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Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Wirtschaftsmediation (Page 1 of 2)

Mediation und Führung

Das Thema ist oft Gesprächsthema in meinen Mediationsseminaren. Deshalb war ich sehr gespannt auf die neue Ausgabe der Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation“ mit dem Titel „Sicher führen. Das Geheimnis des Erfolgs“. Und ich muss sagen, ich habe sehr interessante Artikel gefunden.

Die Wirtschaftsmediation: Sicher führen

In der Ankündigung zur Wirtschaftsmediation ist zu lesen: „Führungskräfte sind maßgeblich am Erfolg von Unternehmen beteiligt – egal, ob es sich um Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht oder Non-Profit-Organisationen, um große Konzerne oder inhabergeführte Betriebe handelt. Die leitende Person verfügt über ein hohes Maß an Verantwortung – vor allem im Personalbereich –, soll Mitarbeiter führen und motivieren und so den Unternehmenserfolg sicherstellen. Insbesondere ein harmonisches Miteinander ist dafür von großer Bedeutung. Doch das erfordert Geschick, denn wo Menschen aufeinandertreffen, sind Konflikte meist vorprogrammiert. Echte „Leader“ zeichnet dementsprechend eine Vielzahl von Kompetenzen aus. Welche das sind und wie diese sowohl aus unternehmerischer als auch aus menschlicher Sicht gewinnbringend eingesetzt werden können, erfahren Sie in der neuen Ausgabe der Wirtschaftsmediation.“

Gerne möchte ich hier auf einige großartige Artikel hinweisen:

  • Konflikte im Führungshandeln – Ursachen und Lösungen
  • Feedback – Das A und O guter Führung
  • Führung in der Unternehmensorganisation der Zukunft
  • Konsensuale Führung – Wie Sie Stress, Burn-out und Traumata Ihrer Mitarbeiter begegnen
  • Frauen und Führung: Auf dem Weg
  • und viele andere

Und gerne möchte ich Sie auch an einigen Gedanken des Artikels „Frauen und Führung“ teilhaben lassen. Der von Christina Mölders und Tilman Eckloff geschriebene Bericht zitiert eine Umfrage aus dem Jahr 2007, die zeigt, dass Führung meist mit Dominanz, Machtstreben, Durchsetzungsvermögen und Wettbewerbsorientierung verbunden wird – also Eigenschaften, die typischerweise männlich besetzt sind. Studien zeigen, dass Männer wie Frauen gleichermaßen effektiv führen, und dass Frauen im Rahmen ihrer Führung mehr Wert auf Unterstützung und Ermutigung legen. Weitere wesentliche Unterschiede im Führungsstil zeigen sich nicht.

Im Artikel werden weiterhin Tipps für weibliche Führungskräfte gegeben:

„Seien Sie sich Ihrer Kompetenzen bewusst und treten Sie in Ihrer Führungsrolle selbstbewusst auf.
Versuchen Sie nicht, „männliche“ Führungsmuster zu kopieren – finden Sie Ihren eigenen Führungsstil.
Respekt und Transparenz sind entscheidend für den Erfolg, nicht Machtstreben und Dominanz.
Bilden und pflegen Sie berufliche Netzwerke.
Wenn mal etwas nicht so gut läuft: Geben Sie sich nicht reflexartig die Schuld. Analysieren Sie die Situation und lösen Sie das Problem.
Scheuen Sie sich nicht vor Konflikten.“
(Eckloff, T.; Mölders, Ch.: Frauen und Führung. In: Die Wirtschaftsmediation. 3/2015. S. 37)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute.
Dr. Christa Schäfer

Wirtschaftsmediation

Das Thema Wirtschaftsmediation habe ich bisher in diesem blog etwas stiefmütterlich behandelt, das soll aber nicht so bleiben, zumal ich jetzt endlich ein Buch entdeckt habe, das ein echtes Juwel zum Thema darstellt …

Dorothea und Kurt Faller haben ein Buch geschrieben zur „Innerbetrieblichen Wirtschaftsmediation“. Sie leiten das Thema ein, indem sie berichten, dass Übergänge stets den Spirit zu etwas Neuem enthalten, in Zeiten des Übergangs allerdings immer die Risiken und Unannehmlichkeiten im Vordergrund zu stehen scheinen. Die späte Erfassung und Bearbeitung von Konflikten behindert eine kreative Lösungssuche, und zu einer gelingenden Konfliktbearbeitung und Lösungssuche im Wirtschaftsumfeld möchte das Buch gerne beitragen.

