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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Veranstaltungen (Page 2 of 7)

Mediationskongress 2012 erfolgreich beendet

Nun ist er vorüber, der erste gemeinsame Mediationskongress der drei großen Mediationsverbände: BAFM (Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation), BM (Bundesverband Mediation) und BMWA (Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt), der am 16. und 17.11.2012 in Ludwigsburg stattgefunden hat. Mit 800 BesucherInnen und vielen spannenden und informationen Vorträgen und workshops war er ein voller Erfolg. Nun wird es in Ludwigsburg wieder etwas ruhiger und leerer.

Friedrich Glasl Mediationskongress 2012Schon der Eröffnungsvortrag von Friedrich Glasl zum Thema „Mediation zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ zeigte, dass dieser Kongress ein Kongress der großen Namen werden würde. Und so war es auch, denn von dem Thema „Mediation von Anfang an“ (Mediation im Elementarbereich) über die Elder Mediation (Mediation für Senioren) bis zur Peace Mediation im Kontext von EU und UN, zur Innerbehördlichen Mediation bei der Polizei und dem Thema Mediation in der Rechtsschutzversicherung war alles dabei. Natürlich wurde auch über das neue Mediationsgesetz diskutiert und die geplante Mediationskostenhilfe unter die Lupe genommen.

heiße und kalte Konflikte Und auch wer Glasls dickes Buch zum Thema “Konfliktmanagement” schon vollständig kannte (immerhin 464 Seiten stark), der kam bei dessen Vortrag zum Thema “Wie schaue ich eine Konfliktsituation an – und wie interveniere ich dann?” auf seine Kosten. Es ist doch etwas ganz Besonderes einen lebendigen Vortrag zu hören, der mit viel Erfahrungswissen illustriert ist … heiße und kalte Konflikte

 

Es war schön, Bekannte aus der Mediationsszene wieder zu sehen und neue MediatorInnen kennen zu lernen. Es war absolut bereichernd, Bewährtes bestätigt zu hören, neue Impulse zu genießen und spannende Ideen zu diskutieren.

 

Besten Dank für diesen gelungenen Mediationskongress
Christa Schäfer

Mediationskongress 2012

Gerne möchte ich Sie heute auf einen Veranstaltungshöhepunkt hinweisen. Am 16. und 17. November 2012 steht der erste gemeinsame Mediationskongress der drei Mediationsverbände: Bundesverband Mediation, BAFM und BMWA in Ludwigsburg bei Stuttgart bevor.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange.

Bitte schauen Sie für weiter Informationen auf die Webseite des Mediationskongresses 2012 …

Vielleicht sehen wir uns ja beim Kongress ?!
Christa D. Schäfer

„Good morning class!“

Der Englischlehrer betritt den Klassenraum der 9a. Bis auf einen Schüler erwidern alle die Begrüßung. Peter sitzt auf dem Lehrerstuhl mit einem Cappie auf dem Kopf und den Füßen auf dem Tisch. Die Aufforderung sich auf seinen Platz zu setzen, beantwortet er lustlos: „Vor 10 Minuten wollte ich anfangen, aber jetzt ist es zu spät. Geht´s mal los?“ Mit ruhigen Worten versucht der Lehrer Peter zu überreden die Mütze abzunehmen und den Platz zu wechseln. Doch Peter denkt gar nicht daran seine Position aufzugeben und provoziert immer weiter. Halb lustlos, halb provokant und latent aggressiv reagiert er auf die Bitten des Lehrers, der zunehmend – unter Beobachtung der ganzen Klasse – versagt.

Die Situation gerät außer Kontrolle. Der Lehrer ist ihr nicht gewachsen, gerät unter Stress, macht Fehler und eine Lösung will ihm schon erst Recht nicht einfallen.

In unserem Beispiel ist es nur ein Rollenspiel und unser Lehrer sagt einfach: „Stopp!“ und die Situation des Rollenspiels wird aufgelöst. Aber ähnliche Situationen gibt es jeden Tag in Berliner Klassenzimmern.

Werner Mattausch ist unser Peter und im wahren Leben ist er Experte im Bereich der Gewaltprävention, Anti-Gewalt-Trainer und Polizeibeamter vom „LKA Prä 4“, das im Rahmen der Prävention verschiedene Informationsveranstaltungen und Seminare zum Thema anbietet. Anhand solcher Rollenspiele erklärt er, wie – speziell in der Schule – Aggressionen begegnet werden kann.

