Landwehrkanal in Berlin.

Sechs Jahre dauerte die Mediation. 20 Verbände, Ämter, Anwohner und Vertreter der Binnenschifffahrt tagten in rund 140 Mediationsitzungen, die durchschnittlich je fünf Stunden dauerten. Schließlich fanden die Beteiligten ein Lösungspaket für den Konflikt und unterzeichneten im Dezember 2013 eine Mediationsvereinbarung.

Anuschka Guttzeit, die Mitbegründerin der Initiative „Bäume am Landwehrkanal“, sieht das Mediationsverfahren kritisch. Auf freitag.de berichtete sie über einen Regelbruch im Mediationsverfahren und über diese Mediation als Steuergeldverschwendung einer Bundesbehörde. Lesen Sie selbst …

Christa D. Schäfer

Mediation am Landwehrkanal

Ende 2007 hat sie begonnen, die Mediation um den Berliner Landwehrkanal. Zuvor, im April 2007 ist eine gemauerte Kanalwand am Maybachufer abgesackt. Taucher stellten bei einer Begutachtung der Unglücksstelle fest, dass die gesamte Uferbefestigung des Kanals auf einer Länge von 11 Kilometern marode war. Das Wasser- und Schiffahrtsamt veranlasste daraufhin, 200 Bäume am Landwehrkanal zu fällen – das Gewicht der Bäume trage zum Absacken des Ufers bei. Proteste, Bürgerinitiativen und eine Baumpatrouille regten sich und wollte Bäume und Landwehrkanal schützen. 37 Bäume wurden dennoch im Juli 2007 gefällt, teilweise unter Polizeischutz.

Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, „dass das Wurzelwerk der Bäume eher gut ist für eine Stabilisierung des Ufers.“ – so der Tagesspiegel vom 15.01.2011 unter dem Titel „Wasserstraße ins Ungewisse“.

Die 2007 beginnende Mediation ist eine der längsten bisher in Berlin abgehaltenen. Zahlreiche Arbeitskreise und -gruppen tagen regelmäßig, das Forum hält im Februar seine 34. Sitzung ab. Verzögerungen im sich lange hinziehende Mediationsverfahren werden von der Verwaltung den Bürgern, und von den Bürgern der Verwaltung angelastet. Derzeit werden „Realisierungsvarianten“, danach „Zielvarianten“ entwickelt. Wir werden sehen, wie es weiter geht …

Fachlich gesehen ist diese Mediation eine Umweltmediation bzw. eine Mediation im öffentlichen Bereich.

Definitionen

Umweltmediation
wird hauptsächlich mit „Umwelt(schutz)mediation“ assoziiert

Mediation im öffentlichen Bereich
entwickelte sich geschichtlich gesehen aus dem Begriff der Umweltmediation, indem der Begriff der „Umwelt“ im Sinne von gesellschaftlichem Umfeld oder Lebensfeld konkretisiert wurde.

Eine erste Definition hierzu entstand im Umfeld von Horst Zillessen, einem der ersten Umweltmediatoren im deutschsprachigen Raum: „Gegenstand dieser Verfahren sind Konflikte im öffentlichen Raum, also im politisch-administrativen gestaltbaren gesellschaftlichen Bereich. Damit ist sowohl der physische Raum (bei konkreten baulichen Projekten und Vorhaben) als auch der soziale Raum (bei der Vorbereitung oder der Erstellung von Programmen und politischen/rechtlichen Normvorstellungen) gemeint. Weiter identifiziert sie in Abgrenzung zu anderen Mediationsfeldern als Haupterkennungsmerkmal die Beteiligung von Vertretern aus Politik und Verwaltung.“
Quelle: MEDIATOR – Zentrum für Konfliktmanagement und -forschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Mediation im öffentlichen Bereich. Oldenburg 2004. Nach: Schulz, Olaf: Gemeinwesenmediation als Methode partizipativer Gemeinwesenarbeit. GRIN Verlag 2004.

Die Konfliktaustragung findet im öffentlichen Raum statt – im Gegensatz zur Sphäre des Privaten oder der Arbeitswelt in anderen Bereichen der Mediation. „Die einer Mediation im öffentlichen Bereich zugrunde liegenden Konflikte werden in der Öffentlichkeit diskutiert, im gesamten Bereich der politischen Willensbildung: in Parteien genauso wie in Verwaltungen, betroffenen Unternehmen oder Bürgerinitiativen.“
Quelle: Rüssel, Ulrike: Grundlagen der Mediation im öffentlichen Bereich, in: Niedostadek, André: Praxishandbuch Mediation. Stuttgart, München u.a.: Boorberg 2010. S. 54.