Eine der Stärken des Buches liegt darin, dass es die Grundlagen der systemischen Wirtschaftsmediation klar, strukturiert und komprimiert darstellt. Innerbetriebliche Konfliktbearbeitung wird als Element der Organisationsentwicklung gesehen. Der Wirtschaftsmediator sollte deutlich machen, dass Mediation eine „dienende Disziplin“ im Unternehmen darstellt. Der Mediator / die Mediatorin sollte mit Achtung und Respekt an seine / ihre Aufgabe gehen, damit ein Klima der gemeinsamen Verantwortung für die Lösung des Konflikts entstehen kann.

Besonders fasziniert haben mich die Kapitel, in denen Dorothea und Kurt Faller auf die Pre-Mediation (Vor-Phase) eingehen und einen Werkzeugkasten für die innerbetriebliche Konfliktberatung vorstellen, der aus 12 Techniken besteht.

Grafik_Medius-Werkzeugkasten

Jede dieser Techniken wird dargestellt, schrittweise erläutert, mit Verlaufsgrafiken versehen und mit einem Beispiel ergänzt. Beeindruckend! Damit wird das Buch zu einem Werk, das für WirtschaftsmediatorInnen zu einem Art Kompendium werden kann. Man erfährt die Vielfältigkeit der Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten in Betrieben, kann stets nachschauen und sich verschiedener Methoden versichern und letztlich diejenige auswählen, die am Besten zur Bearbeitung des Konflikts passt. Damit ist das Buch sowohl für Mediationsanfänger geeignet, die sich über die Wirtschaftsmediation erkundigen möchten, als auch für Mediationsprofis, die der Mediation angrenzende Formate der Konfliktbearbeitung kennen lernen wollen.

Übrigens wird auch Edgar Schein mit seiner „Prozessberatung für die Organisation der Zukunft“ in dem Buch zitiert, mitsamt der zehn Punkten für die helfende Haltung des Beraters, also auch des Mediators:

  1. Versuche stets zu helfen
  2. Verliere nie den Bezug zu der aktuellen Realität
  3. Setze dein Nichtwissen ein
  4. Alles, was du tust, ist eine Intervention
  5. Das Problem und seine Lösung gehören dem Kunden
  6. Geh mit dem Flow
  7. Das Timing ist entscheidend
  8. Sei konstruktiv opportunistisch und arbeite mit konfrontativen Interventionen
  9. Alles liefert Daten; Fehler wird es immer geben, sie sind die wichtigste Quelle neuer Erkenntnisse
  10. Teile im Zweifelsfall das Problem mit anderen

Besten Dank für dieses Buch
sagt Christa Schäfer

Kennen Sie schon die Zeitschrift “Die Wirtschaftsmediation“?

Auch die neue Ausgabe der Zeitschrift „Spektrum der Mediation“, jetzt herausgegeben im Wolfgang Metzner Verlag, widmet sich dem Thema Werte, Wandel und Erfolg in Unternehmen

Rechtsschutzversicherung bietet Mediation an

Jetzt wird die Methode der Mediation auch von den Rechtsschutzversicherungen ernst genommen. Die Allianz Rechtsschutzversicherung bietet seit August 2009 Mediation für Firmenkunden an. Gibt es Probleme mit Lieferanten, Streit in der Gesellschafterversammlung oder ähnliche Dinge, so können sich die betroffenen Unternehmer für eine Mediation entscheiden – anstatt in ein Gerichtsverfahren zu gehen.