Schwierig manchmal, schließlich kann man als Lehrer/-in in der Schule, dem Konflikt nicht einfach aus dem Weg gehen, wie es auf der Straße häufig angeraten wäre. Im Gegenteil wird man durch die Garantenstellung eventuell sogar zum Mittäter, wenn man zum Beispiel bei einer Prügelei nicht reagiert. Aber was macht man denn in als Lehrer in unserem Beispiel und was, wenn ein Schüler sagt, er hätte bei einem anderen eine Waffe gesehen?

Grundsätzlich gilt bei Konflikten mit Aggressionspotenzial:

Seinen eigenen Gefühlen vertrauen
80% der Opfer sagen nachher aus, dass sie vorher das Gefühl hatten, das etwas passieren wird.

Früh handeln
Je länger eine Situation, desto mehr gerät man in eine Spirale aus der man so schnell nicht wieder herauskommt.

Agieren statt reagieren
Täter haben einen „Tatplan“. Diesen gilt es zu durchbrechen, z.b. indem man etwas Unerwartetes tut oder sich Hilfe von außen holt.

Abstand halten / Stopp setzen
Es gibt einen definierten Bereich, die Distanzblase wie Herr Matausch sagt, den jeder zu schützen versucht. Sich diesen Bereich zu erhalten und auch in den Bereich des Anderen nicht ohne Erlaubnis einzudringen, ist einer der wichtigsten Punkte. Deshalb sollte frühzeitig ein „Stopp“ gesetzt werden.

Das alles gilt auch für unsere Situation mit Peter. Eine Lösung könnte sein, ihn sofort in den Fokus zu rücken und ihm das unterrichten zu überlassen; den Spieß umdrehen; sich selbst rausnehmen und den Schüler vor eine Wahl zu stellen. Mattausch sagt, das klappt fast immer. Er sagt aber auch, dass jede Situation anders ist und dass es nicht nur eine Lösung gibt. Jeder Konflikt ist abhängig von den beiden Streitpartnern und ihrer Art und Weise mit dem Konflikt in der speziellen Situation umzugehen. Was für den einen passt, lässt sich von einem zweiten vielleicht gar nicht ausführen. Deshalb sollten solche Situation geübt werden. Eine Möglichkeit sind die Präventionsseminare der „LKA Prä 4“.

Die zukünftigen Kunst- und Musiklehrer, die gerade ihre Ausbildung an der UdK absolvieren, haben jedenfalls durch das Seminar viele Anregungen und gute Verhaltensweisen zum Thema Gewalt für ihre zukünftige Arbeit an den Berliner Schulen mitgenommen.

Letzte Woche gab es in diesem Blog die Vorankündigung zu dieser Veranstaltung, diese Woche den vorliegenden Bericht. Eine schöne Ferienzeit sowie ein ruhiges nächstes Schuljahr ohne viel Gewalt in und um Schule
wünscht Ihnen Dominik Mühe

Gewaltprävention – Umgang mit Aggression und Gewalt im Schulbereich

D.: Du studierst in Berlin und möchtest Lehrerin werden. Inwiefern verfolgst du Berichte über Gewalt in Schulen in den Medien?

F.: Also man kommt ja nicht dran vorbei, aber ich achte schon auch speziell darauf und beobachte ja auch in meiner lebensnahen Umgebung die Bereitschaft von Jugendlichen zu Gewalt. Ich bin teilweise leider nicht mehr so erschüttert, sondern halte das manchmal schon fast für Klischeeentsprechung, aber ich denke, es gibt in jeder Situation eigentlich einen anderen Weg dem zu begegnen oder damit umzugehen, als der, der da so beschritten wird. Einfach sofort so überzureagieren sowohl in Wortwahl und Tonfall. Da geht’s sofort um Respekt und Ehre und Rangfolge und wer da mit wem was machen darf. Das find ich dann schon grenzwertig und da müssen sich nicht erst zwei heftig verprügeln bis man von Gewalt spricht.

D: Kannst du dir vorstellen als Lehrerin Angst zu haben?

F.: Ich denke es gibt Grenzmomente zwischen „das könnt ihr so einfach nicht machen“ und „da fühl ich mich nicht mehr zuständig“, also Fälle in denen man mit zwischenmenschlichen und sozialen Fähigkeiten nicht mehr weiter kommt und vielleicht auch die Polizei holen muss. Ich setz nicht mein Leben aufs Spiel und ich kann sicher nicht zwei 18jährige ohne eigenen Schaden davon abhalten sich zu prügeln.

D.: Wirst du in deinem Studium auf solche Grenzsituationen vorbereitet?

F.: Es wird schon zunehmend thematisiert, besonders die Studierenden stellen häufig die Frage, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen. Wobei meistens die Fragen zu Motivationsproblemen beantwortet werden. Aber was man jetzt in Situationen macht, in denen jemand aggressiv wird, darauf werden wir nicht explizit vorbereitet, würde ich sagen. Allerdings gibt es ein Seminar zum Thema „Unterrichtsstörungen“, das geht ja in die Richtung, aber wenn ich dann vor der Klasse steh, ist sicher alles wieder neu und darauf kann mich vielleicht auch kein Seminar vorbereiten.