Fachtag November 2011 zur „Mediation im öffentlichen Bereich“ in München

Am 18. November 2011 hat in München eine Fachtagung zum Thema „Mediation im öffentlichen Raum“ stattgefunden. Gut 150 MediatorInnen haben diesen spannenden und vielfältigen Fachtag der Stelle für Gemeinwesenmediation der Stadt München (SteG) besucht. SteG wird von Frau Dr. Eva Jüsten geleitet. Die zu SteG gehörigen MediatorInnen vermitteln bei Konflikten im gesamten Stadtgebiet, und natürlich auch bei Streitigkeiten im öffentlichen Raum. Wer den von mir auf dieser Tagung gehaltenen Eröffnungsvortrag zum Zusammenhang zwischen Mediation im öffentlichen Raum und Gemeinwesenmediation gerne nachlesen möchte, der kann sich das handout hier herunterladen

Infos zur Gemeinwesenmediation

Und wer Informationen zur Gemeinwesenmediation in Deutschland sucht, dem sei weiterhin das erste deutschsprachige Buch zum Thema Gemeinwesenmediation natürlich wärmstens empfohlen:

Christa D. Schäfer

Mediation um die Bäume am Berliner Landwehrkanal

Seit gut 10 Monaten gibt es ein Mediationsverfahren um die Bäume am Landwehrkanal. Das Ufer des Kanals ist in 5 Berliner Bezirken marode, am Ufer stehende Bäume droh(t)en in den Kanal zu stürzen. Deshalb wurden letztes Jahr bereits viele Bäume gefällt und weitere gestützt, um der Gefahr vorzubeugen.

Ein Mediationsforum ist das zentrale Gremium dieses Mediationsverfahrens. Es ist zusammengesetzt aus Betroffenen und Entscheidungsträgern. Neben diesem Mediationsforum gibt es öffentliche Veranstaltungen und das Gläserne Büro im Foyer des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin am Mehringdamm 129. Das Mediatorenteam besteht aus Beate Vosskamp und Stefan Kessen.

Am 19. November 2007 hat das erste Mediationsforum stattgefunden; hier sitzen unter anderem Baumschützer und das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin zusammen. Jetzt im Juli 2008 gab es die neunte Sitzung des Mediationsforums. Die Initiative zur Rettung des Grüns am Landwehrkanal hat gefordert, einen Masterplan für die Sanierung der maroden Ufer aufzustellen und das Bundesverkehrsministerium einzuschalten.

Der Tagesspiegel hat in einer kurzen Notiz am 21.07.2008 darüber berichtet. Wer weitere Informationen über diese Mediation einholen möchte, den verweise ich an die offizielle Webseite zur Landwehrkanal-Mediation.

Hoffentlich geht diese Umweltmediation gut aus – sowohl zugunsten der Sicherheit auf dem Kanal, als auch zugunsten der vielen Bäume an unserem schönen Berliner Landwehrkanal… Ein Spaziergang am Kanal unter Bäumen lohnt sich hier wirklich…

Christa Schäfer

Warum ein Mediation-Blog?

Mediation heißt übersetzt Vermittlung und meint die Vermittlung in Konflikten – so die wirklich einfachste Definition. Soll das Mediationsverfahren genauer beschrieben werden, so ist das mitunter selbst für Experten nicht ganz einfach. Es muss an die Rolle einer Mediatorin bzw. eines Mediators gedacht werden, an die Ziele einer Mediation, die Vorteile, den Verlauf und die verschiedenen Anwendungsbereiche.So gibt es beispielsweise den Bereich der Stadtteil-, Nachbarschafts- bzw. Gemeinwesenmediation, die Schulmediation, die Paarmediation und Mediation für Eltern, Familienmediation, Wirtschaftsmediation, Umweltmediation, Interkulturelle Mediation, Mediation am Arbeitsplatz und den Täter-Opfer-Ausgleich. Das Spektrum der Arbeitsweisen reicht von der Konfliktberatung bis zum umfassenden Konfliktmanagement. Die Verfahrensweisen der Mediation selber beinhalten viele Facetten, Methoden und Arbeitsweisen.Heutzutage ist das Wort Mediation in vieler Menschen Vokabular übergegangen – auch wenn sie nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Vor einigen Jahren noch dachten viele Leute bei dem Stichwort Mediation an Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, die den Geist beruhigen und sammeln helfen sowie bewusstseinserweiternd wirken.Um mit den Entwicklungen im Bereich Mediation mithalten zu können, sollen in diesem Blog vielfältige Informationen gegeben werden. Über vielfältige Konflikte sowie Wege zu Möglichkeiten der Lösung nachdenken – auch das ist in diesem mediation-berlin-blog möglich. Sowohl Anfänger als auch Profis dürfen nützliche Hinweise und Tipps für ihre Arbeit erwarten.Christa Schäfer

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