Die Allianz hat dazu mit dem EUCON, also dem Europäischen Institut für Conflict Management eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Dadurch stehen jetzt 90 MediatorInnen in Deutschland den Allianz-Versicherten für das Verfahren zur Verfügung. Die EUCON berechnet für die Mediation einen Pauschalpreis. In versicherten Fällen tragen die Allianz Rechtsschutz sowie der Verfahrensgegner die Mediationskosten je zur Hälfte (Angaben sind der Pressemitteilung der Allianz entnommen).

Christa D. Schäfer

Vergleich für Eisbären Knut

Erinnern Sie sich noch an die Mediationsanfrage um den Berliner Eisbären Knut?

Knuts Vater Lars stammt aus dem Tierpark Neumünster. Damit gehörte auch Knut nach Neumünster und der dortige Tierpark wollte natürlich einen Teil der Einnahmen aus der Knut-Vermarktung abbekommen. Eine Mediationsanfrage wurde jedoch aus Berlin abgelehnt.

Danach hat sich Neumünster für eine Klage entschieden und wollte wissen, wie viel der Berliner Zoo durch Knut eingenommen hat. Als diese vor dem Landgericht verhandelt wurde, legte der Richter den Parteien einen Vergleich nahe. Mit einer Auskunftsklage werde Neumünster nicht durchkommen, so seine Aussage.

Nun haben sich der Berliner Zoo und der Tierpark Neumünster tatsächlich einvernehmlich geeinigt, dass Knut in Berlin bleibt und Neumünster dafür 430.000 € erhält. Damit tritt auch Neumünster die Rechte an dem Eisbären ab.

Also herzlich willkommen dem neuen Berliner, unserem Eisbären Knut !

Schauen Sie auch nach den ausführlichen Informationen zu diesem Vergleich oder zu meinen bisherigen Artikeln bezüglich der Mediationsgeschichte des Falls Knut.

Christa D. Schäfer

Praxishilfe “Klassenrat”

In Schulklassen können Probleme und Konflikte durch die Methode des Klassenrats in kreativer und konstruktiver Weise im Win-Win-Rahmen bearbeitet werden. Ebenfalls ist der Klassenrat eine Methode, die Konflikten und Gewalt vorbeugt und die Suchtprophylaxe mit einbezieht.

Viele Grundschullehrer müssen nach den Pausen erst einmal Konflikte zwischen Schülern klären, dadurch geht wertvolle Unterrichtszeit verloren. Wenn es einen Rahmen gibt, Konflikte untereinander zu besprechen und sich angemessen über Meinungsverschiedenheiten zu verständigen, nehmen Streitigkeiten ab. Dadurch verbessert sich die Atmosphäre in einer Klasse und es bleibt mehr Energie zum Lernen.

In Mittelstufenklassen geht es meist ausschließlich um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen und es gibt meist gar keinen Rahmen mehr zur Klärung sozialer Konflikte im Klassenrahmen. Dadurch kann es leicht zur Verfestigung von Konflikte und zur Polarisierung der Klasse in verschiedene Gruppen kommen. Das soziale Miteinander wird von den SchülerInnen und Schülern als belastend erlebt und lenkt in Hochphasen nicht selten vom fachlichen Lernen ab.

Die Methode des Klassenrats bietet einen Rahmen, in dem Probleme gelöst, Konflikte besprochen, organisatorische Belange geklärt, Buddy-Praxisprojekte aufgebaut werden können und Demokratie erfahren werden kann. Jetzt gibt es eine Praxishilfe zum Klassenrat gratis zum Herunterladen auf der Webseite des Buddy e.V. Mit Hilfe dieser Praxishilfe können Pädagoginnen und Pädagogen diese Methode leicht in ihren Klassen einführen – damit ab 2009 die Konflikte in den Schulen konstruktiver und kreativer sowie im win-win-Verfahren gelöst werden können.

Christa Schäfer

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