Im Sommersemester 2011 fand an der Universität der Künste ein Seminar zum Thema “Gewalt und Gewaltprävention in Schule” statt. Das Seminar beschäftigte sich eingangs mit Definitionen und Erklärungsmodellen für Aggressionen und Gewalt, um dann vertiefend auf verbale Gewalt, Mobbing und der in letzter Zeit viel diskutierten neuen Form des Cyber-Mobbings einzugehen. Am Ende des Semesters standen nun noch die Themen „School-shooting“ und „Gewalt an Schulen“ und Möglichkeiten der Prävention.

Als Ergänzung nimmt das Seminar ein Angebot des Landeskriminalamts Berlin (LKA Präv 4 / Anti-Gewalt-Projekt) wahr. Dieses bietet im Rahmen der Prävention verschiedene Informationsveranstaltungen und Seminare zum Thema an, die für die Teilnehmer kostenlos sind. Ziel dieser Seminare ist es, Strategien zum deeskalierenden und gewaltfreien Verhalten in Konflikt- und Bedrohungssituationen zu vermitteln bzw. gemeinsam mit den Teilnehmern zu erarbeiten. Damit soll die Handlungskompetenz und das subjektive Sicherheitsgefühl der an der Veranstaltung Teilnehmenden verbessert werden.

Ein spezielles Seminar für Lehrer und Lehrerinnen und solche die es werden wollen, soll diesen helfen Gefahren in der schulischen Umgebung richtig einzuschätzen und sich in gewissen Situationen richtig zu verhalten, dabei ist die nonverbale Kommunikation genauso wichtig, wie ein „dazwischen gehen“. Mittels verschiedener Rollenspiele sollen Aufschaukelungsprozesse und das eigene Verhalten verdeutlicht werden. Ebenso wird auf rechtliche Fragen geantwortet: Welche Verpflichtungen habe ich als Lehrer? Wann muss ich eingreifen? Was tun bei Bedrohung, Mobbing oder bei einem Waffenfund?

Für die Studierenden eine wichtige Sache, schließlich kann man sich im 1. Semester manchmal nicht vorstellen irgendwann 30 Kinder gleichzeitig zu unterrichten, geschweige denn prügelnde Kinder auseinander zu halten oder gar mit einem Waffenfund zurecht zu kommen.

Wir freuen uns auf diese Möglichkeit der Fortbildung, und wenn Sie mögen, dann besuchen Sie doch ebenfalls ein Seminar! Das nächste Basisseminar zum Umgang mit Aggression und Gewalt im öffentlichen Raum findet übrigens am 24. August 2011 statt. Einen kurzen Bericht zu einer solchen Veranstaltung finden Sie übrigens auch auf diesem Blog …

Dominik Mühe

BuddYs aus Lichtenberg im Bundestag

Die Lichtenberger BuddYs arbeiten als Ordnungshelfer, PausenbuddYs, Streitschlichter, 1. Hilfe BuddYs, LesebuddYs, HausaufgabenbuddYs, HofbuddYs, SpielehausbuddYs, LernbuddYs und vieles andere mehr. Und weil dieses Engagement so ganz und gar nicht selbstverständlich ist, wurden die BuddYs aus den Lichtenberger Grundschulen mitsamt ihren Lehrerinnen sowie den Lichtenberg buddY-Koordinatoren Rainer Bäth und Dr. Wolfgang Steininger von der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch in den Deutschen Bundestag eingeladen.

Lichtenberger BuddYs im Bundestag
Frau Dr. Lötzsch erkundigte sich, was die BuddYs so alles arbeiten und erklärte, dass es auch im Bundestag so manchen Streit gibt. Sie ließ sich von den Schülerinnen und Schülern in einem Rollenspiel demonstrieren, wie man Streit am besten schlichtet und beantwortete Fragen zu ihrer Arbeit als Politikerin. Beeindruckt waren die BuddYs vom Ambiente im Bundestag. Cool, nobel und modern fanden die BuddYs das Bundestagsgebäude; und begeistert waren sie natürlich von dem Rundgang im Gebäude sowie der Dachterasse und dem wunderbaren Blick von dort.

 

Mich als buddY-Trainerin hat es natürlich sehr gefreut, dass die BuddYs durch diesen Besuch eine Würdigung ihrer Arbeit erfahren haben. Deshalb kann ich nur sagen: Weiter so … !!!

Christa D. Schäfer